Helene Inderbitzin

Helene Inderbitzin

Ninh Binh und Weiterfahrt

Ninh Binh und Weiterfahrt
tp. Ninh Bình, Vietnam
tp. Ninh Bình, Vietnam Kalt ist OK, nass ist OK, aber nass und kalt eine grässliche Mischung. Nach dem Frühstück verziehe ich mich, samt allen Kleidern, wieder ins warme Bett um zu lesen. Wie gemütlich, endlich nehme ich mir mal wieder Zeit einfach zu lesen, mit dem wohligen Gefühl von schönen langen Schulferien, wie ich es als Kind hatte. Ich muss nichts und darf alles (als Kind musste ich jeweils zuerst meine mir zugewiesene Arbeit im Haushalt erledigen), dann unendliche Freiheit mich in die Phantasiewelt der Bücher zu vertiefen und in Gedanken zu reisen, zu reisen an Orte, von denen ich mir nie vorstellen konnte, jemals hinzukommen. Nun habe ich eine Vielzahl dieser „NUR erträumten“ Orte bereits besucht und bin immer noch so leicht in andere Länder, Menschen und ihre Geschichten zu entführen wie früher. Nun aber auf, ich bin ja bekanntlich wasserdicht und mit meinen vier Schichten werde ich wohl auch nicht zu sehr frieren. Da hier alles sehr weitläufig ist und zu Fuß leider nicht erreichbar, nehme ich mir einen Fahrer, der mich zum ewa 7 km entfernten Tam Coc bringt. Am wunderschönen Ngo-Dong Fluss kann man ein geflochtenes Ruderboot mieten um durch die Karstgebirge gefahren zu werden. Ich erhalte mein eigenes Boot, das spezielle ist, was ich bisher noch nie gesehen habe (schon wieder etwas Neues!), die Boote werden mit den Füßen gerudert. Das sieht sehr entspannt aus, aber ich kann mir vorstellen dass auch das ganz schön anstrengend ist. Ich bin entzückt, diese Fahrt auf dem Fluss, inmitten der eindrücklichen Landschaft, durch mehrere Tropfsteinhöhlen, dafür allein hat sich die Fahrt hierher gelohnt. Die Fahrt dauert etwa 1 1/2 Stunden, viel länger als ich angenommen hatte. Weiter hinten, vor der Höhle sehe ich einen wirklichen „floating market“, bestimmt auch für die Touristen, aber viel authentischer als der Touristen-Abklatsch den sie in der Nähe von Bangkok abhalten. Ich will wie immer nichts kaufen, die geschickte Händlerin gibt mir jedoch zu verstehen, dass mein Ruderer ein Getränk und etwas zu essen braucht. Diesem Argument kann ich nicht widerstehen. Nass und kalt, aber tief zufrieden verlasse ich mein Boot und kann mich im Auto aufwärmen (der wärmste Ort hier). Weiter geht meine private Fahrt zum Thai Vi Tempel ganz in der Nähe. Wieder mitten durchs Karstgebirge, entlang des Flusses, atemberaubend schön. Der Tempel selber scheint etwas heruntergekommen, dennoch vermittelt er eine ehrfürchtige Atmosphäre. Ich befinde mich im roten Flussdelta, in der sogenannten „trockenen Halong Bucht“. Eine der Sehenswürdigkeiten ist Hoa Lu, die einstige Königstadt aus dem 10. Jahrhundert. Diese liegt etwa 12 km westlich von Ninh Binh. Leider ist von den ersten Palästen nur eine kleine Ausgrabungsstelle erhalten geblieben. Im 17. Jahrhundert errichtete man den Herrschern und ihren Familien Gedenktempel, einer davon ist momentan in Renovation. Eine nette Dame, die trotz des strömenden Regens dort Bücher und Karten verkauft erklärt mir dies und weist mir den Weg zum zweiten Tempel, dem ich gerne folge. Die Fahrt führt auch an Trang An vorbei, durch hübsche Dörfer, welche von den Hauptstrassen aus nicht ersichtlich sind. Die meisten Häuser sind zwar alt, aber sie und ihre Umgebung sind gepflegt und sauber. Es scheint nett zu sein hier zu wohnen. Die Bewohner tun ihr Möglichstes um dem Schmutz und Schlamm Herr zu werden. Im Hotel freue ich mich auf eine heisse Dusche. Um endlich wieder warme Füsse zu bekommen, leider kommt nur kaltes Wasser. Zum Trost bringt man mir einen heissen Gingertee, der toll schmeckt und wenigstens von innen wärmt. In trockenen Kleidern warte ich auf den Nachtbus, der mich in ca. 12 Stunden ins 800 km südlich gelegene Hue bringt. Ich bin gespannt wie die „Betten“ im Bus sind und ob ich schlafen kann.

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Auf Wiedersehen Halong Bay und Weiterfahrt

Auf Wiedersehen Halong Bay und Weiterfahrt
tp. Ninh Bình, Vietnam
tp. Ninh Bình, Vietnam Tai Chi auf dem Top Deck mit der Aussicht auf die rundherum erwachenden Schiffe und Boote, noch ein neues Erlebnis. Alle Muskeln sind gedehnt und ich fühle mich noch besser, wenn das überhaupt möglich ist. Das Frühstück wieder in geselliger Runde und anschließend Hiking auf Cat Ba, schwimmen und Strand wäre auch eine Möglichkeit, von der aber kaum jemand Gebrauch macht. Ich spare mir das schwimmen für wärmere Gefilde auf. Nach dem Check out aus den Kabinen werden wir im Speisesaal in die Kunst der Zubereitung von frischen Spring Rolls eingeführt. Wir machen uns also quasi unsere eigene Vorspeise. Aufgepasst, es kann durchaus sein dass ihr euch bei meiner nächsten Einladung auch die Vorspeise selber machen müsst, es macht Spaß. Das Mittagessen können wir noch auf dem Schiff einnehmen, dann heißt es Abschied nehmen von Michelle, James und Max aus Neuseeland und von Jane und Marc aus Irland. Der kleine Max will sogar, dass ich mit Ihnen weiterreise, „you are my friend“ sagt er zum Abschied. Ich steige schon nach einer kurzen Fahrt aus dem Bus aus, der die anderen zurück nach Hanoi bringt. Irgendwo auf der Straße werde ich ausgeladen, denn Ngoc, unsere zuvorkommende Reiseleiterin dieser Tour, hat für mich organisiert dass der Bus nach Ninh Binh hier für mich hält. Im kleinen Restaurant wo ich warten soll bis mich der Busfahrer hole bekomme ich einen Tee, der nicht einmal etwas kostet. Und wirklich, keine halbe Stunde später kommt einer angerannt, packt meinen Rucksack und deutet mir ihm zu folgen, alles im Laufschritt. Ich habe nicht einmal mehr Zeit mich nochmals bei den netten Leuten zu bedanken. Kaum bin ich im Bus fährt er schon los, und dieses eilige Ein- und Aussteigen kann ich noch einige Male beobachten. Es gibt keine eigentlichen Busstationen, so wie ich es erkennen kann hält der Bus einfach an den von den Leuten angegebenen Stellen. Nach 4.5 Stunden Fahrt kommt der Busbegleiter zu meinem Platz und sagt …. Ninh Binh, nimmt wieder meinen Rucksack und wirft mich quasi zum Bus hinaus, schon fährt er wieder weiter. Ein Taxi steht natürlich auch gleich da, bei meinem Reiseglück, und da es schon halb sechs Uhr ist sage ich dem Taxifahrer einfach, er solle mich in ein nettes Hotel bringen. Nun bin ich im Xuan Hoa Hotel, habe ein Zimmer mit Heizung (warm wird es aber nicht richtig) und habe dank der heißen Dusche heute zum ersten Mal warm. Ein kleiner Spaziergang am Abend, damit ich sehe wo ich gelandet bin. Mein Hotel liegt durch einen kleinen See getrennt von der Hauptstraße, dadurch ist es recht ruhig.

