Südostasien 2015

Reise nach Vietnam, Kambodscha, Laos und Thailand
30. Dezember 2014 – 25. Februar 2015

Hanoi hat mich wieder

Hanoi hat mich wieder
Hoàn Kiếm, Vietnam
Hoàn Kiếm, Vietnam Morgens um 3.30 Uhr kommt der Zug in Hanoi an und ich werde vom Hotelangestellten direkt zum wartenden Taxifahrer gebracht, im Hotel erhalte ich ohne weitere Umstände einen Schlüssel und kann wieder ins Bett sinken. Sofort weiterschlafen geht zwar nicht, aber reflektieren ist ja auch ganz OK. Nach dieser Nacht im gleichen Abteil mit meiner „geliebten Feindin“ aus Kanada, kann ich auf einmal erkennen, weshalb mir diese Frau über den Weg geschickt worden ist. Das Zugabteil nur für uns führte auch zu dem von mir angeregten Gespräch, über Sa Pa, über das Reisen (sie ist drei Monate unterwegs), über Orte die wir beide schon gesehen haben, über unsere Reisephilosophie im allgemeinen, Austausch von Tipps für die Weiterreise etc. Michelle findet sogar, dass das Glück zu haben in einem Abteil zu sein, welches nur von zwei Personen besetzt ist auf MEIN Glück zurückzuführen sei, denn sie hätte kein Glück auf ihrem Trip nach Sa Pa. Selbstverständlich wird es ein gutes Gespräch und zunächst verstehe ich immer noch nicht, weshalb diese Frau ein Verhalten von mir auslösen konnte, welches ich eigentlich dachte schon lange abgelegt zu haben. Dann auf einmal fällt es mir wie Schuppen von den Augen. Die unzähligen Verletzungen der letzten Jahre haben meinem „inneren Kind“ so sehr zugesetzt, dass nur ein kleiner Auslöser nötig war um mein kindisches Verhalten von früher (Schneckenhaus) hervorzuzaubern. Ich verspreche meinem „inneren Kind“ hier in Hanoi, ICH, die Erwachsene lasse es nicht mehr zu dass du so verletzt wirst, DU darfst so sein wie du bist und dein facettenreiches Leben leben, denn alles was DU tust und fühlst ist richtig und gut! Was so eine Reise alles auslösen kann! Ich bin dankbar dass ich alle diese Erfahrungen machen darf und freue mich einfach. Den Titel meines Blogs will ich noch ändern. Neu soll er nicht mehr nur Abenteuer Asien heißen, sondern „Abenteuer Asien oder die Reise zurück zu mir selber“. Nun mache ich mich auf um die letzten „weißen Flecken“ auf meiner Touristen Landkarte von Hanoi noch abzuhaken. Das historische Museum hat heute offen und ich kann endlich eintreten. Eintreten in eine Geschichte voll von Kriegen und Aufständen, angefangen1931 und kaum enden wollend. Es hat vor allem Fotografien, handschriftliche Schriftstücke von Kriegserklärungen und Aufständen, auch einige wenige Bilder und Skulpturen, alles zeigt Krieg. Etwa 4 Zimmer ( von ca. 40) zeigen dann noch einige Gebrauchsgegenstände aus früheren Zeiten. Ganz zum Schluss ist eine Ausstellung von Kinderzeichnungen, auch die zeigen das Militär, Kriegsschiffe etc. sind jedoch farbenfroh und ich freue mich an diesen Zeichnungen. Mir wird so richtig warm ums Herz wenn ich als Vergleich an unser Landesmuseum denke. Wie glücklich können wir uns schätzen, dass unsere Geschichte nicht NUR Krieg ist, wie arm dieses Volk das erst wenige Jahre lernen konnte ohne Krieg zu leben. Unsere Kinder machen andere Zeichnungen! Flanieren durch die Stadt, ohne bestimmtes Ziel, folgt nun, unterbrochen von einem Café Besuch, ein Cappuccino mit illy Kaffee darf nicht fehlen. Neue und altbekannte Wege und Straßen, und ich stelle erstaunt fest, dass ich es gar nicht mehr so laut und turbulent empfinde wie an meinen ersten Tagen in Hanoi. Eine besondere Entdeckung mache ich noch fast neben meinem Hotel. Ich kehre noch im Hanoi Social Club ein. Gemütliche Sitzecken, wifi und eine tolle Getränke- und Speisekarte. Das Publikum ist jung, alle sprechen miteinander, lesen oder sitzen an ihren Laptops. Das Ambiente gefällt mir besonders gut, es ist so eine Mischung aus altem Haus, alten und neuen Möbeln, mit Bibliothek und vielen Bildern an den Wänden. Wie gerne wäre ich hier nochmals Studentin. Morgen früh werde ich zu meinem Trip zur Halong Bay starten und vermutlich vorerst meine Berichte nicht online stellen können. Bis so bald als möglich Helene

