Helene Inderbitzin

Helene Inderbitzin

21. Januar 2019 – Loikaw und Kayan People

Heute beginnt unsere Fahrt bereits um acht Uhr, da wir zuerst auf einen Markt fahren. Hier halten vorwiegend Frauen ihre Erzeugnisse feil. Es handelt sich um den Stamm der Kayan. Das Besondere dieses Volkes sind die langen, mit Goldringen geschmückten Hälse der Frauen. Auf dem Markt sieht man leider keine „Goldhälse“, wir müssen warten bis wir das Dorf Salong Khana erreichen.

Auf dem Weg zum kleinen Dorf besuchen wir einen kleinen Markt mit einheimischen Erzeugnissen. Die „Goldhals“ Frauen weben sehr geschickt verschiedene Designs für Schals. Jede dieser Frauen an den verschiedenen Ständen weben ein anderes Muster. Gerne schaue ich den geschickten Händen zu während Peter sein Bier trinkt. Fotos mache ich hier keine, ich käme mir als Eindringling vor.

Im Dorf Salong Khana führt uns ein junger einheimischer Guide durch das kleine Dorf. Zorro übersetzt, damit wir auch verstehen wie die Pflanzen heissen und wofür die alten und neueren Reis Speicher benützt werden.

Wir werden in einen Garten geführt, in welchem wir ausgestellt die Erzeugnisse des alten Mannes sehen. Er flicht aus dünnen Bambusstreifen hübsche Körbchen, Behälter, aber auch grosse Platten, von welchen eine ganze Familie essen kann. Es gibt noch heute Familien, welche das ganze Essen in die Mitte stellen und alle von diesem grossen, mit einem natürlichen Pflanzenleim behandelten, Behälter mit den Händen essen. Mit den Händen essen die Einheimischen sowieso, ausser sie sind in einem Restaurant, dort wird mit Gabel und Löffel oder mit Stäbchen gegessen.

Die „Langhals Lady“, welche wir im Haus besuchen webt an einem der Tücher. Gleichzeitig werden wir mit Tee Willkommen geheissen.

Zu einem nächsten, ganz speziellen Haus werden wir geführt. Wir besichtigen den Living Room, der gleichzeitig auch Küche ist. Eine Feuerstelle in der Mitte ist gut eingerichtet mit vielen Gewürzen und Zutaten. Tee gibt es sowieso, wir probieren aber auch Wein aus Korn. Die Feuerstelle dient auch als Mittelpunkt der Familie, denn auch hier kann es im Winter Null Grad werden.

Der grosse Raum daneben ist leer, nur ein Teppich liegt in der Mitte. Wenn jemand stirbt, erfahren wir, liegt der Verstorbene in der Mitte des Teppichs und das ganze Dorf kommt, sitzt darum herum und spielt auf den Panflöten, welche an der Wand hängen. Wir probieren das Spielen auf den Bambusflöten, natürlich kann ich das noch ein wenig. Ganz spontan begleitet mich die Lady mit einer zweiten. Danach spielt und singt die Lady zur Gitarre, ich versuche mich auch auf dem viersaitigen Instrument. Der Boy bringt sofort seine „richtige“ Gitarre um mich spielen zu lassen. Leider fehlt die sechste Saite, so dass ich mein einziges Stück, welches noch ein wenig intus ist, nicht zum Besten geben kann. Eine Art Geige und Bratsche gibt es auch an der Wand, auch hier fehlen Saiten.

Wir erfahren, dass ein Mädchen mit sieben Jahren bereits neun Goldringe um den Hals geschmiedet bekommt. Mit zwölf Jahren werden diese entfernt und dreizehn Ringe werden neu angepasst. Mit zwanzig Jahren bekommt eine Frau die endgültige Anzahl Ringe von fünfundzwanzig oder sechsundzwanzig Stück, wobei die grössten und untersten sechs Ringe einzeln um den Hals liegen, damit diese zum Schlafen oder Arbeiten gelöst und nach oben geschoben werden können.

