Südostasien 2015

Reise nach Vietnam, Kambodscha, Laos und Thailand
30. Dezember 2014 – 25. Februar 2015

Yok Don Nationalpark

Yok Don Nationalpark
Buôn Đôn, Vietnam
Buôn Đôn, Vietnam Ungefähr um 8.00 Uhr soll der Bus Richtung Buon Don fahren. Ungefähr um acht Uhr bin ich an der Haltestelle und versuche herauszufinden welchen Bus ich denn nun stoppen soll. Eine junge Vietnamesin sitzt auf der Bank und wartet offensichtlich auch auf einen Bus. Da sie nur gerade yes und no sprechen kann, muss ich mich mal wieder mit Händen und Füssen verständigen. Sie holt ihr iPhone hervor und gibt mir die Google Übersetzung zu lesen. Wir hätten den Bus verpasst, und ich müsse einen pink/grünen Bus nehmen, der mich zum Nationalpark bringe. Wieder erlebe ich die selbstverständliche Hilfsbereitschaft. Alle sprechen auf mich ein und wollen helfen, nur verstehe ich leider nur gerade Yok Don, denn das ist mein Ziel. Die Fahrt im Bus führt mich durch das „richtige“ Vietnam. Eingepfercht inmitten von Marktfrauen mit ihren Körben, Männern mit Taschen und Säcken in allen Grössen, Farbkübel dürfen auch nicht fehlen, sitze ich und schaue die schönen Dörfer und Landschaften an, durch die wir fahren. Neben den üblichen kleinen Beton-Häuschen in Garagengrösse gibt es auch hübsche kleine Villen mit gepflegten Vorgärten. Die Landschaft ist geprägt von Landwirtschaft, vor allem Reisfelder, aber auch Viehwirtschaft und Gemüse- und Getreidefelder, soweit das Auge reicht. Obwohl ich meinen Zettel dem Fahrer gezeigt hatte, fährt er am Nationalpark vorbei, zum Glück kann ich hier die Schrift lesen, so dass ich laut Stopp rufen kann. Der Eingang des Nationalparks ist gut beschildert und ich finde die Rezeption, of course hat man ein Zimmer für mich, einen Guide kann ich sicher für morgen haben, heute solle ich doch erst mal Elefanten Trecking machen, vielleicht könne ich am Abend mit einem Guide in den Wald. Auf meine Frage, ob ich denn auch alleine erste Erkundigungen machen könne, riet man mir davon ab, es sei zu nahe der kambodschanischen Grenze. Die Gästehäuser und das Restaurant des Parks wirken etwas heruntergekommen, Aber mein Zimmer für vier Personen finde ich recht hübsch, besonders liebe ich die rund ums Haus gehende Veranda, wo man gemütlich im Schatten sitzen kann. So habe ich mir früher das Leben in den Tropen immer vorgestellt. Ganz erstaunt ist man hier dass ich beim Mittagessen keine „westlichen“ Wünsche habe und sogar mit Stäbchen essen kann. Eine kleine Mittagspause wird vorgeschlagen und um 14.00 Uhr geht es zu den Elefanten, welche auf der anderen Seite des Flusses stationiert sind. Ich besteige meinen Elefanten, was etwas Mut erfordert, da das Tier einfach nicht näher ans Gerüst kommen will. Meine Beine sind wieder etwas zu lang für das Eisengerüst rund um den Sitz und ich schlage immer wieder meine Schienbeine an bis ich eine bequemere Position finde. Ich wusste ja, dass es nicht einfach nur sitzen ist, sondern vor allem festhalten. So steil bin ich noch nie zu einem Fluss heruntergestiegen. Aber das Erlebnis nachher auf dem Elefantenrücken mitten im Fluss in der schönen Natur zu stehen, einmalig. Wieder habe ich einen Führer der gerne fotografiert, diese Bilder sind alle auf meinem Fotoapparat. Wer Lust hat kann sie gerne nach meiner Reise bei mir anschauen. Ich habe sensationelles Glück mit dem Wetter. Gestern, als ich mich gegen einen weiteren Strandtag entschieden hatte, hat es, kaum war ich im Bus, geregnet. Bei meiner Ankunft schien dann die Sonne und heute ist strahlendes warmes Wetter, schöner könnte es nicht sein. Den Abend verbringe ich bei der Party am Lagerfeuer zu der ich eingeladen bin.

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Hiking im Yok Don Nationalpark

