Salto

Salto
Salto, Uruguay
Salto, Uruguay Früh wache ich heute auf, wasche meine Haare, nehme eine ausgiebige Dusche, was für eine Wohltat, und nun sitze ich im schönen Wohnzimmer am sensationellen Frühstückstisch, d.h. daneben, trinke meinen Tee und warte bis Peter aufsteht. Ich sitze hier, schaue in den schönen Garten und geniesse das Ambiente dieses Hauses. Grosse Räume, viele Fenster, ein Atrium, es ist einfach einmalig schön. Im Gespräch mit unserer netten Gastgeberin erfahre ich, dass man hier in Uruguay gratis studieren kann, auch die Schule kostet nichts, alles bezahlt der Staat. Ich bewundere die schönen Antiquitäten, das Geschirr, die Silberbestecke und die vielen liebevoll dekorierten Dinge im Hotel. Patricia erklärt mir, dass es hier in Salto leider fast nichts mehr zu finden gibt, da die grossen Haziendeiros im Rio Grande del Sul (Brasilien) vieles aufgekauft haben um es in ihren Herrenhäusern aufzustellen. Die meisten Dinge hier im Haus wurde in Montevideo gesucht und gefunden. Das Haus selber ist etwa 100 Jahre alt, als Hotel wurde es vor einem Jahr von zwei Deutschen aufgemacht. Überhaupt gibt es viele Europäer welche hier in Uruguay leben, jüngere aber vor allem auch Pensionierte, da es in Europa so „gefährlich“ und „unsicher“ sei. Eine Tragik welche mir hier so richtig bewusst wird. Werden wir jetzt sogar in Südamerika als „unsichere politische Situation“ gehandelt? Das Frühstück selber hat noch selten so gut geschmeckt, und jetzt wollen wir zu den Thermen, welche es hier in der Nähe zahlreich gibt. Wir lassen uns eine genau erklären und fahren Richtung Grenze zu Argentinien. Leider ist das Wetter hier ungewöhnlich kalt. 14 Grad hat es nur und ab und zu regnet es ein wenig, eigentlich ideal zum im warmen Wasser baden. Nur sehen wir jetzt, dass diese Badeanlagen alle outdoor sind, und um von einem Becken zum nächsten zu gehen (ohne Bademantel) ist es uns dann doch zu kalt. Wir suchen noch ein wenig im Ort Termas del Dayman ob wir ein Hotel mit Thermalbad finden, leider vergeblich. Zurück in Salto fahren wir noch zum verbleibenden Platz, welchen wir gestern noch nicht gesehen haben, versuchen nochmals im bekanntesten Restaurant der Stadt, im Lamas, einen Tisch zu reservieren für am Abend, leider vergebens, denn dieses Restaurant scheint im Moment geschlossen zu sein, nicht nur am Montag. Überhaupt muss man wissen, dass hier in Uruguay die Leute sehr spät essen (gehen). Wenn man um 20.30 Uhr in ein Restaurant ist man sehr früh, da machen die meisten Restaurants zwar auf, aber man ist definitiv bis ca. 22.00 Uhr alleine in der Gaststube. Wie Peter richtig erkannt hat macht das nichts, dann sind wir halt die ersten und die letzten Gäste. Der Nachmittag im Atrium unseres schönen Hotels wäre sehr hübsch, nur ist es mir einfach etwas zu kühl, ich verziehe mich unter die Decke in mein Bett um zu lesen. Schliesslich müssen wir noch die Weiterreise besprechen, im Reiseführer und im Internet nachsehen, wohin denn unsere nächste Etappe gehen soll, auch das braucht Zeit. Das Buchen dss Hotels überlasse ich diesmal Peter. Was wir noch nicht erfahren können ist, ob es in der kleinen Posada im Nationalpark, welchen wir in einer weiteren Etappe besuchen möchten noch Zimmer frei hat und ob und wie wir dorthin kommen können. Im Reiseführer steht, dass man irgendwo das Auto stehen lassen muss um zu Fuss dorthin zu gelangen. Peter will sogar mitmachen, wenn der Weg zu Fuss nicht länger als einen Kilometer beträgt. Meine Idee ist, dass morgen unsere nette Gastgeberin für uns dort anrufen soll um das alles ausfindig zu machen. Mal sehen…. Auch so vergeht die Zeit wie im Flug und wir machen uns auf zu dem Cavern, einem Restaurant welches wir ausfindig gemacht haben. Aus dem Lautsprecher ertönt Musik von den Beatles, Simon & Garfunkel, etc., also fast schon Oldies welche heute ganz angenehm tönen. Ich frage mich, wie man diese Musik damals als „verrückt“ abtun konnte, es ist doch immer wieder erstaunlich wie sich die Geschmäcker ändern. Das Essen ist hervorragend, wie inzwischen unsere Taktik bestellt Peter ein Fleisch mit Pommes und ich einen Salat und dann bekomme ich die Hälfte des Fleisches ab. So haben wir nicht zu viel, andernfalls müssen wir immer die Hälfte zurückgeben, was ja schade ist. Heute reicht es sogar für ein „Postre“ (Nachtisch), ich bestelle einen Panqueque con Dulce de Lecche (eine Apfelomelette im karamellisierten Zucker). Ein Café darf auch nicht fehlen, was hier in Uruguay ein Espresso ist, der meistens ausgezeichnet schmeckt. Was das Wetter betrifft so erfahren wir, dass es aussergewöhnlich kalt ist für Oktober (14°), da die Temperatur üblicherweise in dieser Jahreszeit etwa 40 – 42° beträgt. Auch hier spielt das Wetter verrückt. Nun es werden wieder andere Tage kommen.

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