Südostasien 2015

Reise nach Vietnam, Kambodscha, Laos und Thailand
30. Dezember 2014 – 25. Februar 2015

Flug Zürich – Singapur

Heute beginnt meine Reise nach Fernost. Ich habe nur diesen Flug, ein Hotel in Singapur, den Flug nach Hanoi ab Singapur, drei Nächte im Hotel in Hanoi und den Rückflug ab Bangkok am 24.2.2015 gebucht. Durch den Schnee fahre ich zum Flughafen Zürich Kloten und muss leider lange auf den Abflug warten, da die Enteisungsstation sehr beschäftigt ist.

Aber endlich bin ich in der Luft und die Reise kann losgehen. Was wird sie bringen? Was werde ich sehen? Wie wird es mir gehen?

Ich lasse mich überraschen und freue mich ganz einfach.

Bald mehr auf dieser Seite…..

Singapur

Meine Gefühle haben auch Jetlag, irgendwie bin ich zwar körperlich am Morgen sehr früh in Singapur angekommen, aber nach einem kurzen Schlaf bin ich hellwach, sitze in meinem Bett im Hotel in Singapur und lasse diesen ersten Tag meiner Reise durch den Kopf gehen. Nun doch mit iPad „bewaffnet“, da ich in meinen Mails von Verena die Anmerkung erhielt, ich solle doch meine Freunde auch an meinen Erlebnissen teilhaben lassen. Also werde ich ab morgen auch Bilder mit dem iPad machen und hier ein wenig berichten. Es gibt sicherlich noch genug „ganz Privates“ was ich von Hand in das wunderschöne Reisetagebuch von Barbara eintragen kann. Nach meiner frühen Landung und der etwa halbstündigen Taxifahrt konnte ich im schönen Hotel sofort mein Zimmer beziehen, was bei mir bekanntlich nicht lange dauert. Meinen Rucksack hingestellt, die wichtigste Dokumente in den Safe gepackt, wifi Verbindung hergestellt und schon war ich unterwegs. Zunächst mal zum Frühstücksbüffet im Hotel um ein paar süsse Früchte zu versuchen und dann Spaziergang am Fluss, den ich vom Frühstückstisch aus schon sehen konnte. Eine Bootsfahrt verschiebe ich, damit ich in Bewegung bleibe und nicht einschlafe. Die berühmte Orchard Road ist mein nächstes Ziel, nicht etwa weil ich schon auf Einkaufstour gehen will, sondern einfach weil ich nach dem langen Flug fast ohne Schlaf zu müde bin mir den Weg zu einem anderen Ziel zu erfragen. Zudem hatte ich mir schon zu Hause vorgenommenen als erstes in Singapur zum Friseur zu gehen, da ich vor Weihnachten weder Zeit noch Termin hatte. Ein besonderes Erlebnis, ich glaube ich bin noch nie so lange bei einem Friseur gesessen und „verwöhnt“ worden, aber was ich sicher weiß, ich habe auch noch nie so viel bezahlt. Nun ja es muss ja jetzt auch zwei Monate halten….. Am Morgen sind die Geschäfte erst ab 10.30 Uhr offen, so dass das Spazieren Spaß macht, es hat noch nicht viele Menschen unterwegs und die ganze Strasse ist phantasievoll geschmückt, das sieht nach meinem Friseurbesuch ganz anders aus, es gibt so viele Menschen die sich hier drängen. Am Abend muss ich sehr lange auf ein freies Taxi warten welches mich zu meinem Hotel bringt. Es gibt auch nette Begegnungen, der Einheimische, der einen Cousin in St. Gallen hat und mich zu einem günstigen Elektronikgeschäft bringt (auch ein Cousin?) oder die nette Australierin, welche mir von einer Konditorin aus der Schweiz erzählt, welche seit 1972 in Australien tolle Torten verkaufe, ihr Favorit sei die Prinzesstorte mit grünem Marzipan, ob ich die kennen würde, sie ist ganz erstaunt dass ja. Ein kleiner Imbiss, Prawns und Mango Rolls auf der Terrasse am Fluss, ersetzen alle weiteren Mahlzeiten des heutigen Tages. Zum ersten Mal seit langem sitze ich alleine in einem fremden Land an einem anonymen Tisch, keine Freunde sind online im Skype und um viel zu schreiben bin ich zu müde. ALLEINE, es war mir klar, dass mich die Vergangenheit einholen wird, die Gefühle schlagen Purzelbäume. Vor genau einem Jahr war ich fast genau so lange per Flugzeug unterwegs und konnte dann in Dubai Barbara begrüßen und von da an eine meiner schönsten Reisen durch Thailand starten. Mein Expartner war auch mit von der Partie, auch wenn genau der 30. Dezember, wie sich später per Zufall herausstellen sollte, der Anfang vom Ende der Beziehung war. Mit vielen schönen Reiserlebnissen konnte ich vor einem Jahr voll Vorfreude ins neue Jahr starten….. Was wird mir dieser bevorstehende Jahreswechsel und das Jahr 2015 bringen? Helene „zwischen den Jahren“