Im Garten des Hauses werde ich zunächst in eine kleine Goldhals Lady verwandelt, mit neun Ringen, bevor wir wieder Tee erhalten und das Feilschen (um 60 Rappen) losgeht. Peter will für seine Tochter zwei Armreifen kaufen. Er zahlt den vollen Preis, dafür bekomme ich als Geschenk einen Silberring. Jetzt sind alle glücklich!
Ich habe wirklich das Gefühl dass die Menschen sich freuen uns das alles zu zeigen. Ein besonderes Erlebnis. So etwas habe ich noch nie gesehen!

20. Januar 2019

Die Landschaft auf der heutigen Fahrt zeigt sich von einer anderen Seite. Ein lockerer Baumbestand mit Teakholz Bäumen, Zwiebelfelder, Zuckerrohr und kleine Dörfer wechseln sich ab. Regenwald sehe ich immer noch keinen. Zorro erzählt uns, dass die Regierung alles Holz verkauft hat, deshalb, aufgrund des fehlenden Regenwaldes, hat sich auch das Klima in Myanmar stark verändert.

Im Hotel Loikaw Lodge erhalten wir den erfreulichen Bescheid dass wir ein Upgrade erhalten. So ein schönes Zimmer hatten wir noch nie! Nach gut zwei Stunden werden wir aber heraus gebeten, das sei das falsche Hotel…

Zusammenpacken, warten auf Zorro um uns in das andere Hotel Loikaw zu fahren. Welche Enttäuschung, das Zimmer des Bungalows ist klein, Steckdosen usw. sind kaputt… alles viel zu teuer.

Ja, es kann nicht immer alles klappen. Auch so kann man schlafen. Wenigstens ist die Aussicht auf den See am Abend schön.

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19. Januar 2019 – Auf dem Inle Lake

Heute gehen wir zu Fuss zum Fluss, wo Zorro ein Boot für uns organisiert hat. Der Tag beginnt auf dem Wasser und wird auf dem Wasser enden, (wenigstens unser Ausflug).

Wie oft schon auf dieser Reise haben wir Beide gesagt: „so etwas haben wir noch nie gesehen!“ Wir fahren durch den Kanal, links und rechts stehen Häuser auf Pfählen. Teilweise sind es auch Hotels und Restaurants direkt am Fluss. Als wir zum eigentlichen See kommen erwarten uns Fischer mit ihren Reusen auf Booten, welche ihre berühmten Darbietungen zum besten geben.

Morgens ist es noch recht kühl auf dem See, schliesslich ist hier Winter, aber sobald die Sonne scheint wird es angenehm warm. So einen Winter lasse ich mir gefallen. Auf den schwimmenden Inseln, welche mit langen Stangen im Grund verankert sind ziehen die Menschen hier tonnenweise Tomaten, im Wasser, ohne Erde, auch so etwas haben wir noch nie gesehen!

Etwa eine Stunde dauert zunächst die Bootsfahrt bis zu einer Stadt auf dem Wasser. Floating Villages habe ich schon einige gesehen, aber so etwas noch nie! Erneut haben wir Glück, heute findet dort ein riesiger Markt statt, teilweise ein Floating Market, teilweise auf festem Land. Verschiedene Völker sind auch hier vertreten um ihre Ware zu verkaufen.

Weiter geht es mit dem Boot zu einem Gebäudekomplex auf dem Wasser, in welchem Seide und Lotuswurzelfasern zu Stoffen gewebt werden. Eine Dame zeigt uns wie sie aus Lotuswurzeln einen ganz dünnen Faden dreht, unwesentlich dicker als Seide. Auch so etwas habe ich noch nie gesehen!

Im daneben liegenden Shop darf ich mir ein Seidentuch auswählen (vom gemeinsamen Reisegeld). Ein schönes Andenken und das beste, es braucht kaum Platz im Koffer.

In einem anderen Haus besichtigen wir eine Messerschmiede. Es ist erstaunlich wie die drei junge Männer abwechslungsweise im Takt das glühende Eisen bearbeiten.

Im schwimmenden italienischen Restaurant gibt es Gnocchi und Tagliatelle, eine schöne Abwechslung. Eine Pause ist sehr willkommen, wir haben schon so viel gesehen.

