Helene Inderbitzin

Helene Inderbitzin

The Reef

Sonntag, 8. Oktober 2017

Ich bin wirklich HIER! Immer noch glaube ich zu träumen.

Nach einigen Anfangsschwierigkeiten mit meiner Taucherbrille gleite ich jetzt durch das türkisblaue Wasser, unter mir gibt es hunderte verschiedene Fische, Korallen, Seeanemonen und solches wofür ich keine Namen kenne. In allen Farben leuchten die Gewächse und Pflanzen. Dazwischen schwimmen die schillernden Fische in allen Grössen. Immer wieder entdecke ich Neues. Mary unsere Begleitung ist neben mir, ich erzähle ihr von dem grossen Fisch, welchen ich in einem Loch entdeckt habe. Sie taucht nach unten und bestätigt mir den „grossen“ Fisch als Hai. Es ist unglaublich wenn man das Great Barrier Reef mit eigenen Augen sehen kann. Das Dahingleiten im Wasser, in absoluter Stille, einmalig. Weiter vorne entdecke ich Schildkröten, welche sich sehr anmutig im Wasser bewegen. Der Tag heute beginnt früh, wir werden zur Ausflugs Company gebracht, wo wir nach den formellen Fragen und Antworten Taucheranzüge bekommen.  Peter passt in seinen natürlich nicht rein, aber bis unter den Bauch geht es gerade noch mit Zwängen und Würgen. Es ist das erste Mal dass ich so einen Anzug trage, aber für mich ist es bequem, obwohl mir noch nicht ganz klar ist, weshalb wir zum Schnorcheln einen solchen Anzug anziehen sollen. Nach dem ersten Tauchgang merke ich wie kühl man auch im warmen Wasser bekommt. Zu Fuss geht es an den Strand, wo es auch Krokodile gibt, um durch das Wasser zum Boot zu waten. Es ist ein Schnellboot mit einem Rand wie ein Gummiboot. Das rast jetzt mit uns raus zum Riff, wir kommen uns vor wie auf einer Achterbahn. Es ist lustig, aber man muss sich ganz schön festhalten und ab und zu wird man in ein Wellental geworfen oder schlägt auf einer Welle auf. Etwa eine halbe Stunde dauert die Fahrt zu unserem ersten Punkt. Das Barrier Reef ist hier viel näher als in Cairns, so dass wir nicht so lange mit dem Boot fahren müssen. Es bleibt viel Zeit zum entdecken und schwimmen, alles ist bestens organisiert, nicht die übliche Touristen-Abfertigung. Ich bin begeistert. Peter weniger, er kann sich nun einmal nicht mit dem Meer anfreunden, und schon gar nicht, wenn man den Kopf unter Wasser halten sollte (man wird so nass dabei). Die rasante Bootsfahrt findet Peter aber auch lustig. Ein später Imbiss in einem kleinen Lokal ist nun angesagt. Es gäbe Burgers, 6 Mini Probier Burgers, unter anderem aus Krokodil, Känguru und Emufleisch. Wäre eine Gelegenheit, bisher konnte ich mich noch nicht dazu überwinden Krokodil oder Känguru zu probieren. Da Peter jedoch gar nicht zugreifen würde sind mir 6 Burgers, wenn auch kleine, zuviel. Für den Abend kaufen wir noch Käse, Crackers und Wein, es ist so gemütlich vor unserem Häuschen.

Cape Tribulation

Samstag, 7. Oktober 2017

Am Morgen fahren wir mit dem Bus in die Stadt um unser Fahrzeug für die nächsten Wochen entgegenzunehmen. Alles läuft problemlos und wenige Minuten später fahren wir mit „unserem“ KIA Richtung Norden zum Cape Tribulation. Ausnahmsweise mal ein grosses und sehr bequemes Fahrzeug. Entlang dem Meer führt uns der Highway zunächst nach Mossman wo wir den Mossman Gorge besuchen, eine Schlucht, welche hinter einem Aborigines Dorf durchwandert werden kann. Durch das Dorf soll man nicht wandern, sondern den Bus bis zum Eingang zur Schlucht nehmen, natürlich respektieren wir es und fahren mit dem Bus. Die kleine Wanderung durch den Daintree Nationalpark ist eindrücklich, auch wenn wir keine Tiere sehen,

Weiter geht die Fahrt Richtung Cape Tribulation in den Regenwald, der hier noch sehr urtümlich wächst und viele verschiedene Fauna kombiniert, was sehr selten ist. Eine kleine Fähre führt über den Daintree River und etwa 38 km führt nun die Strasse durch den Regenwald. Ein schöner Aussichtspunkt lockt zum Anhalten.