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Halong Bay

Halong Bay
tp. Hạ Long, Vietnam
tp. Hạ Long, Vietnam Die Fahrt mit dem Bus von Hanoi nach Halong City dauert mit Pause etwa vier Stunden. Der Weg führt durch die üblichen asiatischen Städte und Dörfer mit den vielen kleinen „Garagengeschäften“, größeren Einkaufs- und Möbelgeschäften, mit all den Auslagen direkt an der Straßen. Gemüse, Früchte, Matrizen, geschnitzte Möbel, Plastik- und Tongefässew in allen Größen säumen die Straße. Dazwischen viele bunte Reklametafeln, Hunde, Kinder, Männer und Frauen, und natürlich viele Mofas. Pause wird, wie könnte es anders sein, bei einem riesigen Einkaufsparadies für Touristen gemacht. Ganze Hallen, welche zur Zeit zügig und kalt sind, sind angefüllt mit verschiedenen Abteilungen in welchen man den Menschen direkt beim anfertigen zusehen kann. Es Werden wunderschöne Lackbilder gemalt, etwa 30 Männer und Frauen sitzen an den Tischen und bekleben zunächst die Holzplatten mit Eierschalen. In der nächsten Abteilung sitzen noch mehr Sticker und Stickerinnen und fertigen Bilder an mit asiatischen Sujets. Es folgt eine Abteilung mit Stein-Schnitzern, eine mit Taschen in allen Größen und Formen (wer mich kennt kann erahnen wie sehr ich mich hier zurückhalten musste) und natürlich auch Seidenkleider und -Stoffe, eine Pracht diese Farben. In jeder dieser riesigen Abteilungen arbeiten die Menschen in dicken Daunenjacken und ich kann erahnen wie heiß es hier im Sommer wird. Erstaunlich einfach ist dann das einchecken am Hafen. Das Tenderboot bringt die Passagiere zum Schiff, welches nun für eine Nacht mein Hotel ist. Mit mir kommen nur 12 Passagiere an Bord und wir werden herzlich willkommen geheißen mit einem Welcome Drink und können unsere Kabinen beziehen. Mein kleines Zimmer ist wunderhübsch anzusehen, ganz im alten Kolonialstil eingerichtet, gut riechendes Holz an Wänden und Decken, schön verziert und das Bad lässt nichts zu wünschen übrig. Endlich habe ich mal keine Innenkabine (hat es gar nicht) und ich kann in meinem Bett sitzen und aus dem Fenster schauen. Die Halong Bay ist tatsächlich wunderschön, so dass ich gerne auch die vielen anderen Schiffe (samt Touristen) ignoriere. Nur leider ist es die falsche Jahreszeit, hier sollte man bei blauem Wasser und Sonnenschein sein, jedoch scheint gerade jetzt die Hochsaison zu florieren. Gemäß unserer Führerin sei es am schönsten im September oder Oktober. Das Schiff V’Spirit fährt langsam durch die etwa 2’000 Inseln während wir einen hervorragenden Lunch im schön gedeckten Speisesaal serviert bekommen. Einzelne Speisen nacheinander in kleinen Schüsseln auf den Tisch gestellt. Angefangen mit Gurken/Rüeblisalat, gefolgt von Fisch, Krebsen, Reis mit Chickencurry , Satayspiessen, gemischtem Gemüse und Tintenfisch. Zum Dessert gibt es noch Wassermelonen. Ich sitze mit zwei jungen Frauen aus Singapur am Tisch und es ist anregend sie von ihrer Stadt erzählen zu hören. Das angehängte Tenderboot bringt uns zum „amazing cave“ einer 10’000 m2 großen Höhle auf der Insel Bo Hon. Diese Höhle ist riesig und eindrücklich wie alle Tropfsteinhöhlen. Bis kurz vor der Jahrtausendwende haben in dieser Höhle noch die Fischer gelebt, es hat sogar einen Süßwassersee und ich kann mir sehr gut vorstellen dass sich hier einige Sippen problemlos niederlassen konnten. Nun ist Kajaking angesagt. Obwohl es recht kühl ist will ich mir diesen Spaß nicht entgehen lassen. Die Schwimmweste übergezogen und auf zum nächste Anleger. Jetzt kann ich leider nicht mit einer zweiten Person ein Kajak teilen, denn die Anderen sind alle zu zweit. Ein Einerkajak steht nicht zur Verfügung, also bleibt mir nichts anderes als mit dem Ehepaar aus Malaysia in ein Bambusboot zu sitzen und mich rudern zu lassen. Ich nehme es mit Humor, schließlich hat es auch Vorteile: ich werde nicht nass und ich weiß einen schönen Platz in Südthailand wo ich bereits während den letzten beiden Wintern gerne hingegangen wäre…. Nun die Gelegenheit wird noch kommen und die Sonne wird scheinen. Auf dem Dach unsres Schiffes ist ein Tea samt Biskuit und Früchten für uns bereit und ich kann mich mit dem warmen Gingertee etwas aufwärmen. Dinner an einem neuen Tisch mit einem Paar aus Irland und einer kleinen Familie aus Neuseeland, mit dem etwa 4 jährigem Sohn Max, der mich sofort mit Beschlag belegt. Mein Englisch, welches ich eigentlich dachte sei pretty good, wird auf eine harte Probe gestellt. Irländisches „verschlucken“ und neuseeländische Aussprache, und die noch zusätzlich aus Kindermund. Ich habe mich tapfer geschlagen, und es wird viel gelacht an unserem Tisch. Die vielen aufgetragenen Speisen sind wieder köstlich. Fischen von Tintenfischen vom Schiff aus wird im Anschluss von Jung und Alt probiert, eine lustige Sache in lustiger Gesellschaft.

