Helene Inderbitzin

Helene Inderbitzin

San José und seine Museen

San José und seine Museen
San José, Costa Rica
San José, Costa Rica Die Nacht war kurz, denn um 5 Uhr früh wird man hier schon wach, es wird hell und die fremde Stadt wartet auf uns. Zuerst noch die Organisation mit dem Safe, Pass und Dollar „einsperren“ und nur das Geld für den Tag mitnehmen, wie üblich auf Reisen. Mein Stadtplan von früher kann wieder gute Dienste leisten. Patrik unser Gastgeber zeigt uns kurz die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, ich konnte schon gestern Nacht die richtige Richtung nennen, denn wir sind wirklich nur ein paar Meter von der Fussgängerzone, den Museen und dem Theater entfernt. Zuerst gibt es in der Bäckerei einen Cappuccino und eine Art Croissant mit Füllung, dann geht es weiter zu Fuss in die Fussgängerzone. Die Geschäfte sind noch geschlossen, aber die Sonne scheint und es ist schön angenehm warm. Das quirlige Treiben um uns ist faszinierend zu sehen. Colones, die Landeswährung beziehen wir an einem ATM und nun noch eine SIM Karte für meinen I-Pad, damit wir ihn im Notfall auch als Navigationsgerät auf unserer Reise benützen können. Eine kleine Pause dazwischen mit einem Papaya Saft vis a vis des schönen Postgebäudes lässt so richtig das Ferienfeeling kommen. Sonne, Menschen und lautes Geschrei vom Platz, alles ist so ganz anders und doch so vertraut. Das Gold-Museum ist unser nächstes Ziel. Von der Central Bank of Costa Rica wurde es nach einer Restauration vor drei Tagen wieder eröffnet, Glück muss der Mensch haben. Auch hier kommen mir einige Sequenzen noch sehr bekannt vor, von meinem letzten Besuch vor acht Jahren. Es ist kaum vorstellbar wie viele Exponate hier ausgestellt sind. Alles Fundstücke aus Costa Rica. Man fragt sich automatisch wie die Menschen vor Jahrhunderten solch feine Gravuren in Steine meisseln konnten oder Silber, Gold und Bronze zu Münzen, Schmuckstücken oder Kultgegenständen verarbeiten konnten, die hatten ja keine Hightech Gerätschaften, sondern nur Lederriemen, Holz, Sand und Steine. Wir verbringen etwa 2-3 Stunden in diesem Museum. Fajitas und Nachos als kleine Vorspeise reicht uns zum Mittagessen. Wir studieren die Strassenkarte Costa Ricas, welche wir unterwegs noch gekauft hatten. Es gibt so viele Möglichkeiten, so viele Richtungen und Wünsche. Für heute Nachmittag sehen wir das Jademuseum vor. Auch dieser moderne Steinquader inmitten der alten Häuser ist ein Besuch wert, auf sechs Stockwerken werden hier Tausende von Exponaten ausgestellt und erklärt. Filme und besondere Tag und Nacht Räume zeigen die verschiedenen Bio Diversitäten in Costa Rica, sowie auch hier Ton-, Silber-, Gold- und natürlich Jade-Gegenstände aus den Jahrhunderten. Für Kinder gibt es ein extra Sandkasten Gebilde, in welchem sie sich als Archäologen mit Pinsel gerüstet betätigen können. Auch hier verbringen wir Stunden und jetzt gehen wir nur noch kurz in den Supermarkt um Wasser, Bier und ein paar Crackers einzukaufen, welche wir dann in unserem Casa Leon im Garten zu uns nehmen, bevor wir dann zum relativ frühen Abendessen ins Restaurant Fleur de Lys aufbrechen. PURA VIDA….