Das Ferntree Ressort ist etwas in die Jahre gekommen, aber unser Häuschen mitten im Dschungel ist hübsch, vor allem können wir draussen sitzen und müssen nicht drinnen bleiben.

Das Abendessen geniessen wir im Restaurant des Ressorts.

Ferientag in Cairns

Freitag, 6. Oktober 2017

Das Frühstück verpasse ich, da ich zuerst meine Wäsche wasche und meinen Koffer so umpacke, dass es für die Weiterfahrt morgen praktisch ist. Also setze ich mich in die Lobby, welche zum Glück draussen ist, schreibe und lese. Irgendwann dauert es mir aber doch zu lang bis Peter kommt. Als er endlich auftaucht will er lesen und „planen“. Ich warte weiter, leider ist der halbe Tag schon vorbei. Endlich will Peter ein paar Schritte gehen, bis zum nächsten Restaurant (welches zuerst im Internet gesucht werden muss) und dann gar nicht da ist wo veröffentlicht.

Um die nächste Strassenecke sehe ich ein kleines Café mit Illy Kaffee, natürlich ohne Bier für Peter. Ich geniesse frische Scones mit Cream, Butter und Konfitüre und einen Cappuccino.

Der Esplanade entlang gehen wir zurück, vielmehr will ich endlich etwas von Cairns sehen, obwohl Peter im Internet herausgefunden hat, dass es nichts zu sehen gibt. Ich gehe also alleine weiter und geniesse den Spaziergang in vollen Zügen. Es hat wunderschöne Kinderspielplätze, Pick-Nick Tische am Schatten und immer wieder Fitnessgeräte in verschiedensten Ausführungen.

 

 

 

 

Weiter vorne hat es direkt am Strand einen riesigen Swimmingpool, da man hier im Meer nicht baden kann. Es gibt Krokodile und Quallen. In diese Badi können alle gehen, genau so wie an einen Strand.

 

 

 

 

 

 

 

Was sehe ich jetzt? Ein Bus, der wie ein Schiff gebaut ist und darauf geschrieben steht „see the crocos“. Zum Glück bin ich inzwischen „senior“, so dass mein Ticket erschwinglich ist. Ich überlege nicht lange und steige ein. Die Fahrt geht zunächst durch die kleine Stadt als Bus. Dann aber fährt der Bus einfach ins Wasser und wird zum Schiff. Entlang der Mangroven und zwischen Inseln fahren wir nun, leider ohne ein einziges Krokodil zu sehen. Ein ganz spezielles Erlebnis.

Am Abend kommt Peter dann mit in die Stadt, da es dort viele verschiedene Restaurants gibt, wie ich sehenderweise inzwischen herausgefunden habe.

Cairns Australien

Donnerstag, 5. Oktober 2017

Nach einer kurzen Nacht im Flieger landen wir bereits kurz nach 5 Uhr  in Cairns. Lange muss ich auf meinen Koffer warten, ich befürchte schon dass er nicht ankommt. Endlich erscheint er aber doch auf dem Band. Wieder die grosse Diskussion mit Peter wie wir wohl zu unserem Hotel kommen. Das Mietauto habe ich erst in zwei Tagen gebucht, da wir bis dahin in Cairns selber sind. Peter will immer zum vornherein genau wissen wie alles ist, wo sich alles befindet und am besten noch was es kostet, ich selber bin da ganz anders, ich gehe in ein anderes Land weil ich etwas Neues, etwas Anderes sehen und erleben möchte, darauf lasse ich mich einfach ein und schaue wie ich weiterkomme. Peter will schon wieder diskutieren, ich gehe einfach zum Schalter der mit Airport Shuttle angeschrieben ist, frage wie wir am besten zum Bay Village Tropical Retreat kommen, schon habe ich zwei Tickets für den Bus, eine genaue Wegbeschreibung wie wir zum Platz Nr. 1 kommen und wenige Minuten später fahren wir schon los. Wir werden direkt vor unser Ressort gefahren.