Hiking im Yok Don Nationalpark
Buôn Đôn, Vietnam
Buôn Đôn, Vietnam Der Morgen beginnt mit Frühstück inmitten all der Forst- und Nationalpark-Ranger in Uniform. Unsere Tour sollte um 8 Uhr starten, dann verzögert sich alles um eine Stunde. Macht nichts, ich habe ja Ferien. Ich hatte gestern noch ein langes Gespräch mit einer Studentin, welche hier ihr Praktikum macht. Dieser Park setzt sich sehr ein für die Erhaltung des riesigen Waldgebietes, samt Flora un Fauna. Es hat im Park Tiger, Elefanten (wilde), schwarzschenklige Kleideraffen, Gaur, Siam Krokodile und Kragenbären, neben verschiedenen Wildkatzen und über 245 Vogelarten. Einige dieser Tiere galten lange als ausgestorben, umso schöner ist es, dass es hier noch Vorkommen gibt. Jetzt bin ich schon drei Wochen unterwegs und es war noch nie langweilig. Das Land bietet so viel Abwechslung, und wenn ich einmal kurz keinen so glücklichen Moment habe, weil alte Wunden schmerzen, kann ich darauf zählen, ein SMS oder ein Mail von lieben Menschen erreicht mich immer genau dann wenn ich es brauche. Vielen Dank euch allen, die ihr an mich denkt und mir manchmal ein kleines Lebenszeichen zukommen lässt. Ich forme hier gerne das alte Sprichwort passend um: auf Reisen lernt man die wahren Freunde kennen. Mit Sonnenschutz und Insektenmittel versehen geht es auf zur Tour. Ich bin gespannt was ich alles sehen werde. Tuyen führt mich durch den Wald, und erklärt die Pflanzen, wofür sie als Heilmittel gut sind und welche giftig sind. Sie zeigt mir auch wo die Minderheiten im Nationalpark ihr Vieh weiden, Futter für die Tiere sammeln und Früchte des Waldes holen können. Es gibt Absprachen zwischen dem Hauptquartier des Parks und den Dörfern ringsherum, es ist ein geben und nehmen, und vor allem ein gemeinsames Schutzprogramm für die Umwelt. Yok Don ist der grösste Nationalpark Vietnams und umfasst 1’155 km2 Fläche. Der Weg führt zunächst durch den weissen, dann durch den gelben und anschliessend durch den roten Wald. Tatsächlich kann man an der vorherrschenden Farbe im Wald den Namen erkennen. Weiter führt mit Tuyen durch den „Klick-Klack“ Wald, dieser Name kommt daher dass die grossen dürren Blätter beim Drauftreten dieses Geräusch machen. Ich sehe viele Orchideen, welche man hier allerdings nicht sammeln darf, Vögel in allen Grössen und Farben, vor allem höre ich sie. Kreuz und quer führt mich meine Führerin, inmitten eines Bambuswaldes machen wir kurz Rast um die mitgebrachten Früchte zu essen. Das erste Mal esse ich Tamarinden direkt aus der Schote, bisher kannte ich nur die Tamarindensauce, wusste aber eigentlich nicht so genau aus welchem „Gewürz“ diese hergestellt wird. Von verschiedenen Süssigkeiten kenne ich den Geschmack auch. Bei der Wanderung durch die vielen welken Blätter beschleicht mich der Gedanke nach Schlangen, beruhige mich aber, dass es wohl hier keine Schlangen gibt wenn meine Führerin so unbeschwert los marschiert. Erst eine Stunde später offenbart mir Tuyen dass es zu dieser Jahreszeit viele Schlangen gäbe. Nun ja, ich bin zum Glück keiner begegnet. Viel zu schnell vergeht die Zeit und wir schlagen uns zum Fluss durch wo wir auf unser Boot warten, welches uns wieder zum Headquarter zurück bringt. Tuyen und ich vernetzen uns auf Facebook, was für eine tolle Sache. Wir haben besprochen dass ich beim nächsten Mal, wenn ich wieder komme, mindestens 2 – 3 Tage im Park unterwegs sein möchte. Das Wissen um die Heilpflanzen in der Natur finde ich ganz toll und ich erinnere mich an mein Vorhaben in Thailand die Heilpflanzen zu studieren. Nun Thailand wird es nich mehr sein, aber vielleicht gibt es irgendwo auf der Welt die Möglichkeit einen Workshop zu besuchen. In der Schweiz gibt es ja auch viele Heilpflanzen, welche ich kaum kenne. Es macht mich neugierig. Das erste Mal habe ich ein Ticket für die Weiterreise und würde eigentlich gerne noch etwas bleiben. Aber der Süden, mit dem Mekong Delta wartet auf mich und nachdem mir gestern die Studentin Bilder von dort gezeigt hat, bin ich froh dass mein Visum noch nicht so schnell abläuft.