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Halong Bay

Halong Bay
tp. Hạ Long, Vietnam
tp. Hạ Long, Vietnam Die Fahrt mit dem Bus von Hanoi nach Halong City dauert mit Pause etwa vier Stunden. Der Weg führt durch die üblichen asiatischen Städte und Dörfer mit den vielen kleinen „Garagengeschäften“, größeren Einkaufs- und Möbelgeschäften, mit all den Auslagen direkt an der Straßen. Gemüse, Früchte, Matrizen, geschnitzte Möbel, Plastik- und Tongefässew in allen Größen säumen die Straße. Dazwischen viele bunte Reklametafeln, Hunde, Kinder, Männer und Frauen, und natürlich viele Mofas. Pause wird, wie könnte es anders sein, bei einem riesigen Einkaufsparadies für Touristen gemacht. Ganze Hallen, welche zur Zeit zügig und kalt sind, sind angefüllt mit verschiedenen Abteilungen in welchen man den Menschen direkt beim anfertigen zusehen kann. Es Werden wunderschöne Lackbilder gemalt, etwa 30 Männer und Frauen sitzen an den Tischen und bekleben zunächst die Holzplatten mit Eierschalen. In der nächsten Abteilung sitzen noch mehr Sticker und Stickerinnen und fertigen Bilder an mit asiatischen Sujets. Es folgt eine Abteilung mit Stein-Schnitzern, eine mit Taschen in allen Größen und Formen (wer mich kennt kann erahnen wie sehr ich mich hier zurückhalten musste) und natürlich auch Seidenkleider und -Stoffe, eine Pracht diese Farben. In jeder dieser riesigen Abteilungen arbeiten die Menschen in dicken Daunenjacken und ich kann erahnen wie heiß es hier im Sommer wird. Erstaunlich einfach ist dann das einchecken am Hafen. Das Tenderboot bringt die Passagiere zum Schiff, welches nun für eine Nacht mein Hotel ist. Mit mir kommen nur 12 Passagiere an Bord und wir werden herzlich willkommen geheißen mit einem Welcome Drink und können unsere Kabinen beziehen. Mein kleines Zimmer ist wunderhübsch anzusehen, ganz im alten Kolonialstil eingerichtet, gut riechendes Holz an Wänden und Decken, schön verziert und das Bad lässt nichts zu wünschen übrig. Endlich habe ich mal keine Innenkabine (hat es gar nicht) und ich kann in meinem Bett sitzen und aus dem Fenster schauen. Die Halong Bay ist tatsächlich wunderschön, so dass ich gerne auch die vielen anderen Schiffe (samt Touristen) ignoriere. Nur leider ist es die falsche Jahreszeit, hier sollte man bei blauem Wasser und Sonnenschein sein, jedoch scheint gerade jetzt die Hochsaison zu florieren. Gemäß unserer Führerin sei es am schönsten im September oder Oktober. Das Schiff V’Spirit fährt langsam durch die etwa 2’000 Inseln während wir einen hervorragenden Lunch im schön gedeckten Speisesaal serviert bekommen. Einzelne Speisen nacheinander in kleinen Schüsseln auf den Tisch gestellt. Angefangen mit Gurken/Rüeblisalat, gefolgt von Fisch, Krebsen, Reis mit Chickencurry , Satayspiessen, gemischtem Gemüse und Tintenfisch. Zum Dessert gibt es noch Wassermelonen. Ich sitze mit zwei jungen Frauen aus Singapur am Tisch und es ist anregend sie von ihrer Stadt erzählen zu hören. Das angehängte Tenderboot bringt uns zum „amazing cave“ einer 10’000 m2 großen Höhle auf der Insel Bo Hon. Diese Höhle ist riesig und eindrücklich wie alle Tropfsteinhöhlen. Bis kurz vor der Jahrtausendwende haben in dieser Höhle noch die Fischer gelebt, es hat sogar einen Süßwassersee und ich kann mir sehr gut vorstellen dass sich hier einige Sippen problemlos niederlassen konnten. Nun ist Kajaking angesagt. Obwohl es recht kühl ist will ich mir diesen Spaß nicht entgehen lassen. Die Schwimmweste übergezogen und auf zum nächste Anleger. Jetzt kann ich leider nicht mit einer zweiten Person ein Kajak teilen, denn die Anderen sind alle zu zweit. Ein Einerkajak steht nicht zur Verfügung, also bleibt mir nichts anderes als mit dem Ehepaar aus Malaysia in ein Bambusboot zu sitzen und mich rudern zu lassen. Ich nehme es mit Humor, schließlich hat es auch Vorteile: ich werde nicht nass und ich weiß einen schönen Platz in Südthailand wo ich bereits während den letzten beiden Wintern gerne hingegangen wäre…. Nun die Gelegenheit wird noch kommen und die Sonne wird scheinen. Auf dem Dach unsres Schiffes ist ein Tea samt Biskuit und Früchten für uns bereit und ich kann mich mit dem warmen Gingertee etwas aufwärmen. Dinner an einem neuen Tisch mit einem Paar aus Irland und einer kleinen Familie aus Neuseeland, mit dem etwa 4 jährigem Sohn Max, der mich sofort mit Beschlag belegt. Mein Englisch, welches ich eigentlich dachte sei pretty good, wird auf eine harte Probe gestellt. Irländisches „verschlucken“ und neuseeländische Aussprache, und die noch zusätzlich aus Kindermund. Ich habe mich tapfer geschlagen, und es wird viel gelacht an unserem Tisch. Die vielen aufgetragenen Speisen sind wieder köstlich. Fischen von Tintenfischen vom Schiff aus wird im Anschluss von Jung und Alt probiert, eine lustige Sache in lustiger Gesellschaft.

