Abschied und Fahrt zum Flughafen mit Herzklopfen

Abschied und Fahrt zum Flughafen mit Herzklopfen
Alajuela, Costa Rica
Alajuela, Costa Rica Letzte Nacht habe ich nicht gut geschlafen, lange bin ich wach gelegen und hatte Angst. Das erste Mal in meinem Leben habe ich Angst vor dem Fliegen. Von einer Minute zur anderen wird mir bewusst dass wir ja mit Air France und über Paris nach Zürich fliegen – und das alles ein paar Tage nach dem verheerenden Terroranschlag in Paris ! Sollen diese kaputten Menschen so eine Macht über mich ausüben? Ja sie tun es, aber nur vorübergehend, denn letztendlich habe ich die Wahl… Terror in irgend einer Form ist in meinen Augen das verwerflichste was man tun kann, unschuldige Menschen, unbewaffnet, an irgendeinem Fest einfach abzuknallen, eine Feigheit ohnegleichen, und alles unter dem Deckmantel einer besseren Religion und einem besseren Leben im Jenseits – was für Auswüchse! Wohin führt unsere Zeit? Der Morgen bricht wunderschön an und wir geniessen unser letztes Frühstück in unserem Bungalow. Gepackt ist schnell, einerseits haben wir ja Übung, andererseits ist auch nicht viel mit dabei. Das ist für mich wohl das Schönste am Reisen, ohne Ballast und ohne viel Gepäck die Erfahrung zu machen dass man genug hat, drei Paar Hosen, ein Strandkleid und bequeme Schuhe, mehr braucht es kaum. Ein Regenschirm und eine Jacke, dann ist man auch für schlechtes Wetter gerüstet. Aber ohne mein I-Pad, meine Bücher im E-Book, die würden mir fehlen. Das Schreiben des Blogs ist für mich eine schöne Erfahrung. Immer wieder die Erlebnisse und Gedanken zu reflektieren und nieder zu schreiben, was für eine Wohltat. Oder Abtauchen in die Bücher welche mich in die Welt der Phantasie entführen, ein besonderes Erlebnis. Unsere Fahrt heute soll direkt über Sarchi und Grecia zum internationalen Flughafen von San Jose führen. Die Strasse Richtung San Ramon ist schnell gefunden, nur irgendwo steht da eine Tafel mit dem handschriftlichen Vermerk dass diese Strasse geschlossen sei und man eine andere benützen müsse. Um sicher zu gehen fragen wir einen Anwohner in der Nähe. Tatsächlich müssen wir einen Umweg über eine Nebenstrasse nehmen. Wie die Nebenstrassen in Costa Rica aussehen habe ich schon ausführlich beschrieben, hier gibt es auch schon bald wieder Asphaltbelag. Nur jetzt stehen wir, stehen – vor einer Anhöhe und es geht nicht weiter. Die Autos der anderen Seite kommen uns in Abständen immer wieder entgegen, nur auf unserer Seite rollt gar nichts mehr. Nach fast zwei Stunden sind wir durch diesen Engpass endlich durch und stellen fest, dass wohl die langen und grossen Lastwagen jeweils in der Passage des Rotlichts stecken geblieben sind, weil die Fahrzeuge auf der Gegenfahrbahn zu nahe an der Mitte gestanden sind, so konnte unsere Seite während der Grünphase fast nie weiterfahren. Zum Glück sind wir früh aufgebrochen, eine Stunde haben wir einkalkuliert betreffend Verkehr, nur jetzt sind es zwei! Sarchi, der kleine Ort auf unserem Weg ist eine Handwerksstadt mit viel Tradition. Hier werden die Ochsenkarren bemalt, welche so typisch für Costa Rica sind. Nur ist es jetzt Mittagszeit und alles scheint geschlossen, ausser ein paar Touristengeschäften, welche wir tunlichst meiden. Die Fahrt geht weiter nach Grecia wo eine schöne Kirche steht. Auch um diese zu besichtigen bleibt uns jetzt keine Zeit mehr, denn die Strasse zum Flughafen zu finden ist jetzt unser Ziel. Von Ferne bestaunen wir die Kirche und fahren weiter. Die Autovermietung zu finden ist nicht ganz so einfach, aber die Abgabe erfolgt dann erstaunlich schnell. Keinerlei Diskussionen, sogar den Abfall sollen wir im Auto lassen, und wir werden im Shuttle zum Flughafen gebracht. Eine Flughafengebühr muss noch bezahlt werden und schon sind wir am Gate. Der Flug nach Panama City dauert nur 1 1/2 Stunden und wir staunen über den schönen Flughafen. Auch hier müssen wir wieder durch die Sicherheitskontrolle, verständlich aber mühsam, sind wir doch „nur“ im Transit. Jetzt kommt der lange Flug mit Air France von Panama City nach Paris, ein Nachtflug und ich kann fast die ganze Zeit schlafen. Guten Morgen in Paris!
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