Silvester in Singapur

Ein ereignisreicher Tag, dieser Silvester in Singapur. Es geht mir ausgezeichnet, ich bin endlich wieder einmal den ganzen Tag draußen auf den Beinen. Nach dem Frühstück (welches im Preis von SGD 300 pro Nacht nicht inbegriffen ist), fahre ich mit dem Taxi zur Harbour Front wo ich mit dem Cable Car über den Hafen zur Sentosa Insel fahre. Ein großer Vergnügungspark mit vielen Attraktionen und Hotels. Ich habe die Information erhalten, dass es ein spannendes Museum über die Geschichte Singapurs gibt (Danke für den Tipp). Zunächst haben.mich „nur Attraktionen“ wie Seilpark, Adventure Land, Flying Trapeze und Wasserspiele begrüsst, das Museum (ohne Namen) habe ich auch nicht gefunden, denn das neue Madame Tussauds kann es ja nicht sein, oder? Also bin ich kurzerhand zu den Nature Trails gegangen um mich in der grünen Natur zu vergnügen. Es gibt einige Wege auf dem Top und der ganzen Insel und diese habe ich während ca. zwei Stunden erkundet. Es gibt zwar zu Beginn der Trails Hinweisschilder worauf man alles achten sollte, aber natürlich ist mir nicht eine Schlange oder Wespe begegnet. Auch Mücken hatten gerade Pause. Nach einer kurzen Trinkpause bin ich zur Underwaterworld Singapur gegangen um „wieder einmal“ ein Aquarium anzusehen. Es ist schön ausgestellt und der Tunnel inmitten durch die verschiedenen Meeresbewohner ist besonders eindrücklich, man kann sich sogar einfach auf das Band stellen und den Rundgang nur mit schauen in alle Richtungen vorbeiziehen lassen. Eine Delfin Show wird auch noch gezeigt. Nun wohin? Ich entschliesse mich doch noch die verschiedenen Plätze und Aussichtspunkte zu besuchen. Alles ist hübsch anzusehen und die Menschen können sich wunderbar amüsieren. Aber das Museum? Das sollte ich doch noch finden….. Ich gehe zu Madame Tussauds und siehe da, es gibt hier zwei Varianten welche man haben kann, das eine mit, das andere ohne Madame Tussauds und es ist das Museum „Singapur LIVE“. Es ist nicht nur ein Rundgang, sondern mit ausgezeichneten Schauspielern und -Spielerinnen wird die Geschichte Singapurs in verschiedenen „Bildern“ erzählt und findet in authentisch eingerichtete. Räumen statt. Manchmal müssen wir sogar durch Dschungel flüchten (als die Japaner Singapur erobert hatten) und am 8. September 1941 müssen wir vor den Bomben des zweiten Weltkriegs fliehen um dann aber auch den Aufstieg ab 1965 mit zu erleben. Alles ganz toll gemacht, ein Besuch hat sich auf jeden Fall gelohnt, und auch Madame Tussauds anschließend war dann ganz amüsant, konnte ich mich doch mit Barak Obama ablichten lassen. Es ist noch nicht so spät als ich auf der Seite Singapur ankomme und ich entschliesse mich Little India, einen Stadtteil, zu besuchen, das erweist sich als keine so gute Entscheidung, denn ich muss danach über eine Stunde auf ein Taxi warten, welches mich zum Hotel bringt. Im Hotel habe ich mir für diesen Abend einen Tisch im italienischen Restaurant reservieren lassen, damit ich den Silvester entsprechend feiern kann, mit iPad an meiner Seite zur Unterhaltung, aber wenn ich rund herum schaue, bei den Familien und Ehepaaren die hier sitzen, wird auch hauptsächlich über Handy oder,Tablet kommuniziert. Die Elektronik ermöglicht so viel Neues, Unglaubliches, aber ich wäre froh wenn hier ein lieber Mensch mit mir sitzen würde, dann käme ich nie auf den Gedanken mich mit meinem iPad zu beschäftigen (ihr müsstest aber sicher länger auf einen ausführlichen Bericht von mir warten). So hat alles seine Vor- und Nachteile. Inzwischen bin ich schon fast beim 5. Gang angelangt (von 7), genieße das vorzügliche Essen, zum Glück nur ganz kleine Portionen und bin gespannt was das neue Jahr mir an freudigen und anderen Erlebnissen bescheren wird. Euch allen wünsche ich von Herzen einen guten Rutsch und vor allem freudige Erlebnisse und schöne Begegnungen im neuen Jahr. Ich freue mich auf euch. Alles Liebe am Ende des Jahres aus Singapur Helene

Neujahr in Singapur

Hop in and Hop off Bus ist für heute eine gute Variante, da leider das von mir für heute vorgesehene Wassertaxi erst am Abend fährt. Ich gehe ein Stück dem Fluss entlang und auf die Hauptstraße wo ich die Busstation finde. Eine nette Dame aus Kanada setzt sich neben mich und wir erzählen einander wie wir Silvester verbracht haben. Mit den „Ohrstöpseln“ erfahre ich etwas mehr über Singapur und die vielen Gebäude und Museen. Bei der ersten Rundfahrt merke ich mir die Station an welcher ich vermutlich zuerst aussteigen werde. Das ist, wie könnte es anders sein, der botanische Garten. Ich erfahre, dass es in Singapur nicht so einen „Traffic Jam“ gibt, weil die Regierung nur alle 14 Tage die Erlaubnis regelt dass eine Person ein Auto anschaffen darf. Man muss zuerst ein solches Permit haben, was bereits USD 60’üüü kostet, bevor man ein Auto anschaffen darf. Dazu kommt die über 100% ige Importsteuer und monatliche Strassengebühren von mindestens USD 500. Diese Gebühren werden automatisch erfasst sobald man eine Strasse oder Brücke benutzt. Damit gibt es keine Warteschlangen vor Zahlstellen, alles sehr ordentlich und gut organisiert, aber für Otto Normalverbraucher unerschwinglich. Das ist der Grund dass so viele durchaus bezahlbare Taxis auf den Straßen sind. Ich hatte mich schon gewundert dass alle Taxifahrer mich jeweils auf dem schnellsten Weg zum gewünschten Ziel fahren. Ein netter Taxifahrer erklärte mir, dass sie einen Bonus pro Fahrt von SGD 3 erhalten würden, also seien Sie nicht daran interessiert möglichst lange Fahrten zu machen, sondern möglichst viele Passagiere pro Tag zu befördern. Der botanische Garten ist ganz toll, neben Rio (wo ich auch schon war) weltweit der einzige Regenwald mitten in einer Stadt. Heute sind natürlich ganz viele Familien im Park. Die Kinder fahren mit ihren Trottis oder Dreirädern, spielen Ball oder Federball. Ich esse einen ausgezeichneten Caesar Salat und erkunde den Orchideen Garten. Der Eintritt für Seniors kostet nur 1 Dollar. Singapur ist der weltgrößte Umschlagplatz für Orchideen und allein dieser Teil des botanischen Gartens ist riesig. Ich habe euch ein paar Bilder gemacht, aber die wahre Pracht lässt sich leider nicht auf Fotos bannen. Das wäre was für Wolfgang. Der Regenwald muss von mir natürlich auch wieder durchwandert werden. Wie ich diese weiche Luft, diese Gerüche liebe und das viele Grün mit den bizarren Formen der Urwaldriesen, immer wieder ein Erlebnis. Nun bin ich in der Stadt und suche die Natur und die Düfte des Regenwaldes wie ich sie damals in Costa Rica zum ersten Mal erspüren durfte. Beim nächsten Stopp erkunde ich noch ein Viertel mit vielen alten Häusern welche noch keinen Wolkenkratzern weichen mussten. Nun ist es schon spät und ich steige wieder in den Bus um in der Nähe meines Hotels auszusteigen. Der Fahrer erklärt mir jedoch, dieser Bus sei der letzte für heute und ich könne dann beim Busbahnhof ein Taxi nehmen. Ich zücke kurz die Karte und erkläre ihm er solle mich doch an der übernächsten Haltestelle aussteigen lassen, dann könne ich zu Fuss gehen. Das sei viel zu weit meinte er, mindestens 35 Minuten zu gehen! Nun ja, ausgelacht habe ich ihn nicht gerade, aber was sind schon 35 Minuten…. Jetzt erst merke ich dass das „to far“ der Rezeption im Hotel wohl auch nicht viel mehr bedeutet hatte, die kennen meine tagelangen Fußmärsche halt nicht. So komme ich nun zu einem weiteren schönen Park den ich durchqueren kann, der Weg durch die Shopping Mall ist deutlich komplizierter und ich komme noch durch Chinatown zum Fluss, was für ein besonderer Zufall, fand ich es bereits schade dass keine Zeit mehr blieb um auch noch dieses Viertel zu besuchen. Dem Singapur River entlang geht es weiter und das Tapas Restaurant direkt am Fluss lädt zum Verweilen ein. Mit einem Glas Tempranillo und ein paar Tapas lasse ich die Tage in Singapur ausklingen.