Eine Pagode gibt es in dieser Pfahlbau-Stadt natürlich auch. Wir besichtigen die PhaungDawOo Pagode, mit ihren fünf Buddhas, welche man vor lauter Blattgold nicht mehr erkennen kann. Jetzt musste die Regierung das Innerste des Tempels schliessen, damit die Leute nicht noch mehr Blattgold auf die Figuren kleben.

Auf der Bootsfahrt zurück zu unserem Inle Cottage Boutique Hotel werde ich durch die Wellen ziemlich nass gespritzt. Hoffentlich wird alles trocken, denn eine weitere Jacke habe ich nicht mit.

18. Januar 2019 – Kalaw – Pyindaya – Inle

Zum Frühstück begeben wir uns heute in das Dachgeschoss des Hotels. Von hier aus sehen wir den Ort Kalaw und die Schüler, welche sich auf dem Pausenplatz des nahe gelegenen Schulhauses tummeln.

Zuerst besuchen wir den Markt in Kalaw, riesig und voll mit Menschen. Die Einen verkaufen ihre Früchte, Gemüse, Blumen, Geflügel und Fleisch, die Anderen kaufen ein und füllen ihre grossen Einkaufskörbe. Ein Getümmel rings um uns her, oft gibt es kaum ein durchkommen. Die Farben und Gerüche sind umwerfend.

Heute geht die Fahrt durch eine schöne Landschaft. Abwechslungsreich sehen wir Felder in den Farben grün, rot, weiss, rotbraun und braun. Hier in den Bergen sehen wir verschiedene Höhenzüge und von Ferne die vielen sehr schön gepflegten Felder und Plantagen. In dieser Höhe gedeiht so ziemlich alles was man sich vorstellen kann. Wir sehen Sesam, Drachenfrucht, Grüntee, Blumenkohl, Tomaten, um nur einiges zu nennen.

Nach gut einer Stunde Fahrt erreichen wir Pindaya und bezahlen den Eintritt zum Cave ohne auch nur zu ahnen, was uns erwartet. Als Tempel ist diese immens riesige Höhle ausgestattet mit über acht tausend Buddha Figuren, welche alle unterschiedlich sind. Diese Höhle führt laut Zorro bis nach Thailand, in etwa eine Woche Fussmarsch. Unterwegs sehe man die Feuerstellen und Übernachtungsmöglichkeiten der Menschen, welche diesen Weg ins andere Land wählten. Es ist fast unmöglich für uns, sich das vorzustellen.

Am Pindaya Lake weiss Zorro ein schönes Restaurant direkt am See. Wir geniessen die Aussicht und das gute Essen. Sogar ich habe heute Lust auf ein Steak und Pommes anstelle von Fried Rice und Chicken with Cashewnuss, wieder teilen wir uns eine Portion.

Unterwegs Richtung Inle besuchen wir einen „Schirmemacher“. Zuerst wird uns gezeigt wie Papier aus dem Holz des Maulbeerbaums gewonnen wird, schön dekoriert mit Blättern und Blüten. Danach zeigt uns der Künstler (Besitzer) die einzelnen Schritte wie die Papierschirme in ausschliesslicher Handarbeit hergestellt werden. Wir staunen und schauen, und endlich kann ich mir einen echten Papierschirm kaufen, der nicht aus den Touristen Geschäften „Made in China“ stammt. Ein tolles Erlebnis.


In Inle beziehen wir unser hübsches Boutique Hotel und geniessen die Happy Hour auf der Dachterrasse. Ein schöner und erlebnisreicher Tag neigt sich dem Ende zu.

17. Januar 2019 – lange Fahrt in die Berge

Erneut versuche ich mit dem schwachen wifi wenigstens meinen Bericht ohne Bilder hochzuladen, leider immer noch ohne Erfolg. Wenigstens funktioniert nach mehrmaligen Versuchen das Kästchen für die Kreditkarte, damit ich ausnahmsweise mal das Hotel mit Karte bezahlen kann.