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Hanoi hat mich wieder

Hanoi hat mich wieder
Hoàn Kiếm, Vietnam
Hoàn Kiếm, Vietnam Morgens um 3.30 Uhr kommt der Zug in Hanoi an und ich werde vom Hotelangestellten direkt zum wartenden Taxifahrer gebracht, im Hotel erhalte ich ohne weitere Umstände einen Schlüssel und kann wieder ins Bett sinken. Sofort weiterschlafen geht zwar nicht, aber reflektieren ist ja auch ganz OK. Nach dieser Nacht im gleichen Abteil mit meiner „geliebten Feindin“ aus Kanada, kann ich auf einmal erkennen, weshalb mir diese Frau über den Weg geschickt worden ist. Das Zugabteil nur für uns führte auch zu dem von mir angeregten Gespräch, über Sa Pa, über das Reisen (sie ist drei Monate unterwegs), über Orte die wir beide schon gesehen haben, über unsere Reisephilosophie im allgemeinen, Austausch von Tipps für die Weiterreise etc. Michelle findet sogar, dass das Glück zu haben in einem Abteil zu sein, welches nur von zwei Personen besetzt ist auf MEIN Glück zurückzuführen sei, denn sie hätte kein Glück auf ihrem Trip nach Sa Pa. Selbstverständlich wird es ein gutes Gespräch und zunächst verstehe ich immer noch nicht, weshalb diese Frau ein Verhalten von mir auslösen konnte, welches ich eigentlich dachte schon lange abgelegt zu haben. Dann auf einmal fällt es mir wie Schuppen von den Augen. Die unzähligen Verletzungen der letzten Jahre haben meinem „inneren Kind“ so sehr zugesetzt, dass nur ein kleiner Auslöser nötig war um mein kindisches Verhalten von früher (Schneckenhaus) hervorzuzaubern. Ich verspreche meinem „inneren Kind“ hier in Hanoi, ICH, die Erwachsene lasse es nicht mehr zu dass du so verletzt wirst, DU darfst so sein wie du bist und dein facettenreiches Leben leben, denn alles was DU tust und fühlst ist richtig und gut! Was so eine Reise alles auslösen kann! Ich bin dankbar dass ich alle diese Erfahrungen machen darf und freue mich einfach. Den Titel meines Blogs will ich noch ändern. Neu soll er nicht mehr nur Abenteuer Asien heißen, sondern „Abenteuer Asien oder die Reise zurück zu mir selber“. Nun mache ich mich auf um die letzten „weißen Flecken“ auf meiner Touristen Landkarte von Hanoi noch abzuhaken. Das historische Museum hat heute offen und ich kann endlich eintreten. Eintreten in eine Geschichte voll von Kriegen und Aufständen, angefangen1931 und kaum enden wollend. Es hat vor allem Fotografien, handschriftliche Schriftstücke von Kriegserklärungen und Aufständen, auch einige wenige Bilder und Skulpturen, alles zeigt Krieg. Etwa 4 Zimmer ( von ca. 40) zeigen dann noch einige Gebrauchsgegenstände aus früheren Zeiten. Ganz zum Schluss ist eine Ausstellung von Kinderzeichnungen, auch die zeigen das Militär, Kriegsschiffe etc. sind jedoch farbenfroh und ich freue mich an diesen Zeichnungen. Mir wird so richtig warm ums Herz wenn ich als Vergleich an unser Landesmuseum denke. Wie glücklich können wir uns schätzen, dass unsere Geschichte nicht NUR Krieg ist, wie arm dieses Volk das erst wenige Jahre lernen konnte ohne Krieg zu leben. Unsere Kinder machen andere Zeichnungen! Flanieren durch die Stadt, ohne bestimmtes Ziel, folgt nun, unterbrochen von einem Café Besuch, ein Cappuccino mit illy Kaffee darf nicht fehlen. Neue und altbekannte Wege und Straßen, und ich stelle erstaunt fest, dass ich es gar nicht mehr so laut und turbulent empfinde wie an meinen ersten Tagen in Hanoi. Eine besondere Entdeckung mache ich noch fast neben meinem Hotel. Ich kehre noch im Hanoi Social Club ein. Gemütliche Sitzecken, wifi und eine tolle Getränke- und Speisekarte. Das Publikum ist jung, alle sprechen miteinander, lesen oder sitzen an ihren Laptops. Das Ambiente gefällt mir besonders gut, es ist so eine Mischung aus altem Haus, alten und neuen Möbeln, mit Bibliothek und vielen Bildern an den Wänden. Wie gerne wäre ich hier nochmals Studentin. Morgen früh werde ich zu meinem Trip zur Halong Bay starten und vermutlich vorerst meine Berichte nicht online stellen können. Bis so bald als möglich Helene