Unser Zimmer ist noch nicht bezugsfertig so früh am Morgen, aber Frühstück auf der Terrasse können wir haben. Einige Vorschläge für Ausflüge habe ich von der Rezeption mitgenommen. Eine Bahnfahrt mit einem alten Zug in ein Aborigines Dorf in den Bergen gefällt uns. Jetzt müssen wir uns aber beeilen, in 20 Minuten fährt der Zug.

Durch Regenwald, über Brücken und durch Tunnels fährt der Zug. Erklärungen über die Entstehung der Bahnstrecke werden laufend über Lautsprecher durchgegeben, ich schlafe zwar immer wieder ein, denn drei Stunden Schlaf im Flieger sind doch etwas kurz. Das Dorf ist hübsch, mit vielen kleinen Geschäften, welche ich alleine erkunde. Besonders Opale werden hier in allen Farben und Formen angeboten. Dazwischen sitzen immer wieder Kinder und Erwachsene, welche mit einem Digeridoo spielen. Natürlich für Touristen gemacht, aber hübsch.

Aquarium und Irrfahrt über und unter dem Meer

Dienstag, 3. Oktober 2017

Osaka heute auf eigene Faust, Yas und Yasuko mussten heute früh wieder nach Tokyo. Kein Problem, es gibt ja Taxis und noch einige Ziele, welche uns interessieren. Das Aquarium ist auch in meinem Reiseführer angegeben. Peter möchte jedoch nicht die ganze Strecke mit dem Taxi fahren, da es ziemlich weit ist. Ich selber gebe zu bedenken, dass es meistens 2 Tage dauert bis man sich mit dem öffentlichen Verkehrsnetz und mit den Richtungen vertraut gemacht hat.

Also auf zur Station, den Plan haben wir bereits im Hotel studiert. Das richtige Ticket und die richtige Station, zudem die Richtung, finde ich an der Station. Peter will zwar meist in die andere Richtung, aber im öffentlichen Verkehr finde ich mich nun mal besser zurecht. Bei den Universal Studios steigen wir aus und folgen der Menschenmenge. Hier geht es aber nur in den Vergnügungspark, also suche ich mir den Weg mit der Karte zum Aquarium. Im Hoteleingang beim Park frage ich nach dem Weg zum Aquarium und Peter will wissen wie weit es sei. 5 Minuten zu Fuss, also durchaus machbar.

Die 5 Minuten sind schon lange vorbei und wir befinden uns immer noch auf der Strasse zum Ende der Landzunge, an welchem sich, laut unserer Karte, das Aquarium befindet. Der Bus, welchen wir finden, fährt auch nicht dahin. Nach fast einer Stunde treffen wir eine Studentin, welche uns auf ihrem Handy die Karte öffnet und sagt, dass es noch eine Stunde weiter zu Fuss sei. Wir verstehen das nicht, denn das Aquarium kann laut unserer Karte gar nicht mehr so weit sein, und die 5 Minuten? Es bleibt nichts anderes übrig als zurück zu den Taxis zu gehen, welche wir vor 15 Minuten gesehen haben.

Wir machen dem Taxifahrer begreiflich, dass wir zum Aquarium Kayukan wollen, was er auch zu verstehen scheint. Wir fahren lange, über Brücken, unter dem Meer durch Tunnels und wieder über eine lange Brücke. Peter macht dem Taxifahrer klar, dass wir falsch sind, da wir ja nur ans Ende der Landzunge wollen. Dieser aber übersetzt mit Google auf seinem Handy dass der Highway closed sei. Nun was wollen wir, wir lassen uns weiter fahren und kommen tatsächlich beim Aquarium an. Auf der anderen Insel als von uns angenommen und gemäss unserer Karte. Peter stellt fest, dass wir auch das Taxi von unserem Hotel hätten nehmen können, es wäre nicht teurer gewesen!

 

 

 

Das Aquarium ist sehenswert, ein riesiges Becken in der Mitte kann auf allen Stockwerken, welche man in einer Art schneckenförmiger Strasse hinuntergeht, gesehen werden. Walhaie, Rochen, andere kleinere Haie und viele verschiedene Fische befinden sich hier und können bequem beobachtet werden. Es gibt auch Pinguine, Delphine und Robben. Die farbigen Quallen sind wunderschön anzusehen.