Die Fahrt geht auch heute weiter Richtung Norden. In der neuen Hauptstadt Naypyidaw besichtigen wir das Parlament durch die Autoscheibe. Erstaunlich ist die Strasse welche zum Parlament führt. Hier gibt es nur Hotels, keine Fahrzeuge, aber zehn Spuren auf unserer Seite. Dort wo die Fahrbahnen zusammenkommen fahren wir alleine inmitten von zwanzig Bahnen.

Kurz schauen wir uns die berühmten weissen Elefanten an. Wie schön haben es unsere Elefanten im Zoo Zürich. Hier sind die Tiere einzeln in kleinen Käfigen gehalten und sind mit Ketten an den Füssen angebunden.

Im Tempel Uppstasanti gegenüber muss ich über meine lange Hose einen langen Rock anziehen.

Eine lange Fahrt geht weiter, immer höher hinauf in die Berge. Wir erreichen unser Ziel Kalaw für heute erst bei Dunkelheit. Auf 2400 Meter bin ich froh über meine kleine Daunenjacke.

Auch in diesem Hotel gibt es keine genügende Verbindung um Bilder einzufügen. Ich werde es nachholen.

16. Januar 2019 – Mingalabar Myanmar

Mingalabar – heisst alles, guten Morgen, guten Tag, guten Abend, gute Nacht.

Nach einer kalten Nacht (wir haben die Aircondition zu spät abgestellt), frühstücken wir an der Sonne, was hier nur selten vorkommt,  die Fahrt geht heute wieder in den Norden, geplante fünf Stunden, letztendlich werden es sechs.

Nach etwa einer Stunde Fahrtzeit erreichen wir ein kleines Fischerdorf auf einer Insel im Fluss. Erreichbar ist dieses Dorf nur über eine Bambusbrücke, welche ziemlich schräg und uneben über das Wasser führt.

Zorro führt uns durch das Dorf und erklärt uns wie die Menschen hier leben und welche Gemüse sie in ihren Gärten ziehen. Ein See mit Trinkwasser in der Mitte der Insel zeigt uns wie einfach das Leben hier ist. Bier für Peter gibt es nicht, deshalb will er bald wieder zurück über die Brücke um weiter zu fahren.

Mittagessen gibt es irgendwo am Highway Richtung Norden, bis wir endlich unser super schönes Hotel in Taungoo erreichen. Das Royal Kaytumadi Hotel liegt direkt am See in der Nähe der Stadt und lässt keine Wünsche offen. Ein Spaziergang dem Seeufer entlang zur City  liegt nun nahe, Peter will auf halbem Weg dann in einer „Beiz“ auf mich warten.


Ich gehe weiter dem Ufer entlang, später durch Gassen und Strässchen, dort werde ich von lachenden Kindern begleitet, die Hi und Mingalabar rufen und mir zuwinken. Ich winke und lächle zurück. Mingalabar, Mingalabar überall, auch die Erwachsenen freuen sich über den unerwarteten Besuch einer Fremden.

Zurück von meinem kleinen Spaziergang treffe ich Peter in seiner Beiz, trinke eine Cola und zusammen schlendern wir wieder dem Ufer entlang zurück zum sensationellen Hotel. Hier bekomme ich auch zum ersten Mal auf dieser Reise eine Massage, welche Wonne.

Das Abendessen im schönen Restaurant des Hotels direkt am See ist wahnsinnig teuer, wir verschwenden etwa dreissig Franken, so können wir nicht weiter machen!!!!!!

Gute Nacht.

15. Januar 2019 – von Mawlamyaine nach Kinmun

Im hübschen Garten des Hotels gibt es heute Frühstück. Suppe zum Frühstück, etwas Neues, schmeckt aber wunderbar.

Heute wird die Fahrt etwas komplizierter, aber zunächst fahren wir am Morgen in den Ort Kinmun, wo wir ins Golden Sunrise Hotel einchecken. Wieder ein hübscher Garten und ein gutes Restaurant in einem Sala. Nach dem Mittagessen fährt uns Zorro zur Busstation, von welcher wir auf den hohen Berg zum Golden Rock fahren werden.