Hanoi, Vietnam

Hanoi, Vietnam
Hoàn Kiếm, Vietnam
Hoàn Kiếm, Vietnam Heute gibt es keine Fotos, nachdem ich jetzt zum 3. mal das Neujahr wieder schreiben musste, habe ich es heute nicht gewagt mit dem iPhone Fotos zu machen, denn jedes Mal hat es meine publizierte Seite wieder mit dem Draft auf dem iPhone überschrieben. Heute ist Reisetag, mit Singapore Airlines geht es am Morgen nach Hanoi, es is doch ein gut 4-stündiger Flug und das Warten am Zoll und beim Gepäck brauchte auch noch viel Zeit. Mein Hotelzimmer im Royal Palace Hotel ist recht hübsch und sauber, sogar eine ziemlich neuwertige Dusche habe ich und Orchideen auf dem Bett, alles für USD 30 pro Nacht inklusive Frühstück. Das Hotel liegt direkt am Rande der Altstadt und man kann alles zu Fuß erreichen. Ich habe sogar wifi und einen Laptop im Zimmer (der hat aber keine Verbindung zum Internet). Der Eigentümer ist äußerst freundlich und gibt mir viele gute Tipps. Ich kann jetzt schon erkennen, weshalb dieses 3-Sterne Haus so gute Beurteilungen hat. Die Fahrt vom Flughafen nach Hanoi lässt mich an meine Seminare denken, da ist eines der Themenschwerpunkte „der erste Eindruck“. Oder es gibt keine zweite Chance für einen ersten Eindruck. Wenn man das auf die meisten asiatischen Städte anwenden würde, müsste man tatsächlich jeweils direkt umkehren. Die Strassen von den Flughäfen sind generell grässlich, aber Hanoi toppt es noch. Was für ein „Kulturschock“ nach dem geräumigen, sauberen Singapur. Aber das ist ja das spannende, und ich marschiere gleich los, was gar nicht so einfach ist. Mit Stadtplan bewaffnet mache ich mich zunächst auf die Suche nach einem ATM um 1’000’000 vietnamesische Dong abzuheben. Wieder einmal als Millionärin unterwegs, wie früher in Italien. Der Gegenwert ist ca. CHF 45, und ich habe heute schon fast alles ausgegeben. Das aber nur, weil ich mir einen Pullover und eine Regenjacke gekauft habe, denn hier ist es kalt und ich habe Zuhause nun doch etwas zu viel wieder aus dem Rucksack gepackt, da ich den Süden im Kopf hatte. Hier tragen fast alle dicke Wintersachen, aber ganz so kalt ist es für mich denn doch nicht. Die Altstadt Hanois ist sehr lebhaft, laut und voll verwinkelter Gassen und Strassen, trotz Stadtplan ist es schwierig auf direktem Weg zum See zu kommen – aber wer will schon einen direkten Weg? Es gibt so viel zu schauen, aber hier muss ich wieder vermehrt schauen wohin ich trete und mir auch auf den Trottoirs (sofern es welche hat) einen Weg durch die Mofas, Frauen, Kinder und spielende Männer suchen. Meist muss ich auf die Strasse ausweichen, was einem Abenteuer gleich kommt. Ich bin ja einiges gewöhnt was Verkehr in Thailand, Malaysia und Kambodscha angeht, aber so etwas habe ich tatsächlich noch nicht erlebt. Man geht (oder fährt) einfach über die Strasse, egal ob es rot oder gerade grün ist. Irgendwie muss man sich durch die Fahrräder, Mofas und Autos durchschlängeln, anhalten tut keiner, man macht höchstens einen Bogen und hupt natürlich. Beim Hoan Kien Lake schlussendlich angekommen brauche ich dringend eine Pause, einen etwas ruhigeren Platz und eine Erfrischung. Hoch auf dem Dach gibt es ein City View Café wo ich zum ersten Mal vietnamesische Spring Rolls esse, sie schmecken ausgezeichnet. Auf dem Stadtplan sehe ich, dass es ganz in der Nähe ein Wasserpuppentheater gibt. Ich kann mir zwar nichts darunter vorstellen, aber gerade deswegen muss ich unverzüglich hin, ich bekomme noch ein Ticket – der teuerste Platz für 100’000 Dong – und sehe wieder etwas ganz Neues, für mich noch nie da Gewesenes, die „Bühne“ is eine Pagode und davor ein Wasserpool. In diesem Wasser spielen nun verschiedene Puppen ein farbenprächtiges Stück, was wir zwar auch nicht verstehen, aber sehr abwechslungsreich und gekonnt dargestellt wird. Ich kann mir lange nich erklären, wie diese „Marionetten“ geführt werden, zum Schluss kommen dann die echten Puppenspieler hinter den Rollos der Pagode hervor. Wieder auf dem Platz erwartet mich das Gewühl und der Lärm dieser quirligen Stadt und ich finde nun meinen Weg schon besser zurück Richtung Hotel. Ganz in der Nähe gibt es ein hübsches Restaurant und ich esse wieder einmal Fried Rice. Den Abend lasse ich etwas ruhiger angehen, ich hoffe dass ich heute nicht alles nochmals schreiben muss.