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Trecking in Sa Pa

Trecking in Sa Pa
Sa Pa, Vietnam
Sa Pa, Vietnam Die Entscheidung am Morgen war eigentlich vorauszusehen. Nach dem tollen Frühstück vom Buffet (es gibt Bällchen aus Süsskartoffeln, Gemüse und Früchte, natürlich auch Pancakes, Reis , Suppe etc.) bezahle ich den Aufpreis für das Tageszimmer, denn ich habe keine Lust heute nach dem Trecking mich nur notdürftig im Keller umzuziehen um mich vor der Fahrt im Nachtzug frisch zu machen. Das Gepäck kann ich so auch noch im Zimmer lassen. Das wird wohl die teuerste Dusche (CHF 15), aber das ist es mir wert. Ich erkundige mich an der Rezeption nach den Touren und erhalte eine Skizze, welche die fehlende Wanderkarte ersetzen soll. Viel früher als meine Gruppe mache ich mich auf den Weg nach Y Linh Ho, Lao Chai und Ta Van. Dort treffe ich die Volksstämme H Mong (schwarze und rote wie ich inzwischen unschwer erkennen kann) und Dzay. Der Weg führt vor allem nach unten zum Fluss und das Wetter ist genial zum wandern, angenehm kühl und die Sonne wärmt genug dass man nicht friert. Zunächst ist der Weg recht beschwerlich, mehr ein ausgewaschenes Bachbett, sobald man endlich von der Straße weg kommt. Die Aussicht ist wunderschön, die vielen Reisterrassen, der Fluss weit unten und die Berge welche sich immer wieder hinter Wolken verstecken. Von Dörfern sieht man vorerst nichts, umso mehr sieht man Gruppen mit Guide unterwegs. Es gibt keine „Wanderwegweiser“ und ich bin froh dass ich mich an den Gruppen orientieren kann, denn der Weg ist alles andere als eindeutig zu erkennen. Ein Verirren geht heute gar nicht, ich muss wieder rechtzeitig im Hotel sein. Um die Mittagszeit habe ich dann endgültig die Gruppen hinter mir gelassen, da alle in einem Homestay sitzen und essen. Jetzt komme ich auch durch die Dörfer am Fluss. Die Menschen sind sehr freundlich, einige sprechen auch ein wenig Englisch, aber bald finde ich heraus, dass wie in Kambodscha die Kinder war alle sagen können: Where do you come from? What is your name? Want to buy Souvenirs? – aber wenn man mit Ihnen sprechen will merkt can sehr schnell dass dies wohl alles war. Ich kaufe mir eine Flasche Wasser und einen Reiskeks (für 0.75 CHF) aber keine Souvenirs. Nicht mal von der netten Witwe, welche 67 Jahre alt ist und ihren Mann vor 4 Monaten verloren hat. Ein Baby Tragetuch, schön bestickt, wie sie es hier haben, hätte ich vermutlich gekauft, aber das hatten sie nicht für die Touristen. Gemäß Guide sollte diese Tour 5 1/2 Stunden dauern, ich habe die ganze Tour in 3 1/2 Stunden geschafft. Nur wie jetzt wieder nach Sa Pa kommen? Ich frage einen Mofafahrer nach dem Preis, aber die umgerechnet CHF 5 waren mir zu teuer, daran sieht man wie sehr ich mich schon akklimatisiert habe, und ich erkundigte mich nach einem Bus. Etwa einen Kilometer weiter soll eine Busstation sein, nur als ich da ankomme finde ich nichts. Ein Paar aus Paris mit ihrem Guide begegnend mir und ich frage wie sie denn nach Sa Pa zurück kommen. Sie hätten einen privaten Fahrer. Ich habe angeboten meinen Anteil zu bezahlen wenn ich mitfahren könne, nur darauf wollten sie sich nicht einlassen. Diese Touristen! Zum Glück sind die Einheimischen viel hilfsbereiter, nach einigem palavern hin und her findet sich ein netter Kerl der mich mit seinem Motorrad nach Sa Pa bringt. Er fährt auch ganz anständig, soweit es die Straße zulässt. Ein Abenteuer für sich die 12 Kilometer auf der Straße voll Schlaglöcher, Schlamm, Steinen und Bächen, die einfach darüber fließen. Das ganze hat dann auch „nur“ CHF 3 gekostet. Meine heiße Dusche im Zimmer genieße ich in vollen Zügen und die frischen Kleider, eine Wohltat. Dann die Überraschung, man gibt mir das Geld für das Late Check out wieder zurück, das Hotel wolle mir nichts verrechnen. Dieser zweite Tag in Sa Pa ist voll schöner Eindrücke und ich stelle fest, dass ich zwar alleine unterwegs war, aber mich nicht so einsam fühlte wie gestern in der Gruppe.