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Auf Wiedersehen Halong Bay und Weiterfahrt

Auf Wiedersehen Halong Bay und Weiterfahrt
tp. Ninh Bình, Vietnam
tp. Ninh Bình, Vietnam Tai Chi auf dem Top Deck mit der Aussicht auf die rundherum erwachenden Schiffe und Boote, noch ein neues Erlebnis. Alle Muskeln sind gedehnt und ich fühle mich noch besser, wenn das überhaupt möglich ist. Das Frühstück wieder in geselliger Runde und anschließend Hiking auf Cat Ba, schwimmen und Strand wäre auch eine Möglichkeit, von der aber kaum jemand Gebrauch macht. Ich spare mir das schwimmen für wärmere Gefilde auf. Nach dem Check out aus den Kabinen werden wir im Speisesaal in die Kunst der Zubereitung von frischen Spring Rolls eingeführt. Wir machen uns also quasi unsere eigene Vorspeise. Aufgepasst, es kann durchaus sein dass ihr euch bei meiner nächsten Einladung auch die Vorspeise selber machen müsst, es macht Spaß. Das Mittagessen können wir noch auf dem Schiff einnehmen, dann heißt es Abschied nehmen von Michelle, James und Max aus Neuseeland und von Jane und Marc aus Irland. Der kleine Max will sogar, dass ich mit Ihnen weiterreise, „you are my friend“ sagt er zum Abschied. Ich steige schon nach einer kurzen Fahrt aus dem Bus aus, der die anderen zurück nach Hanoi bringt. Irgendwo auf der Straße werde ich ausgeladen, denn Ngoc, unsere zuvorkommende Reiseleiterin dieser Tour, hat für mich organisiert dass der Bus nach Ninh Binh hier für mich hält. Im kleinen Restaurant wo ich warten soll bis mich der Busfahrer hole bekomme ich einen Tee, der nicht einmal etwas kostet. Und wirklich, keine halbe Stunde später kommt einer angerannt, packt meinen Rucksack und deutet mir ihm zu folgen, alles im Laufschritt. Ich habe nicht einmal mehr Zeit mich nochmals bei den netten Leuten zu bedanken. Kaum bin ich im Bus fährt er schon los, und dieses eilige Ein- und Aussteigen kann ich noch einige Male beobachten. Es gibt keine eigentlichen Busstationen, so wie ich es erkennen kann hält der Bus einfach an den von den Leuten angegebenen Stellen. Nach 4.5 Stunden Fahrt kommt der Busbegleiter zu meinem Platz und sagt …. Ninh Binh, nimmt wieder meinen Rucksack und wirft mich quasi zum Bus hinaus, schon fährt er wieder weiter. Ein Taxi steht natürlich auch gleich da, bei meinem Reiseglück, und da es schon halb sechs Uhr ist sage ich dem Taxifahrer einfach, er solle mich in ein nettes Hotel bringen. Nun bin ich im Xuan Hoa Hotel, habe ein Zimmer mit Heizung (warm wird es aber nicht richtig) und habe dank der heißen Dusche heute zum ersten Mal warm. Ein kleiner Spaziergang am Abend, damit ich sehe wo ich gelandet bin. Mein Hotel liegt durch einen kleinen See getrennt von der Hauptstraße, dadurch ist es recht ruhig.

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Ninh Binh und Weiterfahrt

Ninh Binh und Weiterfahrt
tp. Ninh Bình, Vietnam
tp. Ninh Bình, Vietnam Kalt ist OK, nass ist OK, aber nass und kalt eine grässliche Mischung. Nach dem Frühstück verziehe ich mich, samt allen Kleidern, wieder ins warme Bett um zu lesen. Wie gemütlich, endlich nehme ich mir mal wieder Zeit einfach zu lesen, mit dem wohligen Gefühl von schönen langen Schulferien, wie ich es als Kind hatte. Ich muss nichts und darf alles (als Kind musste ich jeweils zuerst meine mir zugewiesene Arbeit im Haushalt erledigen), dann unendliche Freiheit mich in die Phantasiewelt der Bücher zu vertiefen und in Gedanken zu reisen, zu reisen an Orte, von denen ich mir nie vorstellen konnte, jemals hinzukommen. Nun habe ich eine Vielzahl dieser „NUR erträumten“ Orte bereits besucht und bin immer noch so leicht in andere Länder, Menschen und ihre Geschichten zu entführen wie früher. Nun aber auf, ich bin ja bekanntlich wasserdicht und mit meinen vier Schichten werde ich wohl auch nicht zu sehr frieren. Da hier alles sehr weitläufig ist und zu Fuß leider nicht erreichbar, nehme ich mir einen Fahrer, der mich zum ewa 7 km entfernten Tam Coc bringt. Am wunderschönen Ngo-Dong Fluss kann man ein geflochtenes Ruderboot mieten um durch die Karstgebirge gefahren zu werden. Ich erhalte mein eigenes Boot, das spezielle ist, was ich bisher noch nie gesehen habe (schon wieder etwas Neues!), die Boote werden mit den Füßen gerudert. Das sieht sehr entspannt aus, aber ich kann mir vorstellen dass auch das ganz schön anstrengend ist. Ich bin entzückt, diese Fahrt auf dem Fluss, inmitten der eindrücklichen Landschaft, durch mehrere Tropfsteinhöhlen, dafür allein hat sich die Fahrt hierher gelohnt. Die Fahrt dauert etwa 1 1/2 Stunden, viel länger als ich angenommen hatte. Weiter hinten, vor der Höhle sehe ich einen wirklichen „floating market“, bestimmt auch für die Touristen, aber viel authentischer als der Touristen-Abklatsch den sie in der Nähe von Bangkok abhalten. Ich will wie immer nichts kaufen, die geschickte Händlerin gibt mir jedoch zu verstehen, dass mein Ruderer ein Getränk und etwas zu essen braucht. Diesem Argument kann ich nicht widerstehen. Nass und kalt, aber tief zufrieden verlasse ich mein Boot und kann mich im Auto aufwärmen (der wärmste Ort hier). Weiter geht meine private Fahrt zum Thai Vi Tempel ganz in der Nähe. Wieder mitten durchs Karstgebirge, entlang des Flusses, atemberaubend schön. Der Tempel selber scheint etwas heruntergekommen, dennoch vermittelt er eine ehrfürchtige Atmosphäre. Ich befinde mich im roten Flussdelta, in der sogenannten „trockenen Halong Bucht“. Eine der Sehenswürdigkeiten ist Hoa Lu, die einstige Königstadt aus dem 10. Jahrhundert. Diese liegt etwa 12 km westlich von Ninh Binh. Leider ist von den ersten Palästen nur eine kleine Ausgrabungsstelle erhalten geblieben. Im 17. Jahrhundert errichtete man den Herrschern und ihren Familien Gedenktempel, einer davon ist momentan in Renovation. Eine nette Dame, die trotz des strömenden Regens dort Bücher und Karten verkauft erklärt mir dies und weist mir den Weg zum zweiten Tempel, dem ich gerne folge. Die Fahrt führt auch an Trang An vorbei, durch hübsche Dörfer, welche von den Hauptstrassen aus nicht ersichtlich sind. Die meisten Häuser sind zwar alt, aber sie und ihre Umgebung sind gepflegt und sauber. Es scheint nett zu sein hier zu wohnen. Die Bewohner tun ihr Möglichstes um dem Schmutz und Schlamm Herr zu werden. Im Hotel freue ich mich auf eine heisse Dusche. Um endlich wieder warme Füsse zu bekommen, leider kommt nur kaltes Wasser. Zum Trost bringt man mir einen heissen Gingertee, der toll schmeckt und wenigstens von innen wärmt. In trockenen Kleidern warte ich auf den Nachtbus, der mich in ca. 12 Stunden ins 800 km südlich gelegene Hue bringt. Ich bin gespannt wie die „Betten“ im Bus sind und ob ich schlafen kann.