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Hanoi, Vietnam

Hanoi, Vietnam
Hoàn Kiếm, Vietnam
Hoàn Kiếm, Vietnam In meinem Reiseführer steht: Wege durch den Altstadtdschungel… Also hatten Andere auch so ihre Schwierigkeiten sich in all den Gassen und Sträußchen zurecht zu finden. Heute am zweiten Tag in Hanoi kenne ich mich schon ganz gut aus und finde auf direktem Weg zum angepeilten Ziel. Am Morgen plane ich mit dem netten Chef des Hotels die Weiterreise, davon aber später, wenn ich unterwegs bin, sonst gibt es ja keine Neuigkeiten zu berichten. Mit dem Taxi fahre ich ans andere Ende der Stadt zum ethnologischen Museum, welches in meinem Reiseführer so gerühmt wird. Es ist erstaunlich wie viele Völker es in diesem Land gibt. Das Aussehen der Menschen ist zum Teil recht unterschiedlich und zum anderen für mich manchmal kaum wahrnehmbar. Einige Völker tragen nur graue und schwarze Kleidung, andere sind ganz farbenprächtig geschmückt. Das Museum zeigt die verschiedenen Handwerker und ihre Fertigkeiten. Vieles machen Sie wie unsere Vorfahren, anderes ist für mich eher ungewöhnlich, so werden auch hier Schattenfiguren gefertigt und die bereits beschriebenen Wasserpuppen. Die wunderschönen Stoffe lassen mein Herz höher schlagen. Im großen Garten des Museums sind verschiedene typische Häuser der Regionen aufgebaut, ein kleines „Ballenberg“ auf vietnamesisch. Das Langhaus finde ich besonders interessant. Etwas ganz Neues (für mich) habe ich auch hier wieder entdeckt. Da steht ein „Friedhofhaus“ in welchem ganze Familien begraben werden. Diese Begräbnisstätte ist umzäunt und mit großen Holzskulpturen geschmückt, welche schwangere Frauen sowie Männer und Frauen darstellen, die ihre intimsten Stellen zeigen (frei übersetzt vom Hinweisschild). Diese Skulpturen zeigen die Fruchtbarkeit und den Fortbestand der Familien. Ein schöner Gedanke, finde ich, anstatt das Ende eines Lebens zu betrauern, sich am Weiterbestand der Sippschaft zu erfreuen. Nun auf zum Westsee wo die Tran Duoc Pagode mitten in einer Brücke, auf einer kleinen Insel steht. Ein Mofafahrer will mich überzeugen, dass er ein sehr sicherer Fahrer sei, ich ziehe aber eine Taxifahrt vor, in Anbetracht des hiesigen Verkehrsverhältnisses. Bei der Pagode hat es viele Touristen aber ich kann ein paar schöne Bilder „schiessen“. Zu Fuß gehe ich dem Ufer des Westsees entlang, durch den botanischen Garten zum Ho Chi Minh Mausoleum, welches ich aber nur im Vorbeigehen anschaue. Für mich ist dieser Name mit Krieg und schlimmen Nachrichten aus meiner Kinder- und Jugendzeit verbunden, also nichts zum näher kennenlernen. Weiter geht es durch die Altstadt und ich entdecke ein kleines Restaurant „Fresh and Natural“ mit nur frischen Säften und Früchten (Sandwiches könnte man auch haben) und ich schlemme eine ganze Schale frische Früchte mit Joghurt, welches viel dicker ist als bei uns, und trinke endlich mal wieder einen geliebten Mangoshake. Nach diesen „Vitaminbomben“ gehe ich frisch gestärkt auf weitere Entdeckungstour durch die Altstadt. Eine Massage wäre doch jetzt genau das Richtige. Ich frage im Hotel beim vorbeigehen nach einer guten Adresse, leider muss ich sagen, denn die Massage war nicht wirklich gut und der Preis für hier viel zu hoch. Nun ja, es kann ja auch mal etwas noch besser werden. Ein langsamer Spaziergang am Abend mit anschließendem Abendessen in einem hübschen Restaurant beenden den aktiven Teil des heutigen Tages, wobei das Schreiben ja auch aktiv ist, nur anders. Das Schreiben ist für mich Vieles gleichzeitig, ich reflektiere das Tagesgeschehen, denke dabei weit mehr als ich hier preisgeben möchte, sortiere meine Gedanken und ich spüre, dass ich mir eine gute Gesellschaft bin. Ich habe mir viel zu sagen…. Im schönen Jahrbuch, welches ich von Barbara erhalten hatte steht ganz zu Beginn des Jahres der Spruch: Wenn du etwas ganz fest willst, dann wird das gesamte Universum dazu beitragen, dass du es auch erreichst. Dabei finde ich es auch wunderschön, dass meine Einträge dazu beitragen dass ich so schöne Wünsche aus der Heimat erhalte, mit der Zusicherung dass das Jahr 2015 gut werde, vielen Dank. Der freundliche Taxifahrer heute Morgen sprach davon, dass ich glücklich sei, gerade jetzt in Hanoi zu sein, da die meisten in den „happy new year holidays“ seien…… sonst sei noch viel mehr Verkehr…. Einerseits kann ich mir kaum vorstellen wie hier noch mehr Verkehr überhaupt Platz hat und andererseits finde ich es toll dass die Leute hier nicht nur von Neujahrsferien erzählen, sondern von glücklichen Neujahrsferien, toll oder? Also bin ich in meinen GLÜCKLICHEN NEUJAHRSFERIEN, sie dauern einfach etwas länger.