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Sa Pa, Vietnam

Sa Pa, Vietnam
Sa Pa, Vietnam
Sa Pa, Vietnam Die Sonne scheint, die Gegend ist eigentlich ganz abgelegen, aber eben, die Touristen…. Ich weiß, ich bin auch eine Touristin aber so viele andere Touristen nerven mich. Ich weiß es schon lange, ich bin kein Massentourismus-Mensch und jetzt bemühe ich mich gerade wieder ich selber zu werden. Das was ich heute war gefällt mir nämlich gar nicht. Ich fühle mich gestresst, habe zu wenig geschlafen und ziehe mich in mein „Schneckenhaus“ zurück. Was ist passiert? Das ganze fing schon gestern im Nachtzug an. Ein Angestellter des Hotels hat mich zum Bahnhof gebracht, meinen Rucksack getragen und mich in das Zugabteil begleitet. So weit so gut, nun sollte ich in einem 4-er Abteil in ein oberes Bett hinaufklettern, ohne Leiter oder auch nur irgendetwas um drauf zu stehen (außer auf das untere Bett wo schon eine etwa 40 jährige Alleinreisende aus Kanada saß. Hätte ich Anlauf genommen hätte ich bestimmt den Kopf angeschlagen, und wenn ich nachts eventuell raus muss? Ich habe mich entschieden mich zu weigern in einem oberen Bett zu schlafen. In das andere untere Bett könne ich nicht, deutete mir der Boy vom Hotel. Er rief seinen Boss an und rannte dann nach draußen. Keine zwei Minuten später kamen zwei nette junge holländische Backpacker und meine Frage „Would you mind…“ rückte alles richtig. Natürlich war es kein Problem für die beiden in die oberen Betten zu kriechen. Ein Gespräch war bereits im vollen Gange (mit den jungen Holländern) und ich hatte es mir schon im unteren Bett bequem eingerichtet, da kam der Hotelboy mit einem neuen Ticket, ich müsse jetzt das Abteil wechseln. Ich wollte ihm klarmachen, dass nun alles OK sei, da mischte sich die Kanadierin ein „you have to go out now“…. Und ich? ICH lasse mir das gefallen und trete den Rückzug an. Die Nacht im Zug war dann ein Geschüttel und Gerüttel, das Abteil aber sehr sauber und das Bett nicht mal ganz so unbequem, ab und zu konnte ich sogar etwas schlafen. Ich habe an meine letzte Fahrt im Nachtzug gedacht, da war es bedeutend lustiger. Ich war mit Theresia und Sunil unserem indischen Treckingführer im Himalaya und wir haben UNO gespielt und viel gelacht. Nun auch eine langweilige Nacht geht mal zu Ende, besonders wenn das Ende schon um 4.30 Uhr kommt. Am Bahnhof in Lao Cai warten Minibusse um die ankommenden Reisenden in die diversen Hotels zu verteilen. Meiner ist noch nicht da, also warten. Endlich im Minibus heißt es, warten (auf einen weiteren Zug). Und wie es mein „Glück“ heute so will…. Ihr erratet es sicher schon, die „nette“ Kanadierin sitzt im gleichen Minibus. Nun habe ich ja doch einiges gelernt und gehe ganz einfach auf sie zu und frage ob ich mich neben sie setzen dürfe „if you dont mind….“ Sie fand dass ich doch besser beim Fahrer vorne sitzen solle…. Nun das wars, Rückzug meinerseits auf der ganzen Linie. (Welcher verhassten Tante gleiche ich wohl?) Die Fahrt nach Sa Pa ist abwechslungsreich und geht in ständigen Kurven in die Berge hinauf. Sa Pa liegt 1300 m über Meer, das Wetter gleicht unserem im Oktober. Am Morgen eher kalt, etwas Nebel, aber beim wandern und wenn die Sonne scheint wird es angenehm warm. Das Frühstück wartet schon auf uns, danach wieder warten…. auf den Start der Trecking Tour um 9.30 Uhr. Und wer ist in meiner Gruppe? Und diese Frau bringt es doch tatsächlich fertig mich links liegen zu lassen und die anderen fünf der Gruppe in laufende Gespräche zu verwickeln – und ich lasse es mir gefallen und ziehe mich nun definitiv ins Schneckenhaus zurück. Auf der schönen, nicht sehr anstrengenden Tour werde ich von unserem Guide immer wieder gefragt ob es gehe, sobald eine Stelle kommt bei der es endlich etwas nach Trecking aussieht will er mich halten. Er meint es sicher sehr freundlich, aber heute erwischt er mich auf dem falschen Fuß. Beim etwa 6. mal nachfragen gebe ich zur Antwort „i’m very well, why should I not be well? I’m old but not stupid. Zum Glück hatte ich noch nie eine solche Teilnehmerin in meinen Seminaren – oder bin ich dann in einer andern Rolle? Tatsache ist man kann sich definitiv nicht ausweichen wenn man allein unterwegs ist. Nach der Trecking Tour erwartet mich eine ganz liebe Nachricht aus der Heimat, voll Aufmunterung, gerade im richtigen Augenblick. Es ist schön zu erkennen dass einem die Zufälle nur so ZUfallen! Also doch alles wieder gut und das Schneckenhaus zertrete ich jetzt endgültig, zumindest für den Rest der Reise! In der Region um Sa Pa gibt es mehrere Volksgruppen (in ganz Vietnam gibt es 54 Volksgruppen), welche als Minderheiten noch ganz ihre alten Traditionen leben. Wir dürfen auch in ein H Mong (ausgesprochen Hamong) Haus eintreten und ein ganzes Dorf stellt sich quasi als Museum zur Verfügung. Es gibt schwarze H Mong, blaue, rote und Blumen H Mong. Das bezieht sich auch auf ihre Kleidung, welche sie alle mit Hanf von den Feldern selber weben, nähen und besticken. Die Blumen H Mong haben ganz bunte Kleidung und Hüte, die wie Kopftücher aufgetürmt aussehen, die roten haben vorwiegend rote Farbe, die blauen blau und wie könnte es anders sein, die schwarzen H Mong tragen vorwiegend schwarz. Das ist mir schon im Museum in Hanoi aufgefallen, nun habe ich die Erklärung dazu. Die bunten plissierten kurzen Röcke habe ich aber doch schon im Hochland von China gesehen? auch die Menschen wirken auf mich genau so. Ich frage den Guide, das ist wenigstens ein Vorteil wenn man im Strom der Touristen mit schwimmt. Und tatsächlich die H Mong seien vor etwa 250 Jahren aus China eingewandert. Die Welt wird allmählich wirklich zu einem Dorf. Es ist toll wenn ich Altes mit dem Neuen kombinieren kann. Die Frauen machen wunderschöne Handarbeiten, vor allem besticken sie Kissenhüllen, kleine Taschen, Rucksäcke, Brillenetuis und vieles mehr. Der Verkauf dieser Handarbeiten ist ihr Verdienst und es ist fast schade dass ich nichts von diesen Dingen brauchen kann – und auch nicht die ganze Reise mitschleppen will. Auf der Tour besuchen wir auch eine Schule. Die Kinder haben gerade Mittagspause. Die Knaben spielen fast alle draußen eine Art Fußball mit einem Federball. Sie sind sehr geschickt, einige Mädchen schauen zu oder sind Schiedsrichter und zählen die Punkte. Auf einem Feld haben sie ein Netz gespannt und spielen mit eben diesen Federbällen Volleyball. Es ist eine Boarding School und die Bubenzimmer sind fast alle leer (weil fast alle am Spielen) und die paar wenigen Anderen sitzen auf ihren Betten mit ihren……HANDYS. In den Mädchenzimmern sieht es ganz anders aus. Fast auf jedem der Betten sitzen Mädchen und sticken. Genau solche Muster wie wir sie vorher im Dorf Cat Cat gesehen hatten. Nach eine schönen warmen Dusche mache ich mich allein auf um die Gegend zu entdecken.

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Hanoi und Nachtzug nach Sa Pa