Zorro selber fährt unseren Van zum nahe gelegenen Hotel, da im Zentrum keine Parkmöglichkeiten vorhanden sind, zurück zu uns kommt er mit einem „motorbike taxi“. Grosse offene Busse, welche alleine die Erlaubnis haben zum Golden Rock zu fahren, warten auf die Passagiere. Da die Bänke auf der Ladebrücke sehr eng stehen, eben höchstens für kleine, schmale Asiaten gedacht, organisiert Zorro für uns die Sitze vorne neben dem Fahrer.

Eine sehr steile und enge Strasse führt uns nun in ca. einer Stunde zum Gipfel. Die Fahrzeuge fahren nur abwechslungsweise, entweder rauf oder runter. Eine abenteuerliche Fahrt mit einem jungen Fahrer, der laut Peter wohl ein Bergrennen veranstalten will, ich bin froh als wir endlich oben sind.

Zu Fuss geht es nun durch viele Buden mit Touristenwaren wie überall zum Golden Rock, dem grössten Heiligtum für die Buddhisten in Myanmar. Viel Menschen pilgern entlang dieser Strasse und ich bemerke zu Zorro: „in zehn Jahren wird es in Myanmar an allen interessanten Orten so aussehen“, was natürlich schade wäre, aber die Vermutung liegt nahe.

Der Golden Rock selber kann von allen Seiten besichtigt werden und oben in der goldenen Spitze befindet sich Haar von Buddha. Zorro kauft Blattgold um es mit Peter auf den Stein zu kleben. Ich warte unterdessen auf einer Bank und bewache die Sachen der Männer, da Frauen dort nicht zugelassen sind!

Die Rückfahrt gestaltet sich dann etwas weniger abenteuerlich, einerseits ist uns die Strecke jetzt bekannt, andererseits fährt dieser Fahrer deutlich vorsichtiger die steilen Kurven hinunter. Wieder holt Zorro mit dem „motorbike taxi“ unser Auto um uns zum Hotel zu fahren. Immer wieder stellen wir fest dass wir ohne Guide und Fahrzeug wohl vieles nie finden würden und es teilweise unmöglich wäre zu Fuss und mit öffentlichen Verkehrsmitteln die interessanten Ort zu besuchen.

Zurück im Hotel rufe ich zuerst Mautscherle an, welche heute Geburtstag hat, HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH, auch an Sabine. Alles Liebe euch Beiden.

14. Januar 2019 – Fahrt von Hpa An nach Mawlamyaing

Peter will heute kein Frühstück, er hat im Internet gelesen dass es in unserem Guest House nur asiatisches Frühstück gibt. Wir haben genug Zeit und ich will auf jeden Fall etwas essen. Im Frühstücksraum angekommen sehe ich Toast mit Toaster, Butter und Marmelade, was will man mehr? Wir haben aber nicht Zeit um alles zum Tisch zu tragen, da steht schon eine Art Omelette mit Kichererbsen und Wassermelone in Scheiben an unserem Platz. Überhaupt befinden wir uns in einem hübschen, sauberen Raum und jetzt erhält jede Person auch noch zwei Fotzelschnitten (so sagt man wenigstens bei uns). Sogar Peter schmeckt dieses Frühstück. Erneut wird der Unterschied unsrer Art deutlich, Peter schaut ins Internet, macht sich ein Bild und geht dann nicht frühstücken, ich dagegen gehe einfach hin, egal was Internet oder die Leute sagen und lasse mich überraschen. Diesmal eine deutlich positive Überraschung, obwohl ich mir eigentlich vorab gar keine Vorstellung machte.

Zorro fährt uns zu einem einsamen Kloster, welches gemäss seinen Erklärungen kaum bekannt ist, nicht einmal bei den Einheimischen. Wunderbare Schnitzereien zieren die Gebäude, und alles wird von diesem kleinen Dorf unterhalten, da gebe ich gerne etwas, damit dieses schöne Denkmal erhalten werden kann. Beim Ausgang treffen wir auf ein hübsches Brautpaar in ganz besonderen Kleidern, wir dürfen ein Bild machen.