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Hanoi

Hanoi
Hoàn Kiếm, Vietnam
Hoàn Kiếm, Vietnam Die ganze Altstadt von Hanoi scheint ein einziger Markt zu sein, trotzdem will ich heute Morgen einmal zum grossen Dong Xuan Market gehen um mir das emsige Treiben dort anzuschauen. Man kann sich gar nicht vorstellen dass irgendjemand all diese Dinge kaufen will. Die Preise scheinen unschlagbar, zum Beispiel kann ich hier eine Daunenjacke, wie sie bei uns auch überall angeboten werden, für ca. CHF 24 kaufen, die Qualität scheint gleichwertig. Ich dränge mich durch die Menschen und geniesse zunächst das Gedränge um mich herum, als ich jedoch von einem Träger mit überdimensionalem Sack auf dem Rücken fast umgestossen werde habe ich genug und gehe wieder auf die etwas ruhigere Strasse. Auf dem Platz beim Hoan Kiem See kommt auf einmal ein „Schuhputzer“ auf mich zu, bückt sich und zeigt mir, dass meine Trecking-Sandalen fast ausgerissen sind. Ohne dass ich etwas antworten kann hat er schon einen speziellen Kleber in die offene Stelle gedrückt, mir einen Plastikschuh hingestellt, damit er meine Sandale befestigen kann. Ein Stuhl steht auch schon bereit, auf welchen ich mich währenddessen setzen kann. In Windeseile und sehr gekonnt näht er nun sämtliche Riemen an die Sohle an, will sogar noch die Absätze flicken, was ich zu verhindern weiss. Es ist mir von Anfang an klar, dass dies ein „Abriss“-Geschäft werden wird, aber meine geliebten Trecking-Sandalen, welche mich seit 2006 auf allen Reisen ohne Blasen begleitet haben, sind mir schon etwas wert. Die verrichtete Arbeit ist auch wirklich gut gemacht und ich bin bereit dafür etwas auszugeben. Der nette „Schuhputzer“ der recht gut Englisch spricht und mir alles über seine Familie erzählt hat will umgerechnet etwa CHF 40…. Nach einem langen Disput bedankt er sich für meine circa CHF 9, denn mein Argument, dass ich mir ja für den erstgenannten Preis hätte zwei Paar neue Schuhe kaufen können, leuchtet ihm ein, oder er hat gemerkt dass ich zwar Touristin aber nicht blöd bin. Er hat mir sogar die Sohlen meiner Trecking-Sandalen mit schwarzer Schuhwichse poliert. Erneut durch die Altstadt und dem See entlang bis zum Opernhaus, leider gibt es keinen offenen Ticketschalter, sonst hätte ich gerne eine Eintrittskarte für heute Abend gekauft. Auf dem Spaziergang zum Opernhaus bin ich bewusst den Galerien und Antiquitäten gefolgt. Es gibt ganz tolle Kunsthändler und Antiquitätengeschäfte ob echt oder unecht kann ich leider nicht beurteilen, verstaubt sind die vielen Dinge jedenfalls. Ein Künstler in einer Galerie hat es mir besonders angetan. Seine Bilder sind eine Mischung aus traditionellem und modernem Aspekt. Die Farbgebung würde hervorragend in mein Wohnzimmer passen. Das historische Museum liegt gleich neben dem Opernhaus, nur hat es heute zu und ein netter Rikschafahrer erklärt es mir und will mich stattdessen zum Women Museum bringen. Eine Rikschafahrt fehlt noch in meinem Katalog, also den Preis abgemacht und nun auf zum Frauen Museum. Was für eine tolle Sache ein Museum eigens für und über die Frauen Vietnams zu machen. Wie überall auf der Welt unternehmen die Frauen alles erdenkliche um ihren Kindern eine Erziehung, Schule und Ausbildung zu ermöglichen. Im Museum werden Geschichten erzählt von Straßenhändlerinnen in Hanoi, welche so den Lebensunterhalt für die Familie verdienen. Eine Geschichte möchte ich hier kurz andeuten: der Ehemann und Vater züchtet Schweine im Dorf woher sie kommen und verdient damit etwa USD 60 im Jahr, für den Rest muss die Frau mit ihrem Straßenhandel aufkommen! Es gibt aber auch ein ganzes Stockwerk über berühmte Frauen in Vietnam. Im Museumshop kann man von Frauen hergestellte Andenken kaufen. Im Vorhof des Museum sitze ich gemütlich in einer Lounge, trinke etwas und esse (schon wieder) Spring Rolls. Weiter geht mein Weg kreuz und quer, immer wieder entdecke ich noch andere Gassen und komme zur St. Josephs Cathedral. Nicht weit davon entfernt entdecke ich einen Beauty Salon und hier machen sie tatsächlich Schellack, also kurz entschlossen lasse ich mir die Füsse machen und die Kosmetikerin findet so Gefallen an meinen langen Fingernägeln dass sie unbedingt ihre neuen Nagellacke an mir ausprobieren will, ich müsse nicht mehr bezahlen… Das lasse ich mir gerne bieten. Mit schönen Finger- und Fussnägeln mache ich mich auf den Weg ins Hotel, da heute mein Skype Termin mit meiner Familie ist. Unterwegs sollen noch meine Füße massiert werden und auch dazu lasse ich mich gerne überreden. Ich freue mich sehr dass ich fast meine ganze Familie erreiche, den anderen hinterlasse ich eine Videobotschaft. Dank Skype fühlt man sich nicht ganz so weit weg von all den Lieben. Joy, meine kleine Enkelin, wollte schon zur Türe weil sie dachte dass ich jetzt dann gleich komme. So geht auch dieser vorgesehene letzte Tag in Hanoi dem Ende entgegen. Da ich morgen aber erst mit dem Nachtzug nach Sa Pa, ganz im Norden an die chinesische Grenze reisen werde, bleibt mir noch ein weiterer Tag in Hanoi. Ein Museum hat sich ja für mich aufgespart.