Hanoi und Nachtzug nach Sa Pa
Hoàn Kiếm, Vietnam
Hoàn Kiếm, Vietnam Heute muss ich nach dem Packen den Tag nochmals in Hanoi verbringen, da ich erst am Abend mit dem Zug nach Sa Pa fahren werde, Das historische Museum will mich definitiv nicht empfangen, es ist auch heute closed. Also sitze ich auf dem Opernhausplatz und trinke einen hervorragenden Cappuccino. Überhaupt bin ich überrascht wie gut der Kaffee hier fast überall schmeckt, das bin ich sonst in Asien nicht gewöhnt. Heute ist, seit ich aufgebrochen bin zu meiner Reise, der erste etwas ruhigere Tag, denn nun kenne ich Hanoi von allen Ecken und Enden, außer das historische Museum, es nieselt und es ist so gemütlich in dem hübschen Café. Im Moment läuft Lara’s Theme aus Dr. Schiwago und ich denke an meinen ersten Kinofilm, welchen ich zusammen mit meinem Mann angeschaut hatte. Wie lange ist das her und doch so präsent sobald ich diese Musik höre. Welche Musik wird mich wohl an meine Reise durch Vietnam erinnern? Die Geräuschkulisse ist zwar immens, aber mit Musik hat das nicht viel zu tun. Habe ich einen Reiseblues? Definitiv NEIN, mir geht es gut, auch wenn ich heute etwa nachdenklicher bin. Das Alleinreisen ist ja auch immer eine Reise zu sich selber. Es ist durchaus angenehm einmal Zeit zu haben „nur“ den eigenen Gedanken zu lauschen, achtsam die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und danach die nächsten Unternehmungen zu planen, oder einfach mal nichts zu tun. Die Erkenntnis dass ich viel zu sehr die Bedürfnisse der Anderen bediente kommt ja nicht erst heute, nur muss ich meine manchmal aufkommende Wut über das nicht wertschätzen meiner jahrelangen liebevollen Bemühungen noch „unter die Füsse“ bringen, damit ich frei von allen Altlasten in die Zukunft gehen kann. Mir fehlt eigentlich nur ein dankbares Anerkennen meiner Arbeit, meiner Zeit welche ich investierte (was für mich ja auch Verdienstausfälle bedeutet) und meiner Liebe, die zwar immer ein Geschenk ist, aber gerade für Geschenke sollte man sich doch bedanken? Nun ja, fei nach Julia „man soll die Perlen nicht vor die Säue werfen, was kann die Sau dafür dass sie den Wert der Perlen nicht erkennt und sie auffrisst?“ Nun bestelle ich mir noch eine Kürbissuppe und genieße das schöne Ambiente weiterhin. Wieder in den Straßen Hanois unterwegs komme ich mit einer Englisch-Studentin ins Gespräch. Sie erzählt mir viel über ihre Großmutter, welche es geschafft hatte (während des Krieges) ihre drei Kinder aufzuziehen, da ihr Großvater sehr früh verstorben sei. Sie fragt mich, was ich über den Vietnamkrieg wisse, und ich erwähnte, dass mir in Erinnerung sei „about North and South Vietnam“ aber dass ich Kriege nie verstehen würde….. Wir sitzen auf einer Bank am See und sie will wissen, weshalb ich Vietnam als Reiseziel ausgesucht hätte. Das ist gar nicht so einfach zu beantworten, zunächst einmal weil ich es noch nicht kenne und dann um die verschiedenen Gegenden von Norden bis Süden und die Bewohner kennen zu lernen, das sei jedoch in Hanoi gar nicht so einfach, da alle Menschen so busy seien. Die Studentin entschuldigt sich für ihre Landsleute und hält mir einen Vortrag, wie die Menschen mittlerweile mehr an ihren Tablets und Handys interessiert seien, anstatt „to talk to each other“. Also hier auch, ich bin gespannt wie es auf dem Land sein wird, sie versichert mir, dass die Menschen in den Dörfern mehr Zeit hätten. Nach etwa einer Stunde verabschieden wir uns und gehen jede ihrer Wege. Beim flanieren am See kommt eine Vietnamesin mit den typischen Tragekörben auf mich zu, legt mir ihre Last auf die Schulter und will für mich ein Bild machen. Auf jeden Fall will ich anschließend noch ein Bild von ihr, was ich hier leider nicht laden kann, denn das habe ich mit meiner Kamera aufgenommen. So geht auch dieser ruhige Tag dem Ende entgegen. Ich warte auf meinen Nachtzug und bin gespannt wie es sein wird. Sa Pa ich komme…..

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Hanoi

Hanoi
Hoàn Kiếm, Vietnam
Hoàn Kiếm, Vietnam Die ganze Altstadt von Hanoi scheint ein einziger Markt zu sein, trotzdem will ich heute Morgen einmal zum grossen Dong Xuan Market gehen um mir das emsige Treiben dort anzuschauen. Man kann sich gar nicht vorstellen dass irgendjemand all diese Dinge kaufen will. Die Preise scheinen unschlagbar, zum Beispiel kann ich hier eine Daunenjacke, wie sie bei uns auch überall angeboten werden, für ca. CHF 24 kaufen, die Qualität scheint gleichwertig. Ich dränge mich durch die Menschen und geniesse zunächst das Gedränge um mich herum, als ich jedoch von einem Träger mit überdimensionalem Sack auf dem Rücken fast umgestossen werde habe ich genug und gehe wieder auf die etwas ruhigere Strasse. Auf dem Platz beim Hoan Kiem See kommt auf einmal ein „Schuhputzer“ auf mich zu, bückt sich und zeigt mir, dass meine Trecking-Sandalen fast ausgerissen sind. Ohne dass ich etwas antworten kann hat er schon einen speziellen Kleber in die offene Stelle gedrückt, mir einen Plastikschuh hingestellt, damit er meine Sandale befestigen kann. Ein Stuhl steht auch schon bereit, auf welchen ich mich währenddessen setzen kann. In Windeseile und sehr gekonnt näht er nun sämtliche Riemen an die Sohle an, will sogar noch die Absätze flicken, was ich zu verhindern weiss. Es ist mir von Anfang an klar, dass dies ein „Abriss“-Geschäft werden wird, aber meine geliebten Trecking-Sandalen, welche mich seit 2006 auf allen Reisen ohne Blasen begleitet haben, sind mir schon etwas wert. Die verrichtete Arbeit ist auch wirklich gut gemacht und ich bin bereit dafür etwas auszugeben. Der nette „Schuhputzer“ der recht gut Englisch spricht und mir alles über seine Familie erzählt hat will umgerechnet etwa CHF 40…. Nach einem langen Disput bedankt er sich für meine circa CHF 9, denn mein Argument, dass ich mir ja für den erstgenannten Preis hätte zwei Paar neue Schuhe kaufen können, leuchtet ihm ein, oder er hat gemerkt dass ich zwar Touristin aber nicht blöd bin. Er hat mir sogar die Sohlen meiner Trecking-Sandalen mit schwarzer Schuhwichse poliert. Erneut durch die Altstadt und dem See entlang bis zum Opernhaus, leider gibt es keinen offenen Ticketschalter, sonst hätte ich gerne eine Eintrittskarte für heute Abend gekauft. Auf dem Spaziergang zum Opernhaus bin ich bewusst den Galerien und Antiquitäten gefolgt. Es gibt ganz tolle Kunsthändler und Antiquitätengeschäfte ob echt oder unecht kann ich leider nicht beurteilen, verstaubt sind die vielen Dinge jedenfalls. Ein Künstler in einer Galerie hat es mir besonders angetan. Seine Bilder sind eine Mischung aus traditionellem und modernem Aspekt. Die Farbgebung würde hervorragend in mein Wohnzimmer passen. Das historische Museum liegt gleich neben dem Opernhaus, nur hat es heute zu und ein netter Rikschafahrer erklärt es mir und will mich stattdessen zum Women Museum bringen. Eine Rikschafahrt fehlt noch in meinem Katalog, also den Preis abgemacht und nun auf zum Frauen Museum. Was für eine tolle Sache ein Museum eigens für und über die Frauen Vietnams zu machen. Wie überall auf der Welt unternehmen die Frauen alles erdenkliche um ihren Kindern eine Erziehung, Schule und Ausbildung zu ermöglichen. Im Museum werden Geschichten erzählt von Straßenhändlerinnen in Hanoi, welche so den Lebensunterhalt für die Familie verdienen. Eine Geschichte möchte ich hier kurz andeuten: der Ehemann und Vater züchtet Schweine im Dorf woher sie kommen und verdient damit etwa USD 60 im Jahr, für den Rest muss die Frau mit ihrem Straßenhandel aufkommen! Es gibt aber auch ein ganzes Stockwerk über berühmte Frauen in Vietnam. Im Museumshop kann man von Frauen hergestellte Andenken kaufen. Im Vorhof des Museum sitze ich gemütlich in einer Lounge, trinke etwas und esse (schon wieder) Spring Rolls. Weiter geht mein Weg kreuz und quer, immer wieder entdecke ich noch andere Gassen und komme zur St. Josephs Cathedral. Nicht weit davon entfernt entdecke ich einen Beauty Salon und hier machen sie tatsächlich Schellack, also kurz entschlossen lasse ich mir die Füsse machen und die Kosmetikerin findet so Gefallen an meinen langen Fingernägeln dass sie unbedingt ihre neuen Nagellacke an mir ausprobieren will, ich müsse nicht mehr bezahlen… Das lasse ich mir gerne bieten. Mit schönen Finger- und Fussnägeln mache ich mich auf den Weg ins Hotel, da heute mein Skype Termin mit meiner Familie ist. Unterwegs sollen noch meine Füße massiert werden und auch dazu lasse ich mich gerne überreden. Ich freue mich sehr dass ich fast meine ganze Familie erreiche, den anderen hinterlasse ich eine Videobotschaft. Dank Skype fühlt man sich nicht ganz so weit weg von all den Lieben. Joy, meine kleine Enkelin, wollte schon zur Türe weil sie dachte dass ich jetzt dann gleich komme. So geht auch dieser vorgesehene letzte Tag in Hanoi dem Ende entgegen. Da ich morgen aber erst mit dem Nachtzug nach Sa Pa, ganz im Norden an die chinesische Grenze reisen werde, bleibt mir noch ein weiterer Tag in Hanoi. Ein Museum hat sich ja für mich aufgespart.