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Hue, Vietnam

Hue, Vietnam
tp. Huế, Vietnam
tp. Huế, Vietnam Ich bin so reich, reich an Erinnerungen. Ich sammle Erinnerungen wie andere Briefmarken oder Bierdeckel. Dabei habe ich ein gutes Gedächtnis denn ich hab Erinnerungen „gespeichert“ die mindestens in mein 2. oder 3. Lebensjahr zurück reichen. Das tolle an Erinnerungen ist, sie brauchen keinen Platz in der Wohnung, man muss sie nicht abstauben, versorgen, oder reparieren. Sie sind einfach da wenn man sie holt, mit einem Geruch, einem Lied, einer Farbe oder eben wie heute beim Mittagessen, als ich meinem „imaginären“ Gegenüber zuproste „mit dir trinke ich am liebsten“. Wie lange ist das her dass du mir das immer beim anstossen gesagt hast, und doch in diesem einen Augenblick so präsent dass es mir die Tränen in die Augen treibt. Gibt es etwas Schöneres als wenn man für einen anderen Menschen das grösste sein darf, eben „mit dir trinke ich am liebsten!“? Morgens um 7.00 Uhr trifft der Nachtbus, in welchem ich die meiste Zeit herrlich geschlafen habe, in Hue ein. Alle bestürmen mich, motorbike? motorbike? Which hotel? Which hotel? Ich krame meinen Reiseführer hervor und zeige einem Rikschafahrer die von mir gewünschte Gegend der Stadt und versuche ihm begreiflich zu machen, dass ich noch kein Hotel habe sondern erst eins finden müsse. Er scheint zu verstehen und will mir den Preis für die Rikschafahrt erst im Nachhinein bekannt geben. Erst als ich meinen Rucksack wieder will lenkt er ein und wir können über den Preis verhandeln. Vom grossen Fluss, dem Perfume River zweigt er ab, danach gleich wieder in eine ganz kleine Seitengasse und schon stehe ich vor einem hübschen Hotel, sogar mit Swimmingpool, für umgerechnet ca. 16 CHF inkl. Frühstück. Das Zimmer kann ich auch sofort beziehen und mich ein wenig frisch machen, bevor ich zum Frühstück gehe. Wenig später starte ich mit Stadtplan zu neuen Erinnerungen. Hier kan ich zunächst mal zu Fuss los. In etwa einer viertel Stunde erreiche ich die berühmte Trang Tien Bridge, welche ich überquere und auf der anderer Flussseite schon die erste Sehenswürdigkeit. Ein riesiger Markt, der Dong Ba Market mit etwa 2’200 Ständen. Die schaffe nicht mal ich. Ich gehe auch nicht weit, denn ich komme ins Gespräch mit einer Dame, die in einer halben Garage einen Coiffeursalon betreibt. Sie lehrt mich einige Worte in vietnamesisch und ich entschliesse mich ihre Dienste als Coiffeuse in Anspruch zu nehmen, da meine Haare sowieso einen Waschgang nötig haben. Ich bekomme eine Kopf- und Gesichtsmassage wie sie besser nicht sein könnte, eine Wohltat nach der langen Fahrt über Nacht. Die Haare werden über einem Becken gewaschen und gespült wird mit einem Krug. Auch das geht wunderbar, ich schätze in Asien besonders dass ich beim Haare waschen liegen kann. Da macht mir anschliessend nicht der Nacken weh vom langen auf dem Beckenrand hängen. Mit frisch gewaschenen Haaren und nach der tollen Massage gehe ich gestärkt meiner vietnamesischen Xi nach, welche mich unbedingt noch zum Geschäft der Mutter bringen will. Ich kaufe nach wie vor nichts, aber das handeln macht trotzdem Spass, denn Xi will unbedingt dass ich etwas zum Tanzen kaufe dabei bräuchte ich höchstens warme Kleidung. Mit viel Gelächter verabschieden wir uns. Nach etwa einem Kilometer erreiche ich ein Tor der Altstadt. Ein netter Rikschafahrer kann mich überreden mit ihm zu kommen. Und wirklich, er ist ein guter Fremdenführer, er fotografiert gerne, deshalb werde ich wohl vom heutigen Morgen die meisten Fotos von mir selber haben. Ich kann einen Spaziergang durch Kim Long machen, ein prächtiger alter Garten mit einigen Gartenhäusern. Auf einem Turm der alten Stadtmauer sehe ich in die alte und die neue Stadt von Hue. Ich erfahre dass es 11 Tore in die Altstadt gibt. Leider sehe ich auch die vielen Einschusslöcher, wieder einmal ist der Krieg sehr gegenwärtig. Besonders schön finde ich die Namen – Palast der Bescheidenheit, Tor des bescheidenen Ereignisses, See des bescheidenen Bewahrens, Tempel des bescheidenen Willens, Halle des bescheidenen Friedens, usw. Die Zitadelle, die Thien Mu Pagode sind weitere Besichtigungspunkte. Es ist schön zu sehen, dass sich Hue nach langem „Winterschlaf“ seine Tradition und Kultur wieder neu belebt. Mit Abstand das schönste koloniale Bauwerk – so steht es in meinem Reiseführer, sei das Saigon Morin Hotel. Das lese ich aber erst nach meinem Lunch dort. Ich sehe das Haus, es gefällt mir, und ich lasse mich kurz entschlossen im stilvollen Restaurant verwöhnen. Zum Aperitif einen Mai Tai, zum aufwärmen einen Jasmintee, zum Essen einen C******ay, ich fühle mich wie ins letzte Jahrtausend zurück versetzt, als die Damen der Gesellschaft hier dinierten. Das Haus öffnete 1901 seine Pforten und schon Charlie Chaplin war hier auf Hochzeitsreise. Wie muss das reisen damals noch aufregend und abenteuerlich gewesen sein. Ich muss unbedingt „meine“ Bücher aus jener Zeit wieder ausfindig machen, die ich als Jugendliche verschlungen habe. Der Nachmittag bleibt für die Besichtigung der Quoc Höc Schule, wo Ho Chi Minh studiert hatte. Eine Notre Dame Kathedrale hat es hier auch, sie ist allerdings ein modernes Bauwerk aus dem Jahr 1962. Nach einer kleinen Pause im Hotel gehe ich heute Abend aus. Da ich bei meinen Erkundungen gesehen habe, dass es in „meiner“ Strasse ein hübsches Restaurant gibt und dort jeden Abend traditionelle Musik dargeboten wird, muss ich nicht lange überlegen. Mir ist heute nach feiern zu Mute, und so beende ich diesen Tag in Hue bei einem kleinen Abendessen, wieder mit Wein, bei Kerzenschein und Musik. Die Instrumente sind speziell, das eine sieht wie ein grosses Hackbrett aus, dann gibt es eine Sängerin, welche auch auf einer Art Kastanietten aus Porzellan oder mit Holzstäben den Takt mitmacht, und eine Art Geige auf den Knien liegend, mit nur einer Saite, dafür eine Art Stab, fast wie eine Flöte geformt, der auch noch irgendwie für die Töne zuständig ist. Ich finde bestimmt noch heraus wie die Instrumente heissen und kann sie mir noch etwas genauer ansehen.