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Ho Chi Minh City, Vietnam

Ho Chi Minh City, Vietnam
Ho Chi Minh City, Vietnam
Ho Chi Minh City, Vietnam Heute erlebe ich die Vietnamesen von einer andren Seite. Beim Check-In am Flughafen, beim Ein- und Aussteigen aus dem Flugzeug, ein Riesengedränge und Geschubse, jeder und jede will der / die Erste sein. Nichts von Rücksichtnahme oder geduldigem Warten. Ich bin wieder die einzige Touristin, was schon ein eigenartiges Gefühl auslöst, der Flug dauert aber nur etwa eine Stunde und die Grossstadt Ho Chi Minh City schluckt mich. Was für ein Unterschied zum beschaulichen Leben auf dem Land, von dem ich komme. Zunächst muss ich am Flughafen dem Taxifahrer vor der Fahrt ca. 15 USD in die Hand drücken, was für hiesige Verhältnisse ein immenser Preis ist. Ich habe allerdings noch keine Ahnung, wie weit es bis zum Hotel ist. Nach einer Weile merke ich, dass der Taxizähler zwar eingeschaltet ist, aber auf 12’000 Dong stehen bleibt (etwa 50 Rappen). Nun ich weiss mir wie immer zu helfen. Ich zücke mein kleines Notizbuch und Bleistift und notiere mir schon mal die Taxigesellschaft, samt Taxinummer und den angeschriebenen Fahrpreis. Nun habe ich eine grosse Schrift und der Fahrer sollte das ja auch durchaus mitbekommen. Er brummte etwas von „Taximeter died“, ich liess durchblicken dass ich ja schon bezahlt hätte und mir alles aufschreibe. Auf einmal war der „tote“ Taximeter am laufen, und das mehr als doppelt so schnell wie angeschrieben. Trotz Umwegen (ich merke sehr wohl wenn man mich zum zweiten Mal um den gleichen Häuserkomplex fährt) erreicht der Fahrpreis keine 300’000 Dong. Beim Hotel angekommen gibt’s ohne weiteres Rückgeld, ich muss nicht mal danach fragen. Das erspart mir eine e-mail Reklamation bei der Taxizentrale und dem Fahrer Ärger. Auch im Hotel sind die Angestellten zwar korrekt, aber nicht ganz so freundlich wie bisher erlebt. Das ist mal was anderes, ich bekomme gerade noch einen Stadtplan in die Hand gedrückt, das ist das höchste der Gefühle. Zum Glück bin ich im Zentrum, so dass ich einfach zu Fuss losgehen kann. Auch hier eine riesige Markthalle und Strassenmärkte an allen Ecken und Enden, aber auch zum ersten Mal seit ich in Vietnam bin Bettler, welche recht penetrant Geld fordern. Meine erste Tat ist eine Reiseagentur anpeilen um meine letzten 10 Tage in Vietnam sinnvoll zu planen, so dass ich noch möglichst viel sehe. Ich verrate heute noch nicht mehr, damit es eine Überraschung bleibt. Durch Märkte und Strassen schlendere ich ohne bestimmtes Ziel, bis ich den Tower sehe, wie sich herausstellt das höchste Gebäude in Vietnam mit einem Restaurant im 50. Stockwerk, ich muss fürs Restaurant nicht mal eine Eintrittskarte kaufen. Spontan entscheide ich mich, nun auch in Ho Chi Minh City im höchsten Gebäude zu dinieren (Bitexco Financial Tower). Es ist ein Luxus, den ich mir hier aber leisten kann. Ein Mojito zu Beginn, gleichzeitig die vielen Lichter der Stadt, ich denke an die anderen Tower die ich letztes Jahr geniessen konnte, das Hyatt Regency in Dubai, im schönen Drehrestaurant am Silvester mit Barbara, voll Verheissung für das neue Jahr, der Münchner Fernsehturm im Olympiagelände mit Theresia, was für ein Highlight im Mai. Und nun sitze ich hier und staune. Vergangene Nacht konnte ich nur wenig schlafen, da ich durch ein liebes Telefon mitten in der Nacht geweckt wurde, was ja nichts macht, ich habe Ferien. Da konnte ich mich mal in aller Ruhe durch Facebook klicken und habe aus Plausch einen kleinen Test gemacht, der aufzeigen soll dass der Körper und die Seele nicht gleich schnell altern. Mein emotionales Alter wurde dann mit 17 Jahren angegeben, da ich noch Träume und viele Pläne hätte, gerne reise und unternehmungslustig sei. Es ist doch toll, dass wir heute so viele Möglichkeiten haben, mit 17 wäre mein emotionales Alter wohl eher viel höher ausgefallen, da konnte ich mir auch noch nicht vorstellen, dass ich einmal so in der Welt herumkommen könnte, z.B. ein Flug nach Übersee war damals unerschwinglich und die Träume waren automatisch viel kleiner. Fazit: TRÄUME DEINE TRÄUME, ABER LEBE SIE AUCH, dann bist du wieder 17…… Werde ich in diesem Jahr tatsächlich Amerika und Japan bereisen? Ich freue mich schon auf die neuen Reise Blogs und viele neue Eindrücke.

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Saigon, Vietnam

Saigon, Vietnam
Ho Chi Minh City, Vietnam
Ho Chi Minh City, Vietnam Für mich ist diese Stadt immer noch Saigon, wie für viele Einheimische auch. Man spricht viel von Saigon und der Name begegnet mir überall. Zunächst gehe ich durch den Ben Thanh Market, der ganz in der Nähe meines Hotels liegt. Auch dieser Markt ist riesig und ich gehe einfach mal quer durch, inzwischen habe ich schon so viele Märkte gesehen. Immer wieder versuche ich irgendwie über die breiten Strassen zu kommen um zum Saigon River zu gelangen. Auch hier nicht ganz einfach, und bei der „Flusspromenade“ angekommen, die grosse Enttäuschung, es gibt nur eine „Autobahn“ mit ganz wenig Fussweg entlang des Flusses. Also wieder zurück Richtung Oper. Der zoologische Garten samt botanischem Garten liegt nicht weit entfernt und ich beabsichtige einen Besuch. Als ich nach dem nächsten Weg frage sagt man mir, dass heute alles geschlossen sei. Ich gehe nicht nachschauen ob das stimmt, ich gehe davon aus. Mein Fussmarsch geht weiter zur Kathedrale Notre Dame, gleich daneben befindet sich das alte Post-Offiice, was durchaus sehenswert ist. Das Revolutions- und das Kriegsmuseum besuche ich nicht. Es gibt auch hier, wie in Hanoi, ein Frauenmuseum, allerdings recht spartanisch ausgestellt, kein Vergleich mit Hanoi, dafür kostet es keinen Eintritt. Ein Rikschafahrer bringt mich zu einer etwas verdeckten Pagode und zum Independence Palace. Eine Rundfahrt auf dem Saigon River darf auch nicht fehlen. Es ist aber traurig zu sehen wie sich an einigen Stellen am Fluss der Abfall stapelt. Ich sehe einige wenige alte Schiffe, vor allem gibt es Frachtkähne, mit den entsprechenden Containern, ein Kreuzfahrtschiff liegt auch vor Anker. Ich habe noch viel Zeit und finde das Museum of Fine Art, welches wirklich sehenswert ist. Und nach dem stundenlangen Laufen ist jetzt eine Fussmassage fällig. Eine wohltuende Stunde lang massiert mir das Girl nicht nur die Füsse, sondern auch Arme, Beine, Kopf und Gesicht samt Nacken. Ich bekomme sogar eine Gurkenmaske während der Massage. Das war bisher wohl die beste Massage die ich erlebt habe. Sehr kräftig, bis auf meine Zehen, welche sehr sorgfältig gedehnt werden. Damit ich morgen nur mit kleinem Gepäck reisen kann bringe ich den Rest in mein Hotel, welches ich für die zwei Nächte nach dem Ausflug zur Insel gebucht habe. Ausnahmsweise leiste ich mir mal eine etwas teurere Bleibe. Beim Abgeben des Koffers hat in der Lounge ein kleines Orchester zur Happy Hour gespielt, leider hat mein Taxi draussen auf mich gewartet, sonst hätte ich gerne den Klavierklängen bei einem Drink gelauscht. Also, jetzt bin ich reif für die Insel…., da kommt mir die Frage in den Sinn, welche oft gestellt wird, was würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen? Ich hoffe sehr und nehme für sicher an, dass „meine“ Insel nicht einsam sein wird, und ich nehme ausser Bikini, Pareo, Flip Flop nur noch Shorts und zwei Strandkleider mit. Mit meinem iPad habe ich ja meine etwa 20 Bücher und meinen Blog mit dabei. Also bald mehr vom hoffentlich einsamen Strand…..