Eine Pause an der Sonne auf dem Platz vor dem Aquarium im Anschluss tut gut. Jetzt sehen wir den Weg zur Fähre zu den Universal Studios. Das waren wohl die 5 Minuten zur Fähre auf der anderen Insel die wir hätten nehmen können. Erst jetzt sehen wir auf unsere Karte den kleinen Stern und den Strich, die Markierung für den Ort des Aquariums. Nun wenn einer eine Reise tut…. Die Fahrt zurück zum Hotel mit der U-Bahn ist jetzt ein Kinderspiel.

Osaka bei Regen

Montag, 2. Oktober 2017

Die kurze Fahrt mit dem Zug nach Osaka ist ein Kinderspiel mit unseren japanischen Freunden. Wenn wir alleine unterwegs wären, müssten wir sehr viele Pläne lesen um uns an den riesigen Stations zurecht zu finden, aber immer noch ist Einiges in Englisch angeschrieben. Heute ist Regen angesagt und es regnet tatsächlich den ganzen Tag, zunächst nur wenig, am Abend immer mehr.

Das Osaka Castle ist unser erstes Ziel. Im Hauptturm befindet sich das Museum, welches heute rege besucht wird.  In Erinnerung bleiben mir bestimmt die Details der riesigen Wandschirme mit Landschaften und Dörfern. Zunächst denkt man, es handle sich einfach um einen Haufen Menschen, die einen auf Pferden, andere zu Fuss unterwegs. Wenn man aber die Vergrösserung sieht staunt man über die Details, welche gemalt wurden.

Auch das Wort „Schriftrolle“ hat für mich eine detailliertere Bedeutung bekommen. Die Schriftrollen, welche hier ausgestellt sind, sind wahre Kunstwerke, fast ein wenig Patchwork und irgendwo dazwischen ist in den wunderschöneren Schriftzeichen ein Brief , der inmitten dieser Seide fast klein wirkt, auch sieht man die Bänder, mit welchen die Rollen zusammen gebunden werden.

Nun fahren wir mit dem Taxi zu einer Einkaufsstrasse, hier gibt es einfach alles in riesiger Auswahl. Wir gehen ein wenig durch die Strassen bis wir in einer Sushi Bar enden. Leider schmecken hier die verschiedenen Stücke teilweise gar nicht.

 

 

 

 

Eine kleine Rast im Hotel bevor wir zum Abschiedsessen mit Yas und Yasuko aufbrechen. Leider müssen die Beiden uns morgen schon verlassen und wieder Richtung Tokyo fahren. Erneut ein Shabu Shabu, in der Gemeinschaft mit guten Freunden, was will man mehr?

 

 

Nara und seine Tempel

Sonntag, 1. Oktober 2017

Heute ist bereits Sonntag und wir sind schon eine Woche in Japan. Ein kleiner Spaziergang heute morgen, ganz alleine führt mich durch einen kleinen Markt. Es werden viele Handarbeiten, Holzwaren und Schmuck angeboten. Die Feinheit der Arbeiten zeigt die Sorgfalt, mit welcher hier alles ausgearbeitet wird. Auch ausgestellt werden die Dinge nicht einfach auf dem Tisch, sondern als Unterlage dient z.B. Ein kleines Fell und ein Leder, darauf wird eine Wurzel gelegt und erst jetzt dekoriert man die verschiedenen Schmuckstücke darauf.

Der Shrine, den wir heute besuchen liegt in einer anderen Richtung und kann mit dem Bus erreicht werden. Heute sehe ich, wie Yas uns erklärt hat, einige Babys in weissen Taufkleidern, welche von ihren Eltern und Grosseltern zu diesem Ort gebracht werden, ob es eine Zeremonie zur Taufe gibt finde ich nicht heraus, aber Fotos werden viele gemacht und jedesmal wenn ein anderes Familienmitglied das Neugeborene hält wird um beide der gelbe Seidenmantel, vermutlich ein Kimono, gebunden.

 

Die Anlage ist ganz speziell, es gibt überall Laternen, welche an besonderen Feiertagen angezündet werden. In einem Raum, welcher durch einen dicken Vorhang abgedunkelt ist, reihen sich die hübschen, beleuchteten Laternen aneinander.

