Trecking in Sa Pa

Trecking in Sa Pa
Sa Pa, Vietnam
Sa Pa, Vietnam Die Entscheidung am Morgen war eigentlich vorauszusehen. Nach dem tollen Frühstück vom Buffet (es gibt Bällchen aus Süsskartoffeln, Gemüse und Früchte, natürlich auch Pancakes, Reis , Suppe etc.) bezahle ich den Aufpreis für das Tageszimmer, denn ich habe keine Lust heute nach dem Trecking mich nur notdürftig im Keller umzuziehen um mich vor der Fahrt im Nachtzug frisch zu machen. Das Gepäck kann ich so auch noch im Zimmer lassen. Das wird wohl die teuerste Dusche (CHF 15), aber das ist es mir wert. Ich erkundige mich an der Rezeption nach den Touren und erhalte eine Skizze, welche die fehlende Wanderkarte ersetzen soll. Viel früher als meine Gruppe mache ich mich auf den Weg nach Y Linh Ho, Lao Chai und Ta Van. Dort treffe ich die Volksstämme H Mong (schwarze und rote wie ich inzwischen unschwer erkennen kann) und Dzay. Der Weg führt vor allem nach unten zum Fluss und das Wetter ist genial zum wandern, angenehm kühl und die Sonne wärmt genug dass man nicht friert. Zunächst ist der Weg recht beschwerlich, mehr ein ausgewaschenes Bachbett, sobald man endlich von der Straße weg kommt. Die Aussicht ist wunderschön, die vielen Reisterrassen, der Fluss weit unten und die Berge welche sich immer wieder hinter Wolken verstecken. Von Dörfern sieht man vorerst nichts, umso mehr sieht man Gruppen mit Guide unterwegs. Es gibt keine „Wanderwegweiser“ und ich bin froh dass ich mich an den Gruppen orientieren kann, denn der Weg ist alles andere als eindeutig zu erkennen. Ein Verirren geht heute gar nicht, ich muss wieder rechtzeitig im Hotel sein. Um die Mittagszeit habe ich dann endgültig die Gruppen hinter mir gelassen, da alle in einem Homestay sitzen und essen. Jetzt komme ich auch durch die Dörfer am Fluss. Die Menschen sind sehr freundlich, einige sprechen auch ein wenig Englisch, aber bald finde ich heraus, dass wie in Kambodscha die Kinder war alle sagen können: Where do you come from? What is your name? Want to buy Souvenirs? – aber wenn man mit Ihnen sprechen will merkt can sehr schnell dass dies wohl alles war. Ich kaufe mir eine Flasche Wasser und einen Reiskeks (für 0.75 CHF) aber keine Souvenirs. Nicht mal von der netten Witwe, welche 67 Jahre alt ist und ihren Mann vor 4 Monaten verloren hat. Ein Baby Tragetuch, schön bestickt, wie sie es hier haben, hätte ich vermutlich gekauft, aber das hatten sie nicht für die Touristen. Gemäß Guide sollte diese Tour 5 1/2 Stunden dauern, ich habe die ganze Tour in 3 1/2 Stunden geschafft. Nur wie jetzt wieder nach Sa Pa kommen? Ich frage einen Mofafahrer nach dem Preis, aber die umgerechnet CHF 5 waren mir zu teuer, daran sieht man wie sehr ich mich schon akklimatisiert habe, und ich erkundigte mich nach einem Bus. Etwa einen Kilometer weiter soll eine Busstation sein, nur als ich da ankomme finde ich nichts. Ein Paar aus Paris mit ihrem Guide begegnend mir und ich frage wie sie denn nach Sa Pa zurück kommen. Sie hätten einen privaten Fahrer. Ich habe angeboten meinen Anteil zu bezahlen wenn ich mitfahren könne, nur darauf wollten sie sich nicht einlassen. Diese Touristen! Zum Glück sind die Einheimischen viel hilfsbereiter, nach einigem palavern hin und her findet sich ein netter Kerl der mich mit seinem Motorrad nach Sa Pa bringt. Er fährt auch ganz anständig, soweit es die Straße zulässt. Ein Abenteuer für sich die 12 Kilometer auf der Straße voll Schlaglöcher, Schlamm, Steinen und Bächen, die einfach darüber fließen. Das ganze hat dann auch „nur“ CHF 3 gekostet. Meine heiße Dusche im Zimmer genieße ich in vollen Zügen und die frischen Kleider, eine Wohltat. Dann die Überraschung, man gibt mir das Geld für das Late Check out wieder zurück, das Hotel wolle mir nichts verrechnen. Dieser zweite Tag in Sa Pa ist voll schöner Eindrücke und ich stelle fest, dass ich zwar alleine unterwegs war, aber mich nicht so einsam fühlte wie gestern in der Gruppe.

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