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Hanoi und Nachtzug nach Sa Pa

Hanoi und Nachtzug nach Sa Pa
Hoàn Kiếm, Vietnam
Hoàn Kiếm, Vietnam Heute muss ich nach dem Packen den Tag nochmals in Hanoi verbringen, da ich erst am Abend mit dem Zug nach Sa Pa fahren werde, Das historische Museum will mich definitiv nicht empfangen, es ist auch heute closed. Also sitze ich auf dem Opernhausplatz und trinke einen hervorragenden Cappuccino. Überhaupt bin ich überrascht wie gut der Kaffee hier fast überall schmeckt, das bin ich sonst in Asien nicht gewöhnt. Heute ist, seit ich aufgebrochen bin zu meiner Reise, der erste etwas ruhigere Tag, denn nun kenne ich Hanoi von allen Ecken und Enden, außer das historische Museum, es nieselt und es ist so gemütlich in dem hübschen Café. Im Moment läuft Lara’s Theme aus Dr. Schiwago und ich denke an meinen ersten Kinofilm, welchen ich zusammen mit meinem Mann angeschaut hatte. Wie lange ist das her und doch so präsent sobald ich diese Musik höre. Welche Musik wird mich wohl an meine Reise durch Vietnam erinnern? Die Geräuschkulisse ist zwar immens, aber mit Musik hat das nicht viel zu tun. Habe ich einen Reiseblues? Definitiv NEIN, mir geht es gut, auch wenn ich heute etwa nachdenklicher bin. Das Alleinreisen ist ja auch immer eine Reise zu sich selber. Es ist durchaus angenehm einmal Zeit zu haben „nur“ den eigenen Gedanken zu lauschen, achtsam die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und danach die nächsten Unternehmungen zu planen, oder einfach mal nichts zu tun. Die Erkenntnis dass ich viel zu sehr die Bedürfnisse der Anderen bediente kommt ja nicht erst heute, nur muss ich meine manchmal aufkommende Wut über das nicht wertschätzen meiner jahrelangen liebevollen Bemühungen noch „unter die Füsse“ bringen, damit ich frei von allen Altlasten in die Zukunft gehen kann. Mir fehlt eigentlich nur ein dankbares Anerkennen meiner Arbeit, meiner Zeit welche ich investierte (was für mich ja auch Verdienstausfälle bedeutet) und meiner Liebe, die zwar immer ein Geschenk ist, aber gerade für Geschenke sollte man sich doch bedanken? Nun ja, fei nach Julia „man soll die Perlen nicht vor die Säue werfen, was kann die Sau dafür dass sie den Wert der Perlen nicht erkennt und sie auffrisst?“ Nun bestelle ich mir noch eine Kürbissuppe und genieße das schöne Ambiente weiterhin. Wieder in den Straßen Hanois unterwegs komme ich mit einer Englisch-Studentin ins Gespräch. Sie erzählt mir viel über ihre Großmutter, welche es geschafft hatte (während des Krieges) ihre drei Kinder aufzuziehen, da ihr Großvater sehr früh verstorben sei. Sie fragt mich, was ich über den Vietnamkrieg wisse, und ich erwähnte, dass mir in Erinnerung sei „about North and South Vietnam“ aber dass ich Kriege nie verstehen würde….. Wir sitzen auf einer Bank am See und sie will wissen, weshalb ich Vietnam als Reiseziel ausgesucht hätte. Das ist gar nicht so einfach zu beantworten, zunächst einmal weil ich es noch nicht kenne und dann um die verschiedenen Gegenden von Norden bis Süden und die Bewohner kennen zu lernen, das sei jedoch in Hanoi gar nicht so einfach, da alle Menschen so busy seien. Die Studentin entschuldigt sich für ihre Landsleute und hält mir einen Vortrag, wie die Menschen mittlerweile mehr an ihren Tablets und Handys interessiert seien, anstatt „to talk to each other“. Also hier auch, ich bin gespannt wie es auf dem Land sein wird, sie versichert mir, dass die Menschen in den Dörfern mehr Zeit hätten. Nach etwa einer Stunde verabschieden wir uns und gehen jede ihrer Wege. Beim flanieren am See kommt eine Vietnamesin mit den typischen Tragekörben auf mich zu, legt mir ihre Last auf die Schulter und will für mich ein Bild machen. Auf jeden Fall will ich anschließend noch ein Bild von ihr, was ich hier leider nicht laden kann, denn das habe ich mit meiner Kamera aufgenommen. So geht auch dieser ruhige Tag dem Ende entgegen. Ich warte auf meinen Nachtzug und bin gespannt wie es sein wird. Sa Pa ich komme…..