 

 

Die Anlage ist riesig und man könnte noch Stunden darin verweilen und immer noch neue Gebäude und Wege entdecken, aber jetzt fahren wir mit dem Bus ein Stück weit zurück um die Häuser im alten Viertel von Nara anzusehen. Die alten Häuser beherbergen zum Teil kleine Geschäfte, Museen oder Cafés und Restaurants. In einem dieser alten Häuser essen wir ganz angemessen Nudelsuppe und trinken Grüntee. So habe ich mir immer Japan vorgestellt. Irgendwie sind wir Menschen schon komisch. Wir wollen mit allem Komfort in modernen Wohnungen und Häuser wohnen, aber in den Ferien besuchen wir die alte Stätten, welche uns anziehen wie Magnete, 

Eine kleine Pause im Hotel bevor wir Yas und Yasuko, welche inzwischen eingetroffen ist, treffen um gemeinsam zu einem Tepanyaki Restaurant zu gehen. Unterwegs will Peter mir einen Pinsel kaufen, welche es hier für die japanische Schrift zu kaufen gibt, Yas aber will mir dies unbedingt zum Geschenk machen.

Das Essen ist ausgezeichnet und die Worte fliegen nur so hin und her. Es ist eine Freude hier zu sitzen.

Yas hat eine ganz spezielle Sake Bar hinter einem Shop, nur für geladene Gäste, ausfindig gemacht. Ein Tasting von 1 – 10 findet nun statt, ich führe Buch über die vergebenen Noten betreffend Duft, Geschmack und Abgang. Die Nummer 8 ist der beste Sake, da sind sich alle einig, jetzt müssen aber die anderen Nummern auch noch weg und ausleeren kommt natürlich nicht in Frage. Yasuko kauft für uns noch Sake und Pflaumenwein, gut eingepackt, aber wie bringen wir das alles in unseren Koffern unter?

Besonders berührend für mich ist der Moment wo mich Yas und Yasuko als ihr Familienmitglied willkommen heissen, welche Ehre.

Nara Japan

Samstag, 30. September 2017

Heute fahren wir mit dem Zug von Kyoto nach Nara einer kleineren Stadt etwas südlicher. Das Hotel, welches wir gebucht haben, liegt direkt neben dem Bahnhof.  Zum Einchecken sind wir noch zu früh, aber die Koffer können wir schon deponieren und den Zimmercode erhalten wir auch bereits für später.

Mit dem Bus fahren wir zum grossen Buddha. Auch hier gibt es viele Touristen, aber Peter findet wieder einen schönen Platz am Schatten etwas abseits. Mittagessen ist jetzt angesagt. Hunger habe ich nicht, aber eine Waffel mit Früchten schmeckt ausgezeichnet. Zum grossen Holzhaus, in welchem der riesige Buddha untergebracht ist, müssen wir durch eine Tempelanlage gehen. Überall hat es Hirsche, welche von den Touristen gefüttert werden, fast wie in Goldau.  Der grosse Buddha ist tatsächlich riesig. Die genaue Höhe ist nirgends angeschrieben.

 

 

 

 

 

 

 

Das Lara Nationalmuseum befindet sich gleich bei der Busstation. Leider ist im Moment die tolle Ausstellung noch nicht geöffnet, wir sehen nur Plakate von schönen Gefässen und Schatullen. Also fahren wir mit dem Bus zurück zum Hotel. Hier gibt es auch heisse Quellen, welche ich natürlich sofort ausprobieren will. Im Hotelzimmer liegt, wie überall, ein Kimono.

Auch zum Bad haben wir einen Code erhalten. Bevor man in der Frauenabteilung (ich nehme an, bei den Männern ist es dasselbe) in das Becken steigt, schrubbt man sich von oben bis unten mit der darlegenden Bürste und das Seife. Das heisse Wasser ist sehr wohltuend, im Hotel selber gibt es zwei verschiedene Becken mit wunderbar heissem Wasser. Bald schon komme ich mir vor wie in der Sauna, nur fehlt das kalte Becken. Eine Dusche danach und etwas ausruhen im Zimmer folgt. So bin ich doch noch zu einem japanischen Bad gekommen, obwohl ich zunächst dachte, dass ich Japan ohne diese Erfahrung verlassen werde.