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Phu Quoc, Insel im Golf von Thailand

Phu Quoc, Insel im Golf von Thailand
Phú Quốc, Vietnam
Phú Quốc, Vietnam Mein Flug heute Morgen bringt mich auf die Insel. Phu Quoc ist die grösste Insel Vietnams und liegt im Golf von Thailand. Mit einer Höchstlänge von 50 km und einer Höchstbreite von 25 km ist sie Heimat für etwa 70’000 Einwohner. Sie soll wie Ko Samui vor 30 Jahren sein. Ich bin gespannt was mich erwartet. Ist es wirklich so toll wie die Bilder verheissen? Flüge als solche gehen zwar deutlich schneller als Busfahrten, jedoch erscheint es mir anstrengender. Zuerst die Fahrt im Taxi zum Flughafen, dann die Suche nach dem richtigere Check In Schalter, anstehen in der Kolonne, Sicherheitskontrolle, Weg zum richtigen Gate und wieder warten. Im Flugzeug wieder warten bis der Start endlich erfolgen kann, kurzer Flug von einer Stunde, dank Handgepäck sofortiges ankommen. Insgesamt bin ich bis jetzt bereits vier Stunden unterwegs. Da ich keine Hotelreservation habe bespreche ich mit einem Taxifahrer, dass er mich zu einem ruhigen Resort, „nice and cheap“ bringen solle. Ich brauche keine vier Sterne, ich möchte nur ein Bungalow am Strand, mit einem Restaurant in der Nähe wäre optimal. Der Taxifahrer versichert mir, dass er solche Orte kenne und mich zu zwei drei Ressorts bringen will, Taximeter hat er auch. Also los, auf ins Inselparadies. Bei einer Abzweigung erzählt er mir, dass dort unten am Strand Bungalows seien, ich aber doch zuerst noch die Perlenzucht anschauen könne, es sei gratis. Da ich weiss dass der Taxifahrer irgendwelche Vergünstigungen erhält wenn er Kunden bringt, tue ich ihm den Gefallen und lasse mir gerne die verschiedenen Perlen zeigen. Der grosse Verkaufsraum mit wunderschönen Stücken soll zum kaufen einladen, nur ich will ja reisen und nicht mein ganzes Geld in enem Schmuckstück anlegen. Natürlich gibt es bei der Abzweigung dann doch keine Bungalows. Ich werde nacheinander zu zwei grossen Resorts in der Stadt geführt, hier sei es nah zum Night Market und zum Strand auch nur zwei Kilometer…. Hier will ich nicht bleiben, die Anlagen sind mir viel zu gross und ich brauche keinen Night Market, ich hatte genug Märkte so far, Eine weitere lange Fahrt bringt mich endlich aufs Land, zu einem wunderschönen Strand, mit einem sensationellen Resort, das „nice“ eindeutig gegeben, aber „cheap“? Auch hier will man mir Discount geben wenn ich fünf Nächte bleibe, eine Nacht kostet „nur“ USD 525 im günstigsten Bungalow, Seaview Bungalows sind leider schon alle ausgebucht. Geld scheint die Welt wirklich zu regieren, es ist für mich unvorstellbar, dass man so viel Geld für eine einzige Nacht ausgeben soll, insbesondere wenn man bedenkt, dass ich die letzten 14 Tage für den Preis einer einzigen Nacht hier übernachtet habe. Nach 2 1/2 Stunden Taxifahrt durch die halbe Insel resigniere ich. Ich gebe mich mit einem nicht all zu grossen Resort, neben xxxx anderen, zufrieden. Es ist zwar nicht das was ich mir gewünscht hätte, aber der Garten ist recht hübsch, es hat einen Swimmingpool und ein Restaurant. Ein Strand Bungalow wäre zwar noch frei, aber für den Unterschied von USD 50 pro Nacht gehe ich gerne die paar Schritte zum Strand. Ich bin nun in einem recht bescheiden eingerichteten Bungalow für USD 70 pro Nacht untergebracht und stelle fest, dass ich schon weit hübschere Zimmer für nicht mal einen Drittel hatte. Ich bin offensichtlich ins St. Moritz von Vietnam gekommen und die Erwartungen, welche die schönen Bilder im Internet auslösten, wurden bis jetzt ganz und gar nicht erfüllt, ich weiss zwar nicht wie Ko Samui vor 30 Jahren war, ich habe es das erste Mal vor 9 Jahren gesehen, doch scheint mir der Artikel über die Insel sehr rosa gefärbt zu sein, Nun auch der erste Eindruck kann täuschen, wie wir alle wissen, ich habe ja einen Strand, einen Swimmingpool, genug zu lesen mit, und vielleicht entdecke ich doch noch meinen „Traumstrand“.

