21. Januar 2019 – Loikaw und Kayan People

Heute beginnt unsere Fahrt bereits um acht Uhr, da wir zuerst auf einen Markt fahren. Hier halten vorwiegend Frauen ihre Erzeugnisse feil. Es handelt sich um den Stamm der Kayan. Das Besondere dieses Volkes sind die langen, mit Goldringen geschmückten Hälse der Frauen. Auf dem Markt sieht man leider keine „Goldhälse“, wir müssen warten bis wir das Dorf Salong Khana erreichen.

Auf dem Weg zum kleinen Dorf besuchen wir einen kleinen Markt mit einheimischen Erzeugnissen. Die „Goldhals“ Frauen weben sehr geschickt verschiedene Designs für Schals. Jede dieser Frauen an den verschiedenen Ständen weben ein anderes Muster. Gerne schaue ich den geschickten Händen zu während Peter sein Bier trinkt. Fotos mache ich hier keine, ich käme mir als Eindringling vor.

Im Dorf Salong Khana führt uns ein junger einheimischer Guide durch das kleine Dorf. Zorro übersetzt, damit wir auch verstehen wie die Pflanzen heissen und wofür die alten und neueren Reis Speicher benützt werden.

Wir werden in einen Garten geführt, in welchem wir ausgestellt die Erzeugnisse des alten Mannes sehen. Er flicht aus dünnen Bambusstreifen hübsche Körbchen, Behälter, aber auch grosse Platten, von welchen eine ganze Familie essen kann. Es gibt noch heute Familien, welche das ganze Essen in die Mitte stellen und alle von diesem grossen, mit einem natürlichen Pflanzenleim behandelten, Behälter mit den Händen essen. Mit den Händen essen die Einheimischen sowieso, ausser sie sind in einem Restaurant, dort wird mit Gabel und Löffel oder mit Stäbchen gegessen.

Die „Langhals Lady“, welche wir im Haus besuchen webt an einem der Tücher. Gleichzeitig werden wir mit Tee Willkommen geheissen.

Zu einem nächsten, ganz speziellen Haus werden wir geführt. Wir besichtigen den Living Room, der gleichzeitig auch Küche ist. Eine Feuerstelle in der Mitte ist gut eingerichtet mit vielen Gewürzen und Zutaten. Tee gibt es sowieso, wir probieren aber auch Wein aus Korn. Die Feuerstelle dient auch als Mittelpunkt der Familie, denn auch hier kann es im Winter Null Grad werden.

Der grosse Raum daneben ist leer, nur ein Teppich liegt in der Mitte. Wenn jemand stirbt, erfahren wir, liegt der Verstorbene in der Mitte des Teppichs und das ganze Dorf kommt, sitzt darum herum und spielt auf den Panflöten, welche an der Wand hängen. Wir probieren das Spielen auf den Bambusflöten, natürlich kann ich das noch ein wenig. Ganz spontan begleitet mich die Lady mit einer zweiten. Danach spielt und singt die Lady zur Gitarre, ich versuche mich auch auf dem viersaitigen Instrument. Der Boy bringt sofort seine „richtige“ Gitarre um mich spielen zu lassen. Leider fehlt die sechste Saite, so dass ich mein einziges Stück, welches noch ein wenig intus ist, nicht zum Besten geben kann. Eine Art Geige und Bratsche gibt es auch an der Wand, auch hier fehlen Saiten.

Wir erfahren, dass ein Mädchen mit sieben Jahren bereits neun Goldringe um den Hals geschmiedet bekommt. Mit zwölf Jahren werden diese entfernt und dreizehn Ringe werden neu angepasst. Mit zwanzig Jahren bekommt eine Frau die endgültige Anzahl Ringe von fünfundzwanzig oder sechsundzwanzig Stück, wobei die grössten und untersten sechs Ringe einzeln um den Hals liegen, damit diese zum Schlafen oder Arbeiten gelöst und nach oben geschoben werden können.

Im Garten des Hauses werde ich zunächst in eine kleine Goldhals Lady verwandelt, mit neun Ringen, bevor wir wieder Tee erhalten und das Feilschen (um 60 Rappen) losgeht. Peter will für seine Tochter zwei Armreifen kaufen. Er zahlt den vollen Preis, dafür bekomme ich als Geschenk einen Silberring. Jetzt sind alle glücklich!
Ich habe wirklich das Gefühl dass die Menschen sich freuen uns das alles zu zeigen. Ein besonderes Erlebnis. So etwas habe ich noch nie gesehen!

Schreibe einen Kommentar