Hanoi und Nachtzug nach Sa Pa

Hanoi und Nachtzug nach Sa Pa
Hoàn Kiếm, Vietnam
Hoàn Kiếm, Vietnam Heute muss ich nach dem Packen den Tag nochmals in Hanoi verbringen, da ich erst am Abend mit dem Zug nach Sa Pa fahren werde, Das historische Museum will mich definitiv nicht empfangen, es ist auch heute closed. Also sitze ich auf dem Opernhausplatz und trinke einen hervorragenden Cappuccino. Überhaupt bin ich überrascht wie gut der Kaffee hier fast überall schmeckt, das bin ich sonst in Asien nicht gewöhnt. Heute ist, seit ich aufgebrochen bin zu meiner Reise, der erste etwas ruhigere Tag, denn nun kenne ich Hanoi von allen Ecken und Enden, außer das historische Museum, es nieselt und es ist so gemütlich in dem hübschen Café. Im Moment läuft Lara’s Theme aus Dr. Schiwago und ich denke an meinen ersten Kinofilm, welchen ich zusammen mit meinem Mann angeschaut hatte. Wie lange ist das her und doch so präsent sobald ich diese Musik höre. Welche Musik wird mich wohl an meine Reise durch Vietnam erinnern? Die Geräuschkulisse ist zwar immens, aber mit Musik hat das nicht viel zu tun. Habe ich einen Reiseblues? Definitiv NEIN, mir geht es gut, auch wenn ich heute etwa nachdenklicher bin. Das Alleinreisen ist ja auch immer eine Reise zu sich selber. Es ist durchaus angenehm einmal Zeit zu haben „nur“ den eigenen Gedanken zu lauschen, achtsam die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und danach die nächsten Unternehmungen zu planen, oder einfach mal nichts zu tun. Die Erkenntnis dass ich viel zu sehr die Bedürfnisse der Anderen bediente kommt ja nicht erst heute, nur muss ich meine manchmal aufkommende Wut über das nicht wertschätzen meiner jahrelangen liebevollen Bemühungen noch „unter die Füsse“ bringen, damit ich frei von allen Altlasten in die Zukunft gehen kann. Mir fehlt eigentlich nur ein dankbares Anerkennen meiner Arbeit, meiner Zeit welche ich investierte (was für mich ja auch Verdienstausfälle bedeutet) und meiner Liebe, die zwar immer ein Geschenk ist, aber gerade für Geschenke sollte man sich doch bedanken? Nun ja, fei nach Julia „man soll die Perlen nicht vor die Säue werfen, was kann die Sau dafür dass sie den Wert der Perlen nicht erkennt und sie auffrisst?“ Nun bestelle ich mir noch eine Kürbissuppe und genieße das schöne Ambiente weiterhin. Wieder in den Straßen Hanois unterwegs komme ich mit einer Englisch-Studentin ins Gespräch. Sie erzählt mir viel über ihre Großmutter, welche es geschafft hatte (während des Krieges) ihre drei Kinder aufzuziehen, da ihr Großvater sehr früh verstorben sei. Sie fragt mich, was ich über den Vietnamkrieg wisse, und ich erwähnte, dass mir in Erinnerung sei „about North and South Vietnam“ aber dass ich Kriege nie verstehen würde….. Wir sitzen auf einer Bank am See und sie will wissen, weshalb ich Vietnam als Reiseziel ausgesucht hätte. Das ist gar nicht so einfach zu beantworten, zunächst einmal weil ich es noch nicht kenne und dann um die verschiedenen Gegenden von Norden bis Süden und die Bewohner kennen zu lernen, das sei jedoch in Hanoi gar nicht so einfach, da alle Menschen so busy seien. Die Studentin entschuldigt sich für ihre Landsleute und hält mir einen Vortrag, wie die Menschen mittlerweile mehr an ihren Tablets und Handys interessiert seien, anstatt „to talk to each other“. Also hier auch, ich bin gespannt wie es auf dem Land sein wird, sie versichert mir, dass die Menschen in den Dörfern mehr Zeit hätten. Nach etwa einer Stunde verabschieden wir uns und gehen jede ihrer Wege. Beim flanieren am See kommt eine Vietnamesin mit den typischen Tragekörben auf mich zu, legt mir ihre Last auf die Schulter und will für mich ein Bild machen. Auf jeden Fall will ich anschließend noch ein Bild von ihr, was ich hier leider nicht laden kann, denn das habe ich mit meiner Kamera aufgenommen. So geht auch dieser ruhige Tag dem Ende entgegen. Ich warte auf meinen Nachtzug und bin gespannt wie es sein wird. Sa Pa ich komme…..

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