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Sa Pa, Vietnam

Sa Pa, Vietnam
Sa Pa, Vietnam
Sa Pa, Vietnam Die Sonne scheint, die Gegend ist eigentlich ganz abgelegen, aber eben, die Touristen…. Ich weiß, ich bin auch eine Touristin aber so viele andere Touristen nerven mich. Ich weiß es schon lange, ich bin kein Massentourismus-Mensch und jetzt bemühe ich mich gerade wieder ich selber zu werden. Das was ich heute war gefällt mir nämlich gar nicht. Ich fühle mich gestresst, habe zu wenig geschlafen und ziehe mich in mein „Schneckenhaus“ zurück. Was ist passiert? Das ganze fing schon gestern im Nachtzug an. Ein Angestellter des Hotels hat mich zum Bahnhof gebracht, meinen Rucksack getragen und mich in das Zugabteil begleitet. So weit so gut, nun sollte ich in einem 4-er Abteil in ein oberes Bett hinaufklettern, ohne Leiter oder auch nur irgendetwas um drauf zu stehen (außer auf das untere Bett wo schon eine etwa 40 jährige Alleinreisende aus Kanada saß. Hätte ich Anlauf genommen hätte ich bestimmt den Kopf angeschlagen, und wenn ich nachts eventuell raus muss? Ich habe mich entschieden mich zu weigern in einem oberen Bett zu schlafen. In das andere untere Bett könne ich nicht, deutete mir der Boy vom Hotel. Er rief seinen Boss an und rannte dann nach draußen. Keine zwei Minuten später kamen zwei nette junge holländische Backpacker und meine Frage „Would you mind…“ rückte alles richtig. Natürlich war es kein Problem für die beiden in die oberen Betten zu kriechen. Ein Gespräch war bereits im vollen Gange (mit den jungen Holländern) und ich hatte es mir schon im unteren Bett bequem eingerichtet, da kam der Hotelboy mit einem neuen Ticket, ich müsse jetzt das Abteil wechseln. Ich wollte ihm klarmachen, dass nun alles OK sei, da mischte sich die Kanadierin ein „you have to go out now“…. Und ich? ICH lasse mir das gefallen und trete den Rückzug an. Die Nacht im Zug war dann ein Geschüttel und Gerüttel, das Abteil aber sehr sauber und das Bett nicht mal ganz so unbequem, ab und zu konnte ich sogar etwas schlafen. Ich habe an meine letzte Fahrt im Nachtzug gedacht, da war es bedeutend lustiger. Ich war mit Theresia und Sunil unserem indischen Treckingführer im Himalaya und wir haben UNO gespielt und viel gelacht. Nun auch eine langweilige Nacht geht mal zu Ende, besonders wenn das Ende schon um 4.30 Uhr kommt. Am Bahnhof in Lao Cai warten Minibusse um die ankommenden Reisenden in die diversen Hotels zu verteilen. Meiner ist noch nicht da, also warten. Endlich im Minibus heißt es, warten (auf einen weiteren Zug). Und wie es mein „Glück“ heute so will…. Ihr erratet es sicher schon, die „nette“ Kanadierin sitzt im gleichen Minibus. Nun habe ich ja doch einiges gelernt und gehe ganz einfach auf sie zu und frage ob ich mich neben sie setzen dürfe „if you dont mind….“ Sie fand dass ich doch besser beim Fahrer vorne sitzen solle…. Nun das wars, Rückzug meinerseits auf der ganzen Linie. (Welcher verhassten Tante gleiche ich wohl?) Die Fahrt nach Sa Pa ist abwechslungsreich und geht in ständigen Kurven in die Berge hinauf. Sa Pa liegt 1300 m über Meer, das Wetter gleicht unserem im Oktober. Am Morgen eher kalt, etwas Nebel, aber beim wandern und wenn die Sonne scheint wird es angenehm warm. Das Frühstück wartet schon auf uns, danach wieder warten…. auf den Start der Trecking Tour um 9.30 Uhr. Und wer ist in meiner Gruppe? Und diese Frau bringt es doch tatsächlich fertig mich links liegen zu lassen und die anderen fünf der Gruppe in laufende Gespräche zu verwickeln – und ich lasse es mir gefallen und ziehe mich nun definitiv ins Schneckenhaus zurück. Auf der schönen, nicht sehr anstrengenden Tour werde ich von unserem Guide immer wieder gefragt ob es gehe, sobald eine Stelle kommt bei der es endlich etwas nach Trecking aussieht will er mich halten. Er meint es sicher sehr freundlich, aber heute erwischt er mich auf dem falschen Fuß. Beim etwa 6. mal nachfragen gebe ich zur Antwort „i’m very well, why should I not be well? I’m old but not stupid. Zum Glück hatte ich noch nie eine solche Teilnehmerin in meinen Seminaren – oder bin ich dann in einer andern Rolle? Tatsache ist man kann sich definitiv nicht ausweichen wenn man allein unterwegs ist. Nach der Trecking Tour erwartet mich eine ganz liebe Nachricht aus der Heimat, voll Aufmunterung, gerade im richtigen Augenblick. Es ist schön zu erkennen dass einem die Zufälle nur so ZUfallen! Also doch alles wieder gut und das Schneckenhaus zertrete ich jetzt endgültig, zumindest für den Rest der Reise! In der Region um Sa Pa gibt es mehrere Volksgruppen (in ganz Vietnam gibt es 54 Volksgruppen), welche als Minderheiten noch ganz ihre alten Traditionen leben. Wir dürfen auch in ein H Mong (ausgesprochen Hamong) Haus eintreten und ein ganzes Dorf stellt sich quasi als Museum zur Verfügung. Es gibt schwarze H Mong, blaue, rote und Blumen H Mong. Das bezieht sich auch auf ihre Kleidung, welche sie alle mit Hanf von den Feldern selber weben, nähen und besticken. Die Blumen H Mong haben ganz bunte Kleidung und Hüte, die wie Kopftücher aufgetürmt aussehen, die roten haben vorwiegend rote Farbe, die blauen blau und wie könnte es anders sein, die schwarzen H Mong tragen vorwiegend schwarz. Das ist mir schon im Museum in Hanoi aufgefallen, nun habe ich die Erklärung dazu. Die bunten plissierten kurzen Röcke habe ich aber doch schon im Hochland von China gesehen? auch die Menschen wirken auf mich genau so. Ich frage den Guide, das ist wenigstens ein Vorteil wenn man im Strom der Touristen mit schwimmt. Und tatsächlich die H Mong seien vor etwa 250 Jahren aus China eingewandert. Die Welt wird allmählich wirklich zu einem Dorf. Es ist toll wenn ich Altes mit dem Neuen kombinieren kann. Die Frauen machen wunderschöne Handarbeiten, vor allem besticken sie Kissenhüllen, kleine Taschen, Rucksäcke, Brillenetuis und vieles mehr. Der Verkauf dieser Handarbeiten ist ihr Verdienst und es ist fast schade dass ich nichts von diesen Dingen brauchen kann – und auch nicht die ganze Reise mitschleppen will. Auf der Tour besuchen wir auch eine Schule. Die Kinder haben gerade Mittagspause. Die Knaben spielen fast alle draußen eine Art Fußball mit einem Federball. Sie sind sehr geschickt, einige Mädchen schauen zu oder sind Schiedsrichter und zählen die Punkte. Auf einem Feld haben sie ein Netz gespannt und spielen mit eben diesen Federbällen Volleyball. Es ist eine Boarding School und die Bubenzimmer sind fast alle leer (weil fast alle am Spielen) und die paar wenigen Anderen sitzen auf ihren Betten mit ihren……HANDYS. In den Mädchenzimmern sieht es ganz anders aus. Fast auf jedem der Betten sitzen Mädchen und sticken. Genau solche Muster wie wir sie vorher im Dorf Cat Cat gesehen hatten. Nach eine schönen warmen Dusche mache ich mich allein auf um die Gegend zu entdecken.