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Über den Wolkenpass nach Hoi An

Über den Wolkenpass nach Hoi An
tp. Hội An, Vietnam
tp. Hội An, Vietnam Die Weiterfahrt wähle ich heute so, dass ich sie mit einem Minivan als Ausflug samt Guide mache. So sehe ich viel mehr, als wenn ich den direkten lokalen Bus nehmen würde. Nur 4 Personen sind im Van und unser Guide Seven, lucky number stellt er sich uns vor, spricht gut Englisch und zeigt und erklärt unterwegs viel. Der erste Halt ist unweit von Hue in Than Toan bei einer 280 jährigen japanischen Brücke, dort findet auch ein Markt statt. Der Lang Co Beach ist das nächste Ziel. Ein langer Strand mit im Moment hohen Wellen und soweit ich sehen kann, erst zwei Resorts, die zur Zeit aber verwaist sind. Über den Wolkenpass geht es weiter, die Passstrasse ermöglicht einen schönen Ausblick über die Buchten, Flüsse und Strände. Auf der Passhöhe ist die frühere Grenze zwischen Nord- und Süd-Vietnam. Ein amerikanisches Fort erinnert daran. Jetzt erst bemerke ich, weshalb mir der Name Da Nang doch irgendwie vertraut vorkommt, der muss früher in den Nachrichten oft gefallen sein. Die Fahrt geht weiter über eine Brücke, es sind gleich drei Brücken nebeneinander. Die erste, für die Eisenbahn und die Fussgänger aus der Zeit der Japaner, die zweite haben die Amerikaner gebaut und die dritte, über welche wir fahren, wurde von den Vietnamesen erstellt. In Süd-Vietnam angekommen brauche ich zum ersten Mal seit Hanoi keine dicke Jacke mehr und ich freue mich unendlich über die Sonnenstrahlen, die ab und zu zwischen den Wolken hervorkommen. Der Wolkenpass gibt seinem Namen zwar alle Ehre, aber die Sonne hat auch ihre Rechte. Da Nang ist die nach Ho Chi Minh City und Hanoi drittgrösste Stadt in Vietnam und wir schauen Sie nur aus dem Fenster bei der Durchfahrt an. Bald erreichen wir die Marble Mountains. Hier gibt es vor allem Statuen und Andenken aus Marmor, welcher hier abgebaut wird. Ein Berg mit verschiedenen Tempeln, Statuen und Pagoden kann gegen eine kleine Gebühr besichtigt werden. Treppensteigen ist angesagt, was ganz gut tut nach dem sitzen im Bus. Am frühen Nachmittag erreichen wir Hoi An und wir werden in dem von uns gewählten Hotel abgesetzt. Ich hatte mir das Flower Garden Homestay herausgesucht, und tatsächlich, ich bekomme noch das letzte freie Zimmer. Da es noch nicht bereit ist mache ich mich mit vielen guten Tipps der freundlichen Rezeptionistin auf den Weg ins Zentrum. Ich bin begeistert. Eine hübsche kleine Stadt, mit vielen wunderschönen Boutiquen, Restaurants und Cafés. Ein Lawazza-Schild lässt mich einen Cappuccino-Halt einfügen, dann geht es weiter zum Fluss, durch die viele. Gassen, auf die Insel über eine Brücke, es ist so eine tolle Stimmung, ein schöner Ferienort und ich bin froh dass ich hier zwei Nächte eingeplant habe. Schon bald wird es dunkel und die vielen Lichter lassen alles noch gemütlicher erscheinen. Ich liebe Lichter über alles und geniesse den Abend auf einer Terrasse mit einem „Sex in the Lounge“, ja wirklich so heisst mein Drink.