 

 

Zwei Tage in Kyoto – ein Traum

Donnerstag, 28. September 2017

Freitag, 29. September 2017

Die Zeit vergeht wie im Flug, bereits sind wir zwei Tage in Kyoto. Zu Fuss ist es gar nicht weit ins Zentrum, eine Einkaufsstrasse wie überall, ausser dass alles sehr sauber und ordentlich ist, zudem gross und vielfältig, Yas hat für uns bereits die besten Sehenswürdigkeiten herausgesucht. Mir dem Bus fahren wir durch die riesige Stadt, viel grösser als von mir erwartet (ich bin ja auch „nur“ Zürich oder Konstanz gewohnt). Der Ryoanji Tempel ist unser erstes Ziel.

Ganz speziell ist gleich beim Eingang der ZEN Steingarten. Die ganze Anlage ist für mich der Inbegriff von japanischer Gartenkunst. Der Tempel selbst zeigt wunderschöne Seidentapeten in Gold, mit den bekannten Malereien von Pinien, Tigern und Blüten. Alles ist ganz einfach und doch so wunderschön im Einklang. Der Park ist gross und die Natur tut echt gut.

 

 

 

 


Unsere nächste Station ist der goldene Tempel, welcher in  in strahlendem Glanz da steht. Auch dieser Tempel befindet sich in einer wunderschönen Gartenanlage. Die Wege sind weit und führen entlang eines  Weihers mit Seerosen.  Stundenlang kann man hier verweilen ohne dass es einem langweilig wird. Wie sehr merke ich jetzt, dass ich die Natur  vermisst habe.  Es scheint, als ob die Zeit stehen geblieben sei. Hier kann ich mir so gut vorstellen, wie die Menschen zu früherer Zeit gelebt haben.

Der Kaiserpalast darf natürlich auch nicht fehlen auf unserer Tour. Auch hier „nur“ Räume mit Matten belegt und schöne Wände mit Malereien. Keinerlei Möbel oder Dekorationen sind vorhanden. Besonders spannend finde ich die Abbildungen von Tigern, welche Stärke bedeuten, obwohl es damals in ganz Japan keinen einzigen Tiger gab,  alles wurde nur von Bildern und Erzählungen übernommen. Es gibt eine genaue Ordnung, wer in welcher Funktion in welchen Raum kommen konnte, um beim Kaiser Audienz zu erhalten,

Am Abend will ich unbedingt endlich Sushi essen, wir sind auf der Suche nach einem schönen Sushi Restaurant am Fluss. Endlich kann sich auch Peter dazu entscheiden, denn hier gibt es auch Tempura, und vor allem Sake. Die Sushi schmecken ausgezeichnet, aber die Rechnung darf man fast nicht ansehen, die 100-er Noten, vielmehr die 10’000 Yen Noten gehen weg wie frische Weggli.

Auf dem Weg durch die kleinen Gassen begegnen wir einer Amerikanerin, welche uns eine hübsche Bar  mit Misik nennt. Das muss man Peter natürlich nicht zweimal sagen, wir sitzen schon da und trinken einen weiteren Sake,  oder wie ich, einen Pflaumenwein.  Es wird spät, aber auch so geht der Tag vorbei.

Am zweiten Tag in Kyoto sind wir schon erfahrener. Wir kaufen uns an der Rezeption im Hotel einen Tagespass für den Bus, welcher sich auf jeden Fall lohnt.  Auf die entgegengesetzte Seite der Stadt fahren wir zum Sanjüsange-do Tempel, welcher 1000 Buddhas beherbergt. Der Tempel ist ganz speziell, zeigt er doch die verschiedenen Götter in Sanskrit und Buddhismus. Von meiner Reise nach Indien sind mir noch einige Namen geläufig, wie Vishnu, Brahma und Lakhsa.

Nach einer weiteren Busfahrt geht es zu Fuss einen Hügel hinauf.  Ein kleines Mittagessen mit Nudelsuppe stärkt uns, dann geht es weiter durch eine Menge von Touristen zum Kiyomizudera Tempel. Eine kleine Wanderung liegt vor uns. Die Pagode liegt auf der anderen Seite des Hügels. Auf dem Weg zurück entdecken wir etwas abseits ein Café mit einem Tisch im Innenhof. Hier lässt es sich gut sein und das Eis schmeckt gut, auch wenn es fremde Süssigkeiten aus Grüntee drin hat.