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Inselleben

Inselleben
Phú Quốc, Vietnam
Phú Quốc, Vietnam Die Stunden fliessen zäh wie Honig ineinander, die Gedanken sind so träge wie mein Körper. schwimmen im Meer wechselt sich ab mit lesen auf dem Liegestuhl am Strand, schwimmen im Swimmingpool und lesen auf dem Liegestuhl am Swimmingpool. Dazwischen mache ich Siesta im Zimmer, leider fehlt mir die Hängematte auf meiner kleinen Terrasse. Die Anlage ist recht angenehm, auch wenn es mir vorkommt, als wäre ich in einer Seniorenresidenz gelandet. Ein einziges Paar ist unter 80 Jahre alt, de anderen sind zum Teil deutlich älter. Eigentlich eine gute Alternative zu einem Seniorenheim in unseren Breitengraden und der Tagessatz ist deutlich günstiger, vor allem wenn man sich die Kosten für den Bungalow durch zwei teilen kann. Es ist schön die alten Ehepaare zu beobachten die sicher schon fast 60 Jahre verheiratet sind und sich hier einen schönen Sommer mitten im europäischen Winter gönnen. Wie schon früher, wenn wir mal das Glück hatten in einem Hotel ein paar Nächte zu übernachten, kann ich sehen wie sich einige Ehepaare nichts mehr zu sagen haben. Sie sitzen einfach am Tisch, essen schweigend ihre Mahlzeit um dann genau so schweigend aufzustehen und sich an den Strand zu begeben, oder eben zur Siesta ins Bungalow. Andere hingegen unterhalten sich, lachen, sprechen mit dem Personal und den anderen Gästen, alle kennen sich, es scheint wirklich eine eingeschworene Gesellschaft zu sein. Nur sehe ich heute, im Gegensatz zu früher auch die Möglichkeit, dass die Vertrautheit, gewachsen über die vielen gemeinsamen Jahre auch eine Art des verstehenden Schweigens hervorrufen kann. Man muss gar nicht mehr miteinander sprechen und weiss doch genau was das Andere möchte. Auch das ist ein wunderschöner Gedanke. Wie schön wäre es wenn jetzt meine Mutter mit mir hier wäre. Wir könnten es zusammen geniessen, lesen, am Strand spazieren und schwimmen. Und unsere Gespräche bei Tisch wären sicherlich anregend. Vielleicht finde ich ja noch eine Ferieninsel bei uns in der Nähe, damit die lange Flugreise wegfällt. Auf jeden Fall werde ich wieder mit ihr nach Bad Wörishofen fahren, ich freue mich schon. Meine Kinder würden mich jetzt auslachen: „jetzt bist du in den Ferien und machst schon Pläne für die nächste Reise“. Tatsächlich freue ich mich schon jetzt auf meine nächsten Reisen, aber ich geniesse wider Erwarten auch die ruhigeren Tage auf der Insel. Mir geht so einiges durch den Kopf, vor allem wie meine Weiterreise aussehen soll. Dabei gab mir letzte Nacht ein Spruch im Facebook zu denken, „stop looking for happiness where you have lost it“ Ich lasse es auf mich zukommen, jetzt ist noch nicht die Zeit für weitere Entscheidungen. Die Lichter beim Swimmingpool gehen an und geben ein angenehmes stimmungsvolles Licht. Wie freue ich mich, dass ich endlich wieder so richtig los schwimmen kann.

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Sun, Fun and nothing to do….