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Ferienfeeling in Hoi An

Ferienfeeling in Hoi An
tp. Hội An, Vietnam
tp. Hội An, Vietnam Das beste am Reisen ist, dass es mich überhaupt nicht ermüdet, ich kann tage- und nächtelang unterwegs sein, immer neue Eindrücke und Erinnerungen sammeln und es geht mir rundum gut. An die Zeitumstellung habe ich mich schon lange gewöhnt, ich bin bereits wieder morgens m 6 Uhr wach und könnte „Bäume ausreissen“. Zeit zu haben, sich selber zu sein, einfach den spontanen Eingebungen folgen, wie sie gerade der Augenblick anbietet, das ist eine Lebensform die ich besonders schätze. Warum kann man von diesem Ferienfeeling oder der „Ferieninsel“ jeweils so wenig in den Alltag retten? Ich weiss zwar, dass ich eine Alltags-Künstlerin bin, ich kann immer wieder für mich und meine Lieben kleine „Inseln“ in den Alltag einbauen, aber auch dazu braucht es Zeit, welche ich vor meiner Reise aufgrund der vielen Aufträge kaum hatte. FAZIT: ich werde eine gewisse Ausgewogenheit zwischen Aufträgen und Freizeit anstreben. Das wird vermutlich ein mittelfristiges Ziel, denn mein neues Projekt wird viel Vorbereitungszeit in Anspruch nehmen. Aber auch darauf freue ich mich, kann ich doch in meinem selbst konzipierten Lehrgang auch „tage- und nächtelang unterwegs sein, immer neue Eindrücke und Ideen weitergeben“ – was könnte es schöneres geben, eine „Reise“ durch meinen Lehrgang. Ich bin dem Schicksal so dankbar dass es mir heute möglich ist meine Reisen hier und dort in die Tat umzusetzen, und dass mich so viele liebe Menschen virtuell auf meiner aktuellen Reise begleiten. Vielen Dank für euer wohlwollendes Feedback. Ich freue mich immer wenn ausser den üblichen Werbemails eine persönliche Nachricht ankommt. Ein Gruss aus der Heimat. Heute bummle ich einfach durch Hoi An, geniesse die Sonne und das warme Wetter, kehre ein wenn mir danach zumute ist, spreche mit den netten Leuten aus Amerika, die bereits das dritte Mal die Welt umrundet haben und mir erzählen, wie sie hier im Restaurant vom Hochwasser überrascht wurden, als sie vor 4 Jahren in Hoi An waren. Spannende Geschichten und spannende Menschen die sich auf Reisen befinden. Schon wieder etwas Neues für mich, hier kann man sich für USD 20 ein Paar Schuhe aus Leder noch Mass machen lassen. Da kann ich nicht widerstehen und lasse mir zwei Schuhe anfertigen, die ich bereits am Abend abholen kann. Bequem und schön gefertigt, wenn ich nur mehr Platz hätte! Das junge Paar aus Schottland, welches ich aus dem Bus kenne, geht auch gleich zu „meinem“ Schuhmacher. Wir sind uns am Fluss zufällig begegnet. Der Abend endet mit noch einer Überraschung, alle Gäste des Homestay werden von der Besitzerin zu einem typisch vietnamesischen Abendessen eingeladen. Viele verschiedenen Schüsseln stehen auf dem Tisch bereit und alles schmeckt ausgezeichnet. Die grosse Tisxhrnde vereint viele Länder – Germany, Switzerland, England, Italy, America, Denmark, Vietnam. Hoi An zeigt sich von der besten Seite, oder ich habe einfach wieder mein übliches Reiseglück.

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Bummel durch Hoi An und Weiterfahrt

Bummel durch Hoi An und Weiterfahrt
tp. Hội An, Vietnam
tp. Hội An, Vietnam Der Morgen bringt wieder recht sonniges Wetter. Nach dem packen, was schnell gemacht ist, flaniere ich erneut durch Hoi An. Ich komme hier und dort ins Gespräch mit Einheimischen und Touristen. White Rose, eine Spezialität hier muss ich noch probieren. Das sind in Reisblätter eingepacktes Gemüse und Crevetten, gedämpft, sie werden auf dem Teller so arrangiert, dass sie wie weisse Rosen aussehen, ausserdem schmecken sie vorzüglich. Immer wieder neue Gassen und kleine Geschäfte, da treffe ich auf einmal auf Mekong Quilts, ein Geschäft welches ich letztes Jahr in Phnom Penh besucht hatte. Heute konnte ich glücklicherweise auf einen Einkauf verzichten, denn ich kann mich nur allzu gut an das zwar kleine Paket, aber mit grossem Gewicht erinnern. Die Bilder von den schönen Handarbeiten, welche Frauen rund um den Mekong fertige sind heute meine einzige Erinnerung. Auch diesér Tag geht schnell vorbei, am Abend fahre ich mit dem Nachtbus bis Nha Trang, was ca 13 – 14 Stunden dauern wird.