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Flug mit Hindernissen

Flug mit Hindernissen
Gossau, Switzerland
Gossau, Switzerland Nun geht es endlich los – die Ferien die noch vor kurzem so weit weg schienen beginnen nun doch überraschend schnell. Morgens um fünf holt uns Maggie mit dem Auto ab um uns zum Flughafen zu fahren. Verkehr ist um diese Zeit kaum und das Koffer aufgeben klappt bestens. Ein wenig schlendern wir durch die Shops, nehmen ein kleines Frühstück zu uns, um dann am Gate für unseren Flug nach Amsterdam die Anschrift zu entdecken: Due to wheater conditions, estimated departure time 9.55 (anstatt 6.55) der Weiterflug in Amsterdam ist aber schon um 10.30! Die Auskunft am Gate teilt uns mit, wir sollen der Dame in blau folgen, wir würden alle umgebucht. Also alles wieder zurück durch das Flughafengebäude, anstehen in der Schlange, was vorher gar nicht nötig war. Zwei Schalter sind offen und es dauert fast zwei Stunden bis wir in Erfahrung bringen, dass wir auf United Airlines über New York umgebucht werden könnten, sofern wir ein ESTA Formular für Amerika besitzen. Zum Glück waren wir im April in den USA, so dass es für uns kein Problem ist. Nun also alles nochmals von vorne. Zurück zur Gepäckausgabe, wo beim Fundbüro unsere Koffer wieder stehen, zum Ausgang, durch den Zoll, wieder zum Check in eins, wo neue Bordkarten ausgestellt werden. Erneut durch die Kontrolle mit den Bordkarten, nochmals Security Check (diesmal muss ich sogar meine Tasche auspacken, da ich, wie beim ersten Mal, mein E-Book drin gelassen habe) und jetzt natürlich auch durch die Passkontrolle. Überrascht sind wir vom Flieger, so viel Platz für die Beine (und den Bauch) und zwischen uns ein leerer Platz, so dass es ein sehr angenehmer Flug wird. In New York stehen wir dann über eine Stunde in der Reihe um die Imigration hinter uns zu bringen, wieder Koffer holen und gleich wieder abgeben, um schlussendlich im Flieger nach San José zu sitzen. So kann ich jetzt nicht mehr singen „ich war noch niemals in New York …, “ ich habe aber lediglich den Flughafen Newark von innen gesehen, In San José werden wir vom Taxi, welches uns Patrik vom Casa Leon geschickt hat, abgeholt. Es Ist keine sehr lange Fahrt und schon sind wir vor dem typischen Haus mit Gittern rund herum und werden von Patrik willkommen geheißen. Das Zimmer ist einfach aber recht hübsch, und da ich nach einer 24 Stunden Reise mit nur wenigen Nickerchen vor allem erst einmal Hunger habe, gehen wir gleich um die Ecke in ein typisches Restaurant wo ich Tortilla con queso y Pollo bestelle. Allerdings staune ich über die Preise, fast schon schweizerische Verhältnisse. Ich fühle mich so richtig rundum wohl, wieder auf Reisen, neue Menschen, neue Orte oder eben vielleicht auch mal alt bekannte… Ich lasse mich überraschen.

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Letzter Tag in Los Angeles

Letzter Tag in Los Angeles
Los Angeles CA, CA

Los Angeles CA, CA


Der letzte Tag in den Staaten beginnt mit einer tollen Aussicht auf die Küste und den Strand, direkt von „unserem“ Apartment aus. Es ist einmalig wenn man so wohnen kann. Das hübsche kleine Apartment von Nancy hat uns für eine Nacht beherbergt. Sie selber ist zu einer Freundin zum übernachten gegangen.

Wir haben um 9.30 Uhr in einem Farmer’s Market in der Nähe ihres Office zum Frühstück abgemacht und treffen sie dort nach einigem Suchen. Das Frühstück schmeckt wunderbar, und wir besprechen wie unser Tag geplant werden soll. Das berühmte Getty Museum soll unser nächstes Ziel sein, Nancy wird uns nicht begleiten, da sie Kundinnen hat.

Die Fahrt zum Getty Museum ist nicht sehr weit (für amerikanische Verhältnisse) und das Museum selber kostet keinen Eintritt (dafür das Parken USD 15). Das ganze Museumsgelände ist riesig, so dass man sich auf einige wenige Schwerpunkte festlegen muss. Wir folgen zwei Führungen, zuerst die Turner Ausstellung, welche sehr gut erklärt wird. Ich sehe Bilder von Turner welche mir bisher unbekannt waren.

Danach folgt eine Führung durch die Sammlung der Impressionisten, mit den Erklärungen zu den verschiedenen Stylen, auch das sehr interessant. Ein Spaziergang durch weitere Räumlichkeiten führt uns zu einem Getränkestand, wo wir uns eine Erfrischung gönnen, bevor wir wieder Richtung Trambahn gehen, welche uns zurück zum Parkhaus bringt. In dieser Trambahn fällt mir auf wie die Amerikaner generell sofort miteinander sprechen, einander erzählen woher sie kommen, wie weit sie schