Minitrecking und ein unvergesslicher Abend

Minitrecking und ein unvergesslicher Abend
Krong Siem Reap, Cambodia
Krong Siem Reap, Cambodia Wie üblich starten wir mit einer Tuck Tuck Fahrt, diesmal mit dem Bruder unseres Boys, welcher eine größere und stärkere Maschine hat. Wir fahren wieder durch den Angkor Park und etwa zwei Stunden weiter bis zum Kulen Nationalpark. Hier oben soll es einen Wasserfall mit einem Becken zum schwimmen geben. Obwohl wir nicht vorbereitet sind auf eine Treckingtour, wir tragen Sandalen und nur Wolfgang hat etwa Wasser mit, machen wir uns auf den Weg. Die Wanderung geht schon bald durch ein steiles, trockenes Flussbett und Peter geht bald wieder zurück um bei einem Bier auf uns zu warten. Bei dieser Hitze ist das bergaufgehen über all die Wurzeln und Felsblöcke doch recht anstrengend, aber unterwegs hören wir wunderbare Geräusche aus der Natur. Tier-, vor allem Vogelstimmen bezaubern uns. Der Regenwald ist hier recht licht, offensichtlich primärer Regenwald. Auf jeden Fall sind wir froh das wir nicht die 12-stündige Treckingtour (mit Fahrt) gebucht haben. Uns reichen heute die etwa zwei Stunden. Auf dem Kulenberg angekommen sehen wir zwar spannende Gletschermühlen und einige braune Pfützen mit einem kleinen Rinnsal, welches man auch mit sehr gutem Willen nicht als Wasserfall bezeichnen kann, geschweige denn ist da genug Wasser zum schwimmen. Wie wir am Abend erfahren hätte uns ein Guide den Weg zum Wasserfall zeigen können, welcher weiter unten sei. Wir haben jedoch keinen Weg entdeckt, nun das macht nichts, die Wanderung an sich war schön und es hat gut getan. Auf dem Weg zurück besuchen wir noch einen ganz speziellen Tempel mit besonders gut erhaltenen Reliefs. In einem Restaurant machen wir eine kleine Pause, vor allem aus dem einen Grund dass unser Fahrer wieder einmal ein richtiges Essen bekommt. Das sei nämlich einer der Gründe, weshalb heute der Bruder mit uns fährt, weil wir gestern unserem Boy das Mittagessen bezahlt haben. Etwas früher als sonst gelangen wir zum Hotel und verabreden uns mit Wolfgang für später. Ein wenig schwimmen im Pool und relaxen auf einem Liegestuhl tut auch mal ganz gut, denn tatsächlich habe ich seit langem wieder einmal einen Muskelkater in den Beinen. Die vielen Treppen gestern und die Treckingtour heute haben dazu geführt. Die Zeit vergeht wie im Flug und schon müssen wir uns bereit machen für meine Überraschung, welche inzwischen schon fast keine mehr ist. Ein besonderer Abend bricht an, wie es dazu gekommen ist? Ganz einfach – Minea hat uns bei unserer Ankunft gefragt ob wir irgend einen besonderen Jahrestag zu feiern hätten, er könnte für uns jeden erdenklichen Event organisieren. Seine Frage war auch, ob wir sonst Wunsche hätten, was wir gerne sehen würden. Ich nannte meinen Wunsch hier eine Show mit traditionellen Tänzen zu sehen. Minea schilderte in allen Farben wie er ein privates Dinner mit Show in einem Garten organisieren könnte. Peter will es sich überlegen und verhandelt am ersten Abend per whatsapp mit Minea über den Preis. Natürlich ist es den beiden Herren zu teuer, man kann ja auch für zehn Dollar etwas essen … ( die Getränke werden wie üblich nicht dazu gezählt). Für mich steht jedoch fest, so etwas Besonderes will ich erleben, ich sammle Erlebnisse, nicht Güter und irgendwie werde ich das schon bezahlen können, obwohl mein Konto im Moment ziemlich leer ist, wozu gibt es Kreditkarten? Ganz im Geheimen buche ich bei Minea den Event für uns. Wir treffen uns in der Lobby, freundlich begrüßt von Minea, der Fahrer stehe schon vor dem Hotel bereit. Meinen Begleitern spreche ich die Einladung zu diesem Abend als unser gemeinsames Geburtstagsgeschenk aus. Wir haben zwar alle noch lange nicht Geburtstag, aber man soll die Feste bekanntlich feiern wenn sie fallen, die Fahrt durch den Verkehr der Stadt dauert etwa eine Viertelstunde. Ganz versteckt in einer Seitengasse hält unser Wagen vor einem Tor, die Wagentüren werden uns geöffnet, wir steigen aus. Das Tor geht auf und wir stehen vor einem Lichterglanz. Überall im Garten gibt es Fackeln und Kerzen. Alles ist beleuchtet. Der Garten selber und die zwei traditionellen Khmer Häuser sind wunderschön. Ich komme mir vor wie im Traum. Ich hatte es mir schön vorgestellt, aber das übertrifft meine Erwartungen bei weitem. Zunächst werden uns kalte Tücher gereicht, ein Glas Champagner, welches immer wieder gefüllt wird, darf nicht fehlen und dazu erfahren wir mehr über die Kultur und die Architektur der Häuser und Gärten. Kleine Häppchen, wunderschön auf einer Etagere aus Holz angerichtet, erwarten uns. Wir dürfen das Haus besichtigen. Alles ist mit Ironwood und Redwood gebaut. Schöne Schnitzereien zieren die Geländer, Türen und Balustraden. Ein Traum! Eine Musikgruppe umrahmt das ganze mit leiser Musik auf den traditionellen Instrumenten. Ich komme mir vor wie im Film, jetzt werden wir an den Tisch gebeten der mit Lotusblüten und Kerzen dekoriert ist. Zur Vorspeise wird uns Weisswein kredenzt. Jetzt kommen die Apsaratänzerinnen auf die eigens aufgestellte Bühne um einen ersten Tanz aufzuführen. Unser mehrgängiges königliches Menü, mit dem passenden Wein, umrahmt von Musik und Tanz, in diesem traumhaften Garten, so etwas kann man sich wirklich nur im Traum vorstellen, und jetzt sitze ich hier mit zwei lieben Menschen und es ist Wirklichkeit. Bei guten Gesprächen geht auch dieser Abend viel zu schnell vorbei, aber ich bin sicher, dieses besondere Erlebnis wird uns allen in schönster Erinnerung bleiben. Ich danke dem Schicksal wieder einmal dass ich die Möglichkeit habe jetzt hier zu sitzen und einfach nur zu genießen,

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