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Hanoi, Vietnam

Hanoi, Vietnam
Hoàn Kiếm, Vietnam
Hoàn Kiếm, Vietnam In meinem Reiseführer steht: Wege durch den Altstadtdschungel… Also hatten Andere auch so ihre Schwierigkeiten sich in all den Gassen und Sträußchen zurecht zu finden. Heute am zweiten Tag in Hanoi kenne ich mich schon ganz gut aus und finde auf direktem Weg zum angepeilten Ziel. Am Morgen plane ich mit dem netten Chef des Hotels die Weiterreise, davon aber später, wenn ich unterwegs bin, sonst gibt es ja keine Neuigkeiten zu berichten. Mit dem Taxi fahre ich ans andere Ende der Stadt zum ethnologischen Museum, welches in meinem Reiseführer so gerühmt wird. Es ist erstaunlich wie viele Völker es in diesem Land gibt. Das Aussehen der Menschen ist zum Teil recht unterschiedlich und zum anderen für mich manchmal kaum wahrnehmbar. Einige Völker tragen nur graue und schwarze Kleidung, andere sind ganz farbenprächtig geschmückt. Das Museum zeigt die verschiedenen Handwerker und ihre Fertigkeiten. Vieles machen Sie wie unsere Vorfahren, anderes ist für mich eher ungewöhnlich, so werden auch hier Schattenfiguren gefertigt und die bereits beschriebenen Wasserpuppen. Die wunderschönen Stoffe lassen mein Herz höher schlagen. Im großen Garten des Museums sind verschiedene typische Häuser der Regionen aufgebaut, ein kleines „Ballenberg“ auf vietnamesisch. Das Langhaus finde ich besonders interessant. Etwas ganz Neues (für mich) habe ich auch hier wieder entdeckt. Da steht ein „Friedhofhaus“ in welchem ganze Familien begraben werden. Diese Begräbnisstätte ist umzäunt und mit großen Holzskulpturen geschmückt, welche schwangere Frauen sowie Männer und Frauen darstellen, die ihre intimsten Stellen zeigen (frei übersetzt vom Hinweisschild). Diese Skulpturen zeigen die Fruchtbarkeit und den Fortbestand der Familien. Ein schöner Gedanke, finde ich, anstatt das Ende eines Lebens zu betrauern, sich am Weiterbestand der Sippschaft zu erfreuen. Nun auf zum Westsee wo die Tran Duoc Pagode mitten in einer Brücke, auf einer kleinen Insel steht. Ein Mofafahrer will mich überzeugen, dass er ein sehr sicherer Fahrer sei, ich ziehe aber eine Taxifahrt vor, in Anbetracht des hiesigen Verkehrsverhältnisses. Bei der Pagode hat es viele Touristen aber ich kann ein paar schöne Bilder „schiessen“. Zu Fuß gehe ich dem Ufer des Westsees entlang, durch den botanischen Garten zum Ho Chi Minh Mausoleum, welches ich aber nur im Vorbeigehen anschaue. Für mich ist dieser Name mit Krieg und schlimmen Nachrichten aus meiner Kinder- und Jugendzeit verbunden, also nichts zum näher kennenlernen. Weiter geht es durch die Altstadt und ich entdecke ein kleines Restaurant „Fresh and Natural“ mit nur frischen Säften und Früchten (Sandwiches könnte man auch haben) und ich schlemme eine ganze Schale frische Früchte mit Joghurt, welches viel dicker ist als bei uns, und trinke endlich mal wieder einen geliebten Mangoshake. Nach diesen „Vitaminbomben“ gehe ich frisch gestärkt auf weitere Entdeckungstour durch die Altstadt. Eine Massage wäre doch jetzt genau das Richtige. Ich frage im Hotel beim vorbeigehen nach einer guten Adresse, leider muss ich sagen, denn die Massage war nicht wirklich gut und der Preis für hier viel zu hoch. Nun ja, es kann ja auch mal etwas noch besser werden. Ein langsamer Spaziergang am Abend mit anschließendem Abendessen in einem hübschen Restaurant beenden den aktiven Teil des heutigen Tages, wobei das Schreiben ja auch aktiv ist, nur anders. Das Schreiben ist für mich Vieles gleichzeitig, ich reflektiere das Tagesgeschehen, denke dabei weit mehr als ich hier preisgeben möchte, sortiere meine Gedanken und ich spüre, dass ich mir eine gute Gesellschaft bin. Ich habe mir viel zu sagen…. Im schönen Jahrbuch, welches ich von Barbara erhalten hatte steht ganz zu Beginn des Jahres der Spruch: Wenn du etwas ganz fest willst, dann wird das gesamte Universum dazu beitragen, dass du es auch erreichst. Dabei finde ich es auch wunderschön, dass meine Einträge dazu beitragen dass ich so schöne Wünsche aus der Heimat erhalte, mit der Zusicherung dass das Jahr 2015 gut werde, vielen Dank. Der freundliche Taxifahrer heute Morgen sprach davon, dass ich glücklich sei, gerade jetzt in Hanoi zu sein, da die meisten in den „happy new year holidays“ seien…… sonst sei noch viel mehr Verkehr…. Einerseits kann ich mir kaum vorstellen wie hier noch mehr Verkehr überhaupt Platz hat und andererseits finde ich es toll dass die Leute hier nicht nur von Neujahrsferien erzählen, sondern von glücklichen Neujahrsferien, toll oder? Also bin ich in meinen GLÜCKLICHEN NEUJAHRSFERIEN, sie dauern einfach etwas länger.