Sun, Fun and nothing to do….
Phú Quốc, Vietnam
Phú Quốc, Vietnam Die Wellen schlagen in unregelmässigen Abständen an den Strand, die Mangroven bieten genügend Schatten und der Strand lockt zu langen Wanderungen, welche recht anstrengend sind in dem sehr weichen Sand. Meine Füsse werden es mir danken und hier merke ich besonders gut, dass sich meine Füsse nach der Operation grossartig regeneriert haben. Es könnte ja auch ganz anders sein. Nach dem Frühstück erkunde ich mal auf beide Seiten „meinen“ Strand um dann schon bald bei einer Massage zu landen. Wie werde ich diese Massagen vermissen wenn ich wieder in der Schweiz bin. Der grosse Vorteil ist auch, dass man gleich mit Kokosöl eingeschmiert ist, sogar der Rücken, und die Sonne dann auch ruhig einmal auf die Haut scheinen darf. Lesen, welch ein Genuss, ich lese in einem Zug mein viertes Buch durch seit ich hier bin. Ich habe Kriminalromane wieder entdeckt, ich fand die eigentlich lange Jahre ziemlich doof, aber jetzt muss ich feststellen, dass es durchaus spannende gibt, ich habe das Glück, dass ich mir zwei solche Exemplare „heruntergeladen“ habe. Ein Spaziergang durch das kleine Dorf, vielmehr der Strasse entlang, bringt etwas Abwechslung. Ich entdecke eine Tapas Bar und geniesse einen kühlen Weisswein mit ein paar Häppchen. Zum Lunch habe ich mir am Strand von einer Verkäuferin Papaya gekauft. Nur scheint es hier ganz und gar unmöglich zu sein eine einzige Portion zu bekommen, obwohl ich nur einen Finger aufhielt zum bestellen, ich bekomme, wie schon gestern, zwei Portionen, so habe ich den Nachtisch für heute Abend bereits im Kühlschrank. Nichts zu tun zu haben ist so verlockend wenn man bei der Arbeit, im Alltag so sehr beschäftigt ist. Die zwei Tage Nichtstun sind für mich jetzt auch ganz OK, aber wie lange? Ich habe eigentlich die Idee dass ich immer mal wieder ein neues Projekt, eine neue Herausforderung brauche, Es kommt auf das Mass an. Dieses Gleichgewicht zwischen Anspannung und Entspannung, das scheint mir für mich richtig. Wie lange könnte ich reisen, ohne dass es mir verleidet? Ich weiss es nicht, bisher war ich noch nie so lange unterwegs dass ich es nicht mehr ausgehalten hätte. Vielleicht wäre es mal einen Versuch wert?

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Fun ? Nicht nur…

Fun ? Nicht nur…
Phú Quốc, Vietnam
Phú Quốc, Vietnam Wo soll ich beginnen? Was soll ich schreiben? Heute fällt es mir zum ersten Mal schwer meine Erlebnisse und Gedanken hier nieder zu schreiben. Die Morgensonne weckt mich nach unruhigem Schlaf. Mitten in der Nacht erhielt ich die traurige Nachricht, dass eine starke Frau, Mutter, Gross- und Urgrossmutter im Alter von 94 Jahren verstorben ist. In Gedanken bin ich bei den Menschen die jetzt um sie trauern. Welche Spuren hat diese Frau in den Herzen ihrer Lieben hinterlassen? Ich kann es nur erahnen. Diese Spuren werden bleiben, und das ist letztendlich das tröstliche, nur nicht im Moment. Was kann man in so einem Moment sagen? Am besten nichts, denn aus Erfahrung weiss ich wie nichts sagend, ja verletzend die Allgemeinplätze sind, die gutmeinende Mitmenschen üblicherweise von sich geben. Der Tod ist so endgültig, Abschied von einem geliebten Menschen zu nehmen so schwer, niemand kann wirklich helfen. Die Gedanken sind frei…………… und haben keine Grenzen. Gerne will ich heute etwas mehr von meiner Ferieninsel sehen, ich versuche einen Fahrer mit Motorbike zu finden. An der Rezeption hilft man mir gerne, erlaubt sich aber einzuwenden, dass das viel zu teuer sei und ich besser eine Tour durch den Süden der Insel buchen solle. Meine Frage, ob diese Tour Einblick in die Landschaft und die kleinen Orte biete, wird vehement bejaht. So leicht kann man mich überreden, wobei ich inzwischen festgestellt habe, dass die Menschen in Vietnam eher ängstlich sind und einer „älteren“ Dame (MIR?) nicht mehr viel zutrauen. Eine „Kaffeefahrt“ ist das höchste der Gefühle. Mit einem kleinen Minivan werde ich um 9 Uhr beim Resort abgeholt, weitere 4 Personen steigen weiter vorne noch zu. Also los, ich bin gespannt. Zunächst geht es zu einer Sim Wine Factory, wo wir verschiedene Sirupe, Schnäpse und Weine degustieren können. Eine grosse Verkaufsfläche ist auch angegliedert. Es handelt sich um einen speziellen Wein aus Myrte. Zwei „Pearl Farms“ sind die nächsten Ziele. In der ersten werden uns wenigstens die Zuchtmethoden, die Farben und Formen der Perlen erklärt, eine Auster wird sogar aufgemacht um uns die kleine Perle zu zeigen. Auch hier soll wieder gekauft werden (ich sag’s ja, Kaffeefahrt). Eine Fabrik für Fischsauce ist unser nächstes Ziel. Schade kann man den Duft nicht fotografieren. Muss ich noch erwähnen, dass auch hier gekauft werden könnte? Coconut Prison, ein Gefängnis wo die Amerikaner die Aufständischen in den 70er Jahren gefangen hielten, soll noch besichtigt werden. Mehrere Reihen Stacheldraht zusätzlich zum grossen Zaun, den Wachtürmen und den Soldaten mit Hunden (mit Puppen lebensecht dargestellt) verunmöglichen jeden Gedanken an eine Flucht. Verschiedene Foltermethoden sind gleich beim Eingang beschrieben und mit lebensgrossen Puppen gezeigt. Schon hier möchte ich am liebsten umkehren, es ist kaum auszuhalten. Ich gehe noch ganz kurz in drei Wellblech-Baracken, in der Annahme, dass hier die Schlafräume, Küche, etc. für die Gefangenen waren. Richtig so, aber auch hier wird ein Blutbad nach dem anderen beschrieben und dargestellt. Etwas tröstliches sehe ich dann doch noch, die Gefangenen hatten ein „Gefängnis-Orchester“, hoffentlich konnte die Musik den geplagten Seelen einige Minuten des Friedens schenken. Nach diesen ersten Eindrücken bin ich aus dem Gefängnis raus gegangen. Vielleicht bin ich zu dünnhäutig, aber dieses Leid, auch wenn es schon lange her ist, unbegreiflich und für mich kein Grund das in einem „Museum“ zu verherrlichen. Ich weiss es ist die traurige Geschichte dieses Landes, und vielleicht ist es gut für die Menschen, ihre Geschichte auf diese Art zu verarbeiten, aber muss es deshalb ein vielbesuchter Touristen Anziehungspunkt sein? Zur Mittagszeit sind wir am Sao Beach, meinem Traumstrand, und zufällig (es fällt mir zu….) treffe ich meinen Taxifahrer vom ersten Tag hier und ich kann ihm mitteilen, dass er mich hätte hierher bringen sollen. Die zwei Stunden Mittagspause benutze ich um feine Crevetten mit Gemüse und Cashewnüssen zu essen, am Strand zu spazieren und selbstverständlich zu schwimmen. Dieser Strand ist so toll, auch für kleine Kinder, welche hier herumtollen und ohne Gefahr ins seichte Wasser gehen können. Am Nachmittag wird uns noch eine Pfefferfarm und ein Fischerdorf, Ham Ninh, gezeigt. Alles immer nur ganz kurze Stopps. Ich freue mich schon auf das letzte Ziel der Tour, den Wasserfall. Wir halten in einem Park und wir erhalten die kurze Information, dass es heute keinen Wasserfall gibt, da Trockenzeit sei und es zudem EINEN Kilometer zu Fuss wäre. Ich frage, ob wir denn nicht trotzdem bis zum Wasserfall gehen könnten, ich würde mich sehr gerne ein wenig bewegen. Aber wo denke ich hin? Das ist nicht nur EINEN Kilometer hin, sondern auch wieder zurück, keine Zeit. Beim Resort werden wir wieder der Reihe nach „deponiert“. Vor meinem nächsten Asien-Aufenthalt muss ich unbedingt lernen Motorbike zu fahren, das würde so vieles vereinfachen.