Die Fahrt durch das Land führt durch Reis- und Sojabohnenfelder. Kleine Häuser säumen die Strasse, Kinder spielen, Verkehr gibt es kaum. Die Strasse selber ist zwar recht holperig, Peter meint man hätte sich Mühe gegeben möglichst viele Löcher und Erhebungen „einzubauen“, aber Zorro fährt sorgfältig, so dass wir nicht zu sehr durchgeschüttelt werden.

Unterwegs halten wir beim weltgrössten liegenden Buddha an. Die Männer jagen mich all die Stufen noch, selber bleiben sie unten. Die Aussicht von hier oben ist zwar gut, aber nicht gerade überwältigend. Von mir aus hätte man dieses riesen Beton Ding ohne Charme (nur gross) auslassen können.

Jetzt fahren wir zu unserem nächsten Hotel, dem Queen Jamadevi Hotel. Wunderhübsch liegt es  etwas ausserhalb in einem schönen Garten. Eine kleine Pause im klimatisierten Zimmer, Siesta eben, bevor wir wieder losfahren. Auf geht es zum Tempel, um erneut einen Sonnenuntergang zu bewundern. Hier muss sogar Peter einige Treppen steigen, da der Lift kaputt ist.

Zum Fluss und Night Market ist es jetzt nicht mehr weit. Wobei der Night Market „nur“ aus kleinen Garküchen, Barbecue Ständen und dazugehörenden Tischen und Stühlen besteht. Eigentlich hatte ich mich gefreut ein wenig durch einen Markt zu schlendern, aber Fisch vom Grill ist auch sehr gut und das Gemüse dazu bekommen wir beim Chinesen. Ein ganzer Fisch ist jedoch etwas zu gross für mich, besonders habe ich den Geschmack vom „Red Snapper in Garlic and Pepper“ erwartet, dem ist nicht so, also überliess ich Zorro die Hälfte meines Fisches. Zum Glück isst er mit, so können wir immer die eine Hälfte abgeben und er ist glücklich.

13. Januar 2019 – Hpa An und seine Tempel

Die erste Nacht, in der ich durchschlafen konnte. Das Hotel Thiri Pha An ist riesig, das Frühstück dürftig, im Bad steht das Wasser nach dem Duschen Zentimeter hoch, alles nicht so schlimm, aber Peters Erlebnis am frühen Morgen lässt uns nach einer Nacht bereits das Hotel verlassen.

Peter hört wie draussen auf dem Gang jede Türfalle ganz langsam ausprobiert wird und geht zu unserer Türe um sie aufzureissen sobald bei uns probiert wird ob sie sich öffnen lässt. Eine Frau rennt davon und erklärt dann: „I‘m looking for my room“.

Da wir für zwei Nächte gebucht hatten geben wir das als Grund an weshalb wir nur eine Nacht bezahlen wollen. Der Hotel Manager durchsucht die Überwachungskamera und alles ist genauso wie Peter es beschrieben hat. Es handelt sich um einen Gast, zur Erleichterung des Managers, es hätte ja auch eine Angestellte sein können. Kulanterweise haben wir nur diese eine Nacht zu bezahlen. Nun, es ist nichts passiert, in jedem Hotel der Welt kann so etwas vorfallen, wir haben noch alle unsere Sachen, trotzdem bin ich froh dieses ungemütliche Hotel zu verlassen.

Zorro zeigt uns die schöne Gegend mitten in den Karstfelsen. Zunächst fahren wir zu einem See mit einer kleinen Insel, welche durch eine Brücke zugänglich ist. Ein hoher Felsen ragt in den Himmel, eine Pagoda, welche mit Leitern erreichbar ist, ziert den Gipfel. Auch so etwas haben wir noch nie gesehen. Auf der anderen Seite erreicht man über „normale“ Treppenstufen eine kleine Plattform, eine Gebetsstätte mit Teppichen und einem Buddha. Ein Mönch sitzt dort, obwohl kaum Platz ist, Zorro erhält von ihm eine kleine Karte welche Glück bringt. Diese Karte überreicht er mir, ich müsse die immer bei mir tragen.  Unten treffen wir auf Peter, eine erfrischende Kokosnussmilch löscht den Durst.