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Hanoi, Vietnam

Hanoi, Vietnam
Hoàn Kiếm, Vietnam
Hoàn Kiếm, Vietnam Heute gibt es keine Fotos, nachdem ich jetzt zum 3. mal das Neujahr wieder schreiben musste, habe ich es heute nicht gewagt mit dem iPhone Fotos zu machen, denn jedes Mal hat es meine publizierte Seite wieder mit dem Draft auf dem iPhone überschrieben. Heute ist Reisetag, mit Singapore Airlines geht es am Morgen nach Hanoi, es is doch ein gut 4-stündiger Flug und das Warten am Zoll und beim Gepäck brauchte auch noch viel Zeit. Mein Hotelzimmer im Royal Palace Hotel ist recht hübsch und sauber, sogar eine ziemlich neuwertige Dusche habe ich und Orchideen auf dem Bett, alles für USD 30 pro Nacht inklusive Frühstück. Das Hotel liegt direkt am Rande der Altstadt und man kann alles zu Fuß erreichen. Ich habe sogar wifi und einen Laptop im Zimmer (der hat aber keine Verbindung zum Internet). Der Eigentümer ist äußerst freundlich und gibt mir viele gute Tipps. Ich kann jetzt schon erkennen, weshalb dieses 3-Sterne Haus so gute Beurteilungen hat. Die Fahrt vom Flughafen nach Hanoi lässt mich an meine Seminare denken, da ist eines der Themenschwerpunkte „der erste Eindruck“. Oder es gibt keine zweite Chance für einen ersten Eindruck. Wenn man das auf die meisten asiatischen Städte anwenden würde, müsste man tatsächlich jeweils direkt umkehren. Die Strassen von den Flughäfen sind generell grässlich, aber Hanoi toppt es noch. Was für ein „Kulturschock“ nach dem geräumigen, sauberen Singapur. Aber das ist ja das spannende, und ich marschiere gleich los, was gar nicht so einfach ist. Mit Stadtplan bewaffnet mache ich mich zunächst auf die Suche nach einem ATM um 1’000’000 vietnamesische Dong abzuheben. Wieder einmal als Millionärin unterwegs, wie früher in Italien. Der Gegenwert ist ca. CHF 45, und ich habe heute schon fast alles ausgegeben. Das aber nur, weil ich mir einen Pullover und eine Regenjacke gekauft habe, denn hier ist es kalt und ich habe Zuhause nun doch etwas zu viel wieder aus dem Rucksack gepackt, da ich den Süden im Kopf hatte. Hier tragen fast alle dicke Wintersachen, aber ganz so kalt ist es für mich denn doch nicht. Die Altstadt Hanois ist sehr lebhaft, laut und voll verwinkelter Gassen und Strassen, trotz Stadtplan ist es schwierig auf direktem Weg zum See zu kommen – aber wer will schon einen direkten Weg? Es gibt so viel zu schauen, aber hier muss ich wieder vermehrt schauen wohin ich trete und mir auch auf den Trottoirs (sofern es welche hat) einen Weg durch die Mofas, Frauen, Kinder und spielende Männer suchen. Meist muss ich auf die Strasse ausweichen, was einem Abenteuer gleich kommt. Ich bin ja einiges gewöhnt was Verkehr in Thailand, Malaysia und Kambodscha angeht, aber so etwas habe ich tatsächlich noch nicht erlebt. Man geht (oder fährt) einfach über die Strasse, egal ob es rot oder gerade grün ist. Irgendwie muss man sich durch die Fahrräder, Mofas und Autos durchschlängeln, anhalten tut keiner, man macht höchstens einen Bogen und hupt natürlich. Beim Hoan Kien Lake schlussendlich angekommen brauche ich dringend eine Pause, einen etwas ruhigeren Platz und eine Erfrischung. Hoch auf dem Dach gibt es ein City View Café wo ich zum ersten Mal vietnamesische Spring Rolls esse, sie schmecken ausgezeichnet. Auf dem Stadtplan sehe ich, dass es ganz in der Nähe ein Wasserpuppentheater gibt. Ich kann mir zwar nichts darunter vorstellen, aber gerade deswegen muss ich unverzüglich hin, ich bekomme noch ein Ticket – der teuerste Platz für 100’000 Dong – und sehe wieder etwas ganz Neues, für mich noch nie da Gewesenes, die „Bühne“ is eine Pagode und davor ein Wasserpool. In diesem Wasser spielen nun verschiedene Puppen ein farbenprächtiges Stück, was wir zwar auch nicht verstehen, aber sehr abwechslungsreich und gekonnt dargestellt wird. Ich kann mir lange nich erklären, wie diese „Marionetten“ geführt werden, zum Schluss kommen dann die echten Puppenspieler hinter den Rollos der Pagode hervor. Wieder auf dem Platz erwartet mich das Gewühl und der Lärm dieser quirligen Stadt und ich finde nun meinen Weg schon besser zurück Richtung Hotel. Ganz in der Nähe gibt es ein hübsches Restaurant und ich esse wieder einmal Fried Rice. Den Abend lasse ich etwas ruhiger angehen, ich hoffe dass ich heute nicht alles nochmals schreiben muss.

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