Ein Tag für mich

Ein Tag für mich
Vientiane, Laos
Vientiane, Laos Heute bleibt nur noch das Museum und Peter will es am Nachmittag besuchen, damit wir anschließend gleich zum Abendessen ins Zentrum gehen können. Ich selber habe aber Lust ein wenig zu gehen, also mache ich mich zu Fuss auf um ins Zentrum zu einem Friseur zu gehen. Diejenigen hier in der Gegend haben geschlossen oder waren gestern schon nicht bereit mich zu bedienen. Wie üblich sehe ich die Strassen, Geschäfte und Menschen ganz anders als wenn ich einfach mit einem Tuck Tuck oder einem Auto daran vorbei fahre. Ich sehe Frauen in einem Blumengeschäft, welche schöne Sträusse binden und diese am Strassenrand ausstellen. Ich sehe Kinder in ihren Schulkleidern auf dem Weg in die Schule, die meisten gehen ganz gesittet, zusammen mit Freunden, andere fahren mit dem Fahrrad oder sogar mit dem Motorbike. Der Verkehr ist riesig und über die Strasse zu kommen gleicht einem Abenteuer. Alle fahren drauflos, niemanden interessiert es ob da jemand steht und gerne auf die andere Strassenseite wechseln würde. Auf den Trottoirs stehen Autos und Motorräder, wo sollen sie auch sonst parkiert sein? Also muss ich wohl oder übel am Strassenrand gehen und hoffen dass der nächste Tuck Tuck Fahrer mich nicht mitreisst. Für Fussgänger ist dieses Land nicht geschaffen, trotzdem geniesse ich die Bewegung und das Schauen. Wie sehr hat sich dieses Land, diese Stadt sich in den zwei Jahren verändert. Der Verkehr und die Touristen scheinen doppelt so viele zu sein, vielleicht trügt aber auch die Erinnerung ein wenig, was ich hier einräume. In der City geniesse ich zunächst einen Iced Cappuccino bevor ich mich auf die Suche nach einem Coiffeur mache. Im Zentrum selber gibt es fast nur Cafés und Restaurants. Aber in der Strasse hinter dem grossen Platz finde ich ein hübsches Geschäft mit guten Produkten. Kurz entschlossen gehe ich hinein und frage nach einem Termin. Natürlich kann ich gleich bleiben. Zuerst die Manicure, danach das Haare waschen. Es ist immer wieder ein schönes Erlebnis in diesen Ländern. Man liegt vor dem Wasserbecken, man bekommt eine Art Kragen aus Gummi umgelegt, so dass man bequem liegen kann und trotzdem nicht nass wird, Wenn ich jetzt, mit diesem guten Gefühl von gepflegt von Kopf bis Fuss, alleine unterwegs wäre, würde ich mir gleich daneben noch eine Massage gönnen, aber inzwischen meldet sich ein wenig das schlechte Gewissen, dass ich Peter so lange alleine lasse. Ich verhandle mit einem Tuck Tuck Fahrer, wieviel das Hin- und Herkommen kostet und fahre zum Hotel um Peter abzuholen. Das Nationalmuseum ist unser Ziel. Hier bin ich mir nicht mehr ganz sicher ob ich schon da war. Vermutlich schon, aber so einen bleibenden Eindruck hat es mir offensichtlich nicht gemacht. Es ist ein ganz einfaches Museum mit zunächst einigen Fundstücken aus prähistorischer Zeit, was noch ganz hübsch ausgestellt ist. Aber danach ist es, wie in all diesen Ländern, fast nur noch ein Dokument der vielen Kriege, welche hier stattfanden. Einige Schriftstücke in der laotischen Sprache sind noch ganz hübsch anzusehen, aber dann komme ich zu den ersten Bildern von Kindern, welche durch Napalmbomben und B-Bomben verletzt wurden und die Erinnerung an die Nachrichten aus jener Zeit steigt hoch. Das muss und will ich mir nicht antun, ich gehe kurz entschlossen bis zum Ende durch und warte dort auf Peter. Ich finde es wie jedes Mal sehr traurig dass ein Land ein Museum fast nur mit Kriegen (neben den früheren Königen) füllen kann und sonst „keine Geschichte“ hat. Jetzt sind wir in der Nähe meines hübschen Massage Salons und ich überrede Peter sich doch auch eine Fussmassage zu gönnen, welche er letztes Jahr ganz angenehm fand. Leider kostet es im gegenüber liegenden Salon etwa fünf Franken we*****, so dass wir im ersten Stock im Hinterzimmer „behandelt“ werden, anstatt auf den hübschen Liegen. Die Massage ist aber auch hier ganz OK. Ein Spaziergang durch die Strassen endet in einem indischem Restaurant welches Peter im Tripadvisor gefunden hat. Das Essen schmeckt gut und zum Sitzen ist es ganz gemütlich. Nach dem Essen spazieren wir nochmals durch die Straßen um einen Shop zu finden, wir enden aber in einem anderen Restaurant um noch ein Glas Wein zu trinken.

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