Im Garten unterhalb des Klosters, welches über 3’800 Stufen erreichbar wäre, befinden sich hunderte von Buddhastatuen, jede in einem eigenen Häuschen, unglaublich.

Weiter geht unser Ausflug zu einer Höhle, in welcher Tausende kleiner Buddhas an den Wänden und Decken eingemeisselt sind, diese Figuren datieren zurück auf das siebte Jahrhundert.

Wieder führen viele Treppen zu einer riesigen Höhle. Auch hier Buddhas an vielen Wänden und in Nischen. Der Weg führt weit in die Höhle, etwas ungewohnt ist es schon das alles barfuss zu gehen, da man auch hier bereits unten an der Treppe die Schule auszieht.

In einem kleinen Dorf befindet sich ein hübsches Thai Restaurant in welches uns Zorro zum Lunch fährt. Das Essen ist ausgezeichnet und ich geniesse mein „Chicken with Cashew Nuts“.

Unser kleines Guesthouse mitten im Zentrum für die nächste Nacht ist zwar einfach, aber unser Zimmer ist frisch renoviert, blitzsauber und verfügt über alles was man braucht. Mitten in den jungen Backpackers fühle ich mich wohl und schöne Erinnerungen an meine „unorganisierten“ Reisen stellen sich ein. Von hier aus erkunden wir zu Fuss das Städtchen, während Zorro seine Siesta hält.

Der Sonnenuntergang ist vom Tempel aus besonders schön zu beobachten, es fehlt nur noch ein Boot welches durch den Lichtstreifen auf dem Wasser fährt, auch dieser Wunsch geht in Erfüllung.

Jetzt fehlt nur noch ein schönes Restaurant am Fluss  für ein gemütliches Abendessen. Natürlich kann Zorro auch damit dienen. Auch hier sind wir die einzigen Gäste überhaupt.

12. Januar 2019 – Fahrt über Bago nach Hpa An

Das Frühstücksbüffet im Hotel Rose Garden ist riesig, zum letzten Mal geniessen wir diese Vielfalt, bevor Zorro uns zur langen Fahrt nach Hpa An abholt.

immer noch ganz aufgeregt erzählt er uns, dass gestern sein Neffe nach der Schule nicht wie üblich mit dem Bus zuhause ankam. Die ganze Familie, sieben Autos, haben in Yangon nach ihm gesucht. Offensichtlich gibt es immer wieder junge Menschen die „verloren“ gehen. Die Angst war gross, aber zum Glück hat um Mitternacht ein Taxifahrer den Jungen in Schuluniform gefragt wo er denn hinwolle, zu Fuss nach Hause (20 km), woraufhin dieser Taxifahrer den Jungen heim fuhr. Die Erleichterung kann man sich in etwa vorstellen, aber die Nacht für die ganze Familie war kurz. Und jetzt soll uns Zorro gute sieben Stunden durchs Land fahren? Um es vorweg zu nehmen, er hat es geschafft und uns sicher ans Ziel gebracht!

In Bago haben wir kurz die Sheemawdaw Pagoda besichtigt, sehr speziell, da in alle vier Himmelsrichtungen ein riesiger Buddhakopf  blickt.

Kurz  bevor wir Hpa An erreichen besuchen wir das Bayinnyl Cave, das heisst, ich gehe all die Treppen zu Höhle hinauf und Zorro wartet mit Peter unten auf mich. In der Höhle selber gibt es viele verschiedene Buddha Statuen und ein junger Mann will unbedingt mit mir ein Foto machen.

Swimmingpool am Abend und im Hotel Restaurant sehen wir heute zum ersten Mal einen Touristen. Es ist kaum zu glauben, tatsächlich sind wir hier die Einzigen, aber ich geniesse es. Was für ein Unterschied… obwohl die Orte, Häuser und Menschen auch in Thailand sein könnten, hier ist noch das richtige Asien.