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Nha Trang – Strandleben

Nha Trang – Strandleben
tp. Nha Trang, Vietnam
tp. Nha Trang, Vietnam Morgens um 6.30 Uhr ankommen ist eine gute Sache, die Nacht im Bus war zwar nicht ganz so komfortabel wie das letzte Mal, vor allem war es zu kalt mit der Aircondition. Ich hatte zwar alle vorhandenen Jacken zum anziehen und zudecken mit, aber eben…. Zudem haben die fünf Vietnamesen im vorderen Teil des Busses in aller Lautstärke gequatscht, und das von morgens um 2.00 Uhr an. Ein einfaches Hotel ist schnell gefunden, wenigstens bin ich so mein Gepäck los und kann die paar Schritte zur Strandpromenade gehen. Ein Strand am Aufwachen, so weit das Auge reicht. Es gibt schöne Restaurants und ich gönne mir zuerst einmal ein Frühstück, das Abendessen gestern ist ja ausgefallen, ich hatte nur ein paar Crackers mit. Ein Spaziergang entlang des Strandes, etwa eine Stunde auf die eine Seite zeigt, wie lang diese Beach ist. Alles ist sehr gepflegt, die Liegestühle stehen unter Sonnenschirmen, es gibt dazwischen Fitnessparks, wie in Brasilien, welche man einfach benützen kann. Grosse Hotels, Strasse, Strand, etwa wie Rimini nur viel grösser und grosszügiger. Ich komme zu wunderschönen Bungalows und will hier zwei Nächte bleiben. An einem ganz ruhigen Strandabschnitt, mit Spa, Restaurant und Pool. Das wäre doch was! Kurz entschlossen gehe ich zur Rezeption um mich nach einem freien Sea View Bungalow zu erkundigen. Ja klar, freie Bungalows hat es, man gibt mir auch gerne Discount da Nebensaison ist. Für die Kleinigkeit von umgerechnet CHF 600 pro Nacht, selbstverständlich ohne Frühstück, was nochmals etwa 30 CHF kostet, kann ich sofort einziehen. Muss ich noch mehr erzählen? Da ziehe ich mein zwar sehr einfaches Zimmer fast direkt am Strand für USD 18, selbstverständlich inklusive Frühstück, doch vor und mache zwei Wochen länger Urlaub. Ich vermisse Hoi An jetzt schon. Immer wieder ist man auf Bekannte gestossen, alle hatten Zeit für ein ausgiebiges Gespräch, hier bin ich mitten in der Touristen Hochburg, weiter südlich in Mui Ne sollen riesige rote Sanddünen sein, aber noch touristischer. Nach dem ausgiebigen Strandspaziergang miete ich mir einen Liegestuhl, döse ein wenig, und mache mir Gedanken, wie und wo nun meine Reise weitergehen soll. Als ich das letzte Mal (vor einem Jahr) am Strand war, hatte ich meine kleine Joy bei mir (meine damals 9 Monate alte Enkelin). Mit ihr zu erleben wie sie da erste Mal Sand entdeckt, wie gerne sie im Wasser plantscht, die reine Freude. Oder ich genoss drei Tage Strandurlaub mit meiner Freundin, tolle Gespräche, gemeinsames Schweigen, Lesen, Massage, Spaziergänge, herrlich. Aber allein am Strand liegen? Wozu? Ich habe bereits nach diesem ersten Tag genug, es geht auch ein sehr starker Wind, an der Sonne liegen geht nicht, am Schatten ist es zu kühl. Mein Reiseführer zeigt verschiedene Wege Richtung Ho Chi Minh City, welche sich nicht so gut verbinden lassen, ausser man macht mehrere Busfahrten von 7 – 9 Stunden um wieder an den gleichen Ausgangspunkt zurück zu kommen. Jetzt brauche ich erst mal ein bisschen Natur. Ein Nationalpark soll mein nächstes Ziel sein, kaum touristisch erschlossen, tönt schon mal gut, und von dort kann ich per Flugzeug nach Ho Chi Minh City gelangen (für USD 40). Eine Nacht in Nha Trang soll genügen, den Abend geniesse ich ganz Beach-like. Etwas Kultur gibt es dann doch noch, ich komme ganz zufällig zu einem Aktiv-Museum, welches in alten Häusern verschiedene lokale Handarbeiten bei der Arbeit zeigt, durchaus sehenswert.