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Kajaking

Kajaking
Phú Quốc, Vietnam
Phú Quốc, Vietnam Ich wusste es schon immer, Kajaking ist „mein“ Traum, die schönste Fortbewegungsart überhaupt. Ein neues und besonderes Erlebnis, ein Highlight dieser Reise. Schon früh bin ich wach und gehe zur Rezeption um für heute die Kajaktour an den Fluss zu buchen, welche ich letzte Nacht ausfindig machte. Gerne will man mir die in zwei Stunden startende Tour buchen, der Tour Operator werde in 10 Minuten zurück rufen. Um keine Zeit zu verlieren gehe ich schon mal frühstücken, um danach den Bescheid zu erhalten, dass die Tour ausgebucht sei. Mit meiner Inselkarte komme ich bald darauf wieder, und will gezeigt bekommen, wo sich der Fluss fürs Kajaking befindet. Man zeigt mir zwar den Fluss auf der Karte, will aber gleichzeitig wissen, dass es dort nicht möglich sei ein Kajak zu mieten. Meine Antwort kommt prompt, ob man denn davon ausgehe, dass jede Tour die eigenen Kajaks von hier mitschleppe? Inzwischen lasse ich mir nicht mehr alles ausreden. Ein Taxi ist schnell gefunden, das mich an den Cua Can River im Norden der Insel bringt. Bei einer kleinen Bootsvermietung steige ich aus, der Taxifahrer fragt mich auch gleich, um welche Zeit er mich wieder abholen solle. Ich vereinbare mit ihm eine Zeit drei Stunden später, so dass mir genug Zeit am und auf dem Fluss bleibt. Der nette Junge, der ein wenig Englisch spricht, zeigt mir zunächst die Ausflugsboote, die er auch fahren würde. Ich will aber endlich mal in einem Kajak fahren, wie oft hatte ich mir dies in den vergangenen Jahren gewünscht, und genau so oft wurde mein Wunsch nicht gehört. Ich versuche meine Frage nach einem Guide verständlich zu machen, da ich mich am Fluss nicht auskenne. Das sei nicht möglich, jedoch sei es den Fluss aufwärts nicht schwer den Weg zu finden, es werde nur immer schmaler. Nochmals frage ich nach, gibt es wirklich nur diesen einen Flussarm? Es sei nicht schwierig versichert mir der Boy und will mir für alle Fälle seine Telefonnummer auf dem Handy speichern. Nur kennen weder er noch ich die Landesvorwahl für Vietnam, es dauert eine Weile bis er versteht, dass mir seine Telefonnummer ohne Vorwahl mit meinem Schweizer Handy nichts nützt. Ich gebe alle meine Sachen zur Aufbewahrung ins Haus, denn weder Fotoapparat noch Handy sollen nass werden. Ein Bild von mir macht er noch vor meinem Aufbruch ins Abenteuer. Die ersten Paddelschläge sind noch etwas rasch und unregelmässig, aber bald habe ich den Rhythmus raus. Die Fahrt flussaufwärts kann beginnen. Es ist ein Genuss, eine Freude ganz allein in dieser Ruhe, immer im gleichen Rhythmus meinen Weg immer tiefer in die grüne Natur zu machen. Die grüne Wasserstrasse, mit nur leichtem Gefälle, zeigt sich von der schönsten Seite. Auf beiden Seiten immer wieder wechselnde Ausblicke. Hauptsächlich Mangroven, aber auch Laubbäume, Palmen und blühende Büsche wechseln ab mit Schilf und Felsen. Immer wieder höre ich Vögel und wenn ich das Paddel ganz sachte einsetze mache ich kein Geräusch, so dass ich die dazugehörenden Vögel auch beobachten kann. Fliegende Fische tanzen auf der Wasseroberfläche, Licht und Schatten zeichnen immer neue Figuren, Blasen steigen vom Grund auf und kleine Wellen gibt es da und dort. Da der Fluss nicht sehr tief ist, erkenne ich bald, dass dort wo Äste im Flussboden stecken Untiefen sind, die zwar meinem Kajak vermutlich nichts gemacht hätten, aber sicher ist sicher. Zwei Abzweigungen gibt es dann doch, und ich merke mir ganz genau den kahlen Baum mit den zwei daneben liegenden Stämmen, dort muss ich auf meinem Rückweg rechts vorbei, und weiter oben ist es noch einfacher, wieder rechts vorbei, dort wo ein blaues Fischerboot am Ufer liegt. Über eine Stunde paddle ich den einsamen Fluss hinauf und geniesse diese Stimmung, diese Ruhe und die gleichmässigen Bewegungen. Ich freue mich so von Herzen, dass ich hier sein darf, dass ich das erleben darf, es ist unbeschreiblich. Das paddeln strengt mich überhaupt nicht an, ich könnte ewig so weitermachen. Aber jetzt muss ich trotzdem an den Rückweg denken. Die Strömung ist kaum merklich, deshalb ist auch stromabwärts paddeln nötig, besonders gegen Ende der Fahrt kommt mir ein recht kräftiger Wind entgegen, der ganz kleine Wellen den Fluss hinauf treibt. Ich weiss nicht, ob das eventuell die einsetzende Flut ist? Die Bilder des heutigen Reisetages sind nur in meinem Kopf, da aber unauslöschlich. Mein Reiseglück bleibt mir treu, ich bin so froh dass es heute keine Tour gab, so konnte ich meine Reise auf dem Fluss ganz alleine unternehmen und die vielen besonderen Eindrücke sammeln.