Wohin nun? Eigentlich haben wir unser Pensum geschafft, die Teezeremonie wäre noch, aber Peter langweilt das, er sei das letzte mal schon fast eingeschlafen. Also besuchen wir auf dem Rückweg noch den Yasaka-Jinja Shrine. Auf die Frage nach den Religionen in Japan gibt mir Yas eine einleuchtende Antwort. Der Glaube sei in jedem Menschen selber. Bei der Geburt eines Kindes gehe man in den Shrine, bei der Hochzeit in die christliche Kirche und bei einem Todesfall gehe man in den buddhistischen Tempel. Eine runde Sache, so sind alle Gottheiten hoffentlich zufrieden gestellt.

Die Geisha-Strassen gehen wir noch durch, hier soll es besonders gutes Eessen geben, aber die Preise pro Person ab ca. CHF 130 schrecken doch ab. Ein Steakhouse in der Gasse beim Fluss ist für heute genug.

 

Shinkansen nach Kyoto

Mittwoch, 27. September 2017

Die letzte Nacht in Tokyo ist schon vorbei, Yas holt uns im Hotel ab um zur Tokyo Station zu fahren. Die Tickets nach Kyoto haben wir gestern schon gekauft, die Preise sind sogar noch höher als in der Schweiz, aber was will man machen. Durch den ganzen Bahnhof müssen wir mit unseren Koffern. Eines ist sicher, wenn ich gewusst hätte was ich jetzt weiss, ich hätte nur einen Koffer mitgenommen. Die Geschenke hätte ich gut als Handgepäck mitnehmen können und meine Kleidersorgen, von wegen immer adrett gekleidet zu sein, sind auch vergebens gewesen. Hier tragen zwar alle, welche zur Arbeit müssen, Business-Kleider, wie bei uns, aber für alle anderen reichen T-Shirts und Jeans, ein zwei Kleider hätten gereicht… Nun jetzt ist es so wie es ist, mein kleiner Koffer reicht später vollkommen, wie immer.

Der Shinkansen rast fast ohne Halt bis Kyoto, zunächst bin ich etwas enttäuscht. Hohe Häuser, Strassen wie überall und das Hotelzimmer ist OK, aber im Vergleich sehr klein. Da wir noch nicht einchecken können gehen wir die Strasse hoch bis wir eine Bierhalle finden, damit Peter zu seinem Bier kommt. Auf dem Weg dorthin kommen wir an vielen hübschen, kleinen Cafés vorbei, wie gerne würde ich jetzt hier sitzen und Kaffee trinken, aber auch eine Cola im Biergarten geht, hat ja auch Coffein drin.

Zurück zum Hotel, einchecken und jetzt geht Yas voraus.

Wir kommen zu einem riesigen Markt, alles überdeckt, zum Glück, denn heute nieselt es ein wenig. Ich staune über die Preise, ein Pfirsich kostet umgerechnet etwa CHF 4.50, eine Traubendolde etwa CHF 12.00. Gewürze und verschiedene Gerichte, mir zum Teil unbekannt, sind ausgestellt. Yas kauft immer mal etwas Kleines, damit ich probieren kann. An jedem Stand gibt es andere Sachen, und obwohl ich schon so viele Märkte in verschiedenen Ländern gesehen habe, ich komme aus dem Staunen nicht heraus.

 

 

 

 

 

 

Ganz besonders gefallen mir die schönen handbemalten Fächer, nicht das übliche Touristen Zeugs, die Preise sind auch entsprechend. Peter will mir gerne einen kaufen, ich mache mir lieber ein Bild, denn auch das kann ich ansehen und muss es nicht in einer Schublade versorgen.

 

 

 

 

 

 

 

Enge Gassen am Fluss, alte Häuser und schöne kleine, typisch japanische Restaurants entdecken wir im nächsten Quartier. Das hat einen besonderen Charme, ganz anders als die grosse Einkaufsstrasse, welche überall sein könnte. In so einem kleinen Restaurant essen wir am Abend, leider nicht ganz so gut wie gestern, was wohl auch kaum möglich ist, aber es kostet dafür vergleichsweise etwas weniger (nur etwa CHF 70 pro Person – im Durchschnitt – meine Bestellung war viel günstiger).

Zurück im Hotel planen wir den morgigen Tag, eine kleine Auswahl der Tempel und anderen Sehenswürdigkeiten muss für die nächsten zwei Tage genügen.