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Trecking in Sa Pa

Trecking in Sa Pa
Sa Pa, Vietnam
Sa Pa, Vietnam Die Entscheidung am Morgen war eigentlich vorauszusehen. Nach dem tollen Frühstück vom Buffet (es gibt Bällchen aus Süsskartoffeln, Gemüse und Früchte, natürlich auch Pancakes, Reis , Suppe etc.) bezahle ich den Aufpreis für das Tageszimmer, denn ich habe keine Lust heute nach dem Trecking mich nur notdürftig im Keller umzuziehen um mich vor der Fahrt im Nachtzug frisch zu machen. Das Gepäck kann ich so auch noch im Zimmer lassen. Das wird wohl die teuerste Dusche (CHF 15), aber das ist es mir wert. Ich erkundige mich an der Rezeption nach den Touren und erhalte eine Skizze, welche die fehlende Wanderkarte ersetzen soll. Viel früher als meine Gruppe mache ich mich auf den Weg nach Y Linh Ho, Lao Chai und Ta Van. Dort treffe ich die Volksstämme H Mong (schwarze und rote wie ich inzwischen unschwer erkennen kann) und Dzay. Der Weg führt vor allem nach unten zum Fluss und das Wetter ist genial zum wandern, angenehm kühl und die Sonne wärmt genug dass man nicht friert. Zunächst ist der Weg recht beschwerlich, mehr ein ausgewaschenes Bachbett, sobald man endlich von der Straße weg kommt. Die Aussicht ist wunderschön, die vielen Reisterrassen, der Fluss weit unten und die Berge welche sich immer wieder hinter Wolken verstecken. Von Dörfern sieht man vorerst nichts, umso mehr sieht man Gruppen mit Guide unterwegs. Es gibt keine „Wanderwegweiser“ und ich bin froh dass ich mich an den Gruppen orientieren kann, denn der Weg ist alles andere als eindeutig zu erkennen. Ein Verirren geht heute gar nicht, ich muss wieder rechtzeitig im Hotel sein. Um die Mittagszeit habe ich dann endgültig die Gruppen hinter mir gelassen, da alle in einem Homestay sitzen und essen. Jetzt komme ich auch durch die Dörfer am Fluss. Die Menschen sind sehr freundlich, einige sprechen auch ein wenig Englisch, aber bald finde ich heraus, dass wie in Kambodscha die Kinder war alle sagen können: Where do you come from? What is your name? Want to buy Souvenirs? – aber wenn man mit Ihnen sprechen will merkt can sehr schnell dass dies wohl alles war. Ich kaufe mir eine Flasche Wasser und einen Reiskeks (für 0.75 CHF) aber keine Souvenirs. Nicht mal von der netten Witwe, welche 67 Jahre alt ist und ihren Mann vor 4 Monaten verloren hat. Ein Baby Tragetuch, schön bestickt, wie sie es hier haben, hätte ich vermutlich gekauft, aber das hatten sie nicht für die Touristen. Gemäß Guide sollte diese Tour 5 1/2 Stunden dauern, ich habe die ganze Tour in 3 1/2 Stunden geschafft. Nur wie jetzt wieder nach Sa Pa kommen? Ich frage einen Mofafahrer nach dem Preis, aber die umgerechnet CHF 5 waren mir zu teuer, daran sieht man wie sehr ich mich schon akklimatisiert habe, und ich erkundigte mich nach einem Bus. Etwa einen Kilometer weiter soll eine Busstation sein, nur als ich da ankomme finde ich nichts. Ein Paar aus Paris mit ihrem Guide begegnend mir und ich frage wie sie denn nach Sa Pa zurück kommen. Sie hätten einen privaten Fahrer. Ich habe angeboten meinen Anteil zu bezahlen wenn ich mitfahren könne, nur darauf wollten sie sich nicht einlassen. Diese Touristen! Zum Glück sind die Einheimischen viel hilfsbereiter, nach einigem palavern hin und her findet sich ein netter Kerl der mich mit seinem Motorrad nach Sa Pa bringt. Er fährt auch ganz anständig, soweit es die Straße zulässt. Ein Abenteuer für sich die 12 Kilometer auf der Straße voll Schlaglöcher, Schlamm, Steinen und Bächen, die einfach darüber fließen. Das ganze hat dann auch „nur“ CHF 3 gekostet. Meine heiße Dusche im Zimmer genieße ich in vollen Zügen und die frischen Kleider, eine Wohltat. Dann die Überraschung, man gibt mir das Geld für das Late Check out wieder zurück, das Hotel wolle mir nichts verrechnen. Dieser zweite Tag in Sa Pa ist voll schöner Eindrücke und ich stelle fest, dass ich zwar alleine unterwegs war, aber mich nicht so einsam fühlte wie gestern in der Gruppe.

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