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Abschied von der Insel – Hotel Majestic

Abschied von der Insel – Hotel Majestic
Ho-Chi-Minh-Stadt, Vietnam
Ho-Chi-Minh-Stadt, Vietnam Jetzt heisst es Abschied nehmen von der Insel die mir einige Tage Ruhe „aufgezwungen“, aber auch wunderschöne Erlebnisse in der Natur beschert hat. Das Check out ist wie meistens eine recht umständliche Sache, hier hat man Zeit um alles dreimal zu rechnen und zu schreiben. Die Preise werden in den Hotels und Resorts in USD angegeben, aber bezahlen kann man nur in vietnamesischen Dong, da der ATM nur solche ausspuckt. Die Kursumrechnungen sind immer deutlich zu Gunsten der Hotels, und dann muss man unterschreiben, unterschreiben. Die eigene Rechnung, wenn man mit Kreditkarte bezahlt muss man neben der Eingabe des Pins auch noch drei gleiche Prints unterzeichnen. Mein Flug bringt mich wieder in knapp einer Stunde nach Ho Chi Minh City. Das Meer blinkt unter mir ganz türkis und hellblau, fast kitschig. Beim Taxistand lasse ich mich diesmal auf keine Kompromisse ein und bekomme ein Taxi mit einem „lebenden“ Taximeter, dieses Taxi bringt mich zum Hotel Majestic, wo ich meinen Koffer vor der Reise nach Phu Quoc deponiert hatte. Das Hotel Majestic ist ein koloniales Schmuckstück direkt am Saigon River. Es wurde im Jahr 1925 eröffnet und viele bekannte Persönlichkeiten aus Film und Politik sind hier schon abgestiegen. Überall hängen Bilder aus vergangener Zeit, das Haus selber ist eine Wucht. Man wird bedient wie eine Königin, will man zur Türe hinausgehen öffnen zwei livrierte Türsteher die schönen Tore und wünschen einen schönen Abend. Das erste was ich hier mache ist, mein schönstes Kleid anzuziehen und adäquat durch dieses Gebäude zu flanieren. Ich geniesse dieses Ambiente und die zuvorkommende Bedienung. Auch die Prachtstrasse, welche von hier Richtung Stadttheater führt ist sehenswert. Teure Geschäfte, edle Boutiquen wechseln sich ab mit gemütlichen Bars und schicken Cafés. Clubs mit Casino gibt es auch an der Dong Khoi. Es ist spannend wie unterschiedlich man gleich wahrgenommen wird wenn man mit einem schicken Kleid, anstatt den üblichen Reiseklamotten, durch dieses Edelquartier flaniert. Ich komme mir selbst fast vor wie in einem Film. In einem hübschen Café trinke ich einen Caramel Frappucino und schaue den vorbeigehenden Personen aus aller Welt zu. Den Klavierspieler im Hotel verpasse ich um etwa eine Stunde. Dafür spielt ein traditionelles vietnamesisches Orchester beim Abendessen. Ein Glas Weisswein darf nicht fehlen. In Da Lat wächst ein recht guter Wein, obwohl ich bisher keine Ahnung hatte dass es in Vietnam überhaupt Wein gibt. Ein weiterer Tag in Saigon wartet auf mich.

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