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Buon Ma Thuot, Vietnam

Buon Ma Thuot, Vietnam
Buôn Ma Thuột, Vietnam
Buôn Ma Thuột, Vietnam Im Perfume Grass Inn, meinem Hotel in Na Thrang erhalte ich am Morgen mein Flugticket für den 20. Januar, meinen Busfahrschein für die 5-stündige Fahrt heute Morgen. Gestern kurz mit dem Chef besprochen, heute da. Die Leute sind sehr hilfsbereit und buchen für alle Hotelgäste gleich die nächste Tour, wohin das auch gehen soll. Ein Taxi bringt mich zum Busbahnhof, auch in diesem Bus bin ich die einzige Westlerin, schon mal ein gutes Vorzeichen, die Sitze sind für Vietnamesen gemacht, ich muss meine Beine etwas anziehen. Die Busse sind alle sehr sauber, da könnte sich die schweizerische ÖV eine Scheibe davon abschneiden. Die Fahrt ist sehr abwechslungsreich, jetzt geht es in die Provinz Da Lat, die Stadt mit gleichem Namen lasse ich links liegen, von den Vietnamesen wird sie zwar sehr geschätzt als Stadt des ewigen Frühlings oder als Stadt der Liebe besungen, ich selber brauche jetzt etwas ohne Touristenrummel. Die Gegend selber ist auf meiner Fahrt auch zu sehen. Das vier Sterne Hotel aus meinem Reiseführer ist schnell gefunden, sie haben ich eine kleinere Dependance, welche für meine Ansprüche vollkommen genügt. Nur hier bekomme ich im Hotel keine Informationen über eine Tour zum Nationalpark, das sei heute nicht möglich. Jetzt wird es spannend. Werde ich wohl etwas finden oder muss ich unverrichteter Dinge weiterfliegen? Ich lasse mich ins Zentrum der Stadt Buon Ma Thuot bringen, in der Annahme, dass ich in dem kleinen Zentrum bestimmt eine Touristeninfo finden werde, die sind ja immer ganz gross angeschrieben. Nun ja, das Zentrum, wie die ganze Stadt, entpuppt sich als gross, weit und breit keine Information, nur Strassen, Plätze, nochmals Strassen. Denn hier gibt es nun mal tatsächlich, wenn überhaupt, nur vietnamesische Touristen, und die kennen sich aus. Mit meinem kopierten Stadtplan aus dem Hotel komme ich auch nicht weiter. Ich sehe ein Reisebüro für die hiesige Airline und gehe kurz entschlossen hinein, vielleicht können die mir sagen wo ich mich hinwenden kann. Mir wird ein Stuhl angeboten, da die drei Damen zu wenig englisch sprechen rufen sie eine Freundin an, welcher ich am Telefon mein Anliegen schildern kann. Sie sagt mir, dass ich im Hotel Dom San gewiss eine Tour buchen könne. Das Telefon wieder zurück, alles wird nochmals laut und gestenreich entgegengenommen, und dann ruft man mir ein Taxi, welches mich zu besagtem Hotel bringen soll. Dem Taxifahrer erklären die Damen auch noch ganz genau wohin er mich bringen soll. Alle sehr hilfsbereit, ohne lange zu fragen, es wird einfach geholfen. Im Hotel Dom San angekommen gibt es ein Tourbüro, und ohne Probleme könne ich eine Tour buchen. Man übergibt mir ein ganzes Buch mit möglichen Touren, samt den Preisen. Das Alleinreisen hat auch seine Schattenseiten, die Preise für die Ausflüge im Auto als Einzelperson sind ganz schön happig, es sind ja 40 km ein Weg, und da ich im Park übernachten will, müsste der Fahrer vier mal diese Strecke fahren. Auf meine Frage, „gibt es denn keinen Bus?“ gibt man mir die erstaunte Antwort, „wollen Sie denn mit dem öffentlichen Bus hinfahren? Ja natürlich, alle 30 Minuten fährt einer. Kosten ca. CHF 2.“ wortreich wird erfrläutert wo ich einsteigen könne, an welcher Strasse, was am Bus angeschrieben steht. Und immer wieder die Frage der Leute hier, wie alt ich sei. Sie können es kaum fassen, dass ich alleine unterwegs bin und dann noch mit dem Bus fahre. Da auf meiner Stadtplan-Kopie die Strasse nicht so gut zu erkennen ist, gibt man mir einen schönen neuen Stadtplan, packt ihn aus dem Plastik und zeichnet nochmals die Strasse ein wo der Bus halten soll. Wieder alles gratis. Ich erhalte auch einen Zettel für den Busfahrer auf vietnamesisch, damit er mich am richtigen Ort aussteigen lässt. Seit dem Frühstück heute Morgen habe ich nichts mehr gegessen, unweit finde ich ein hübsches Café. Ich werde nett begrüsst, zu einem schönen Tisch geführt und man bringt mir die Getränkekarte. Leder hat es keine Speisen. Kein Problem, auf der anderen Strassenseite sei ein gutes Restaurant, und nach wenigen Minuten hatte ich die Speisekarte des Restaurants in der Hand und das vorzügliche Essen wurde mir hier ohne Aufpreis serviert, es sei ja nur über die Strasse! Gut gelaunt, nach so viel erfahrener Hilfsbereitschaft wandere ich durch die Strassen, schaue die teils hübschen Häuser und die grossen Parkanlagen an, und bewege mich so ins etwa 4 km entferne Hotel zurück. Zu Fuss entdeckt man viel, und ich finde auch Bushaltestellen, mit genau meinem Bus für morgen, gar nicht so weit vom Hotel entfernt. Ich bin gespannt ob alles klappen wird. Meinen Abend verbringe ich bei einem kleinen Abendessen, mit kleinem Spaziergang in der Nähe des Hotels (ein weiterer Nachteil des Alleinreisens, je nach Ort kann man abends nicht mehr so gut in den Ausgang gehen). Ich will auch noch meinen kleinen Rucksack für den Park packen und das grosse Gepäck hier im Hotel lassen. Ich fand genau so einen praktischen Rucksack in Hoi An, wie ich leider in Thailand zurücklassen musste. Auch meine Blutegel-Strümpfe wären jetzt von Vorteil, ich hoffe, dass ich im Park welche mieten kann. Wie gesagt, jetzt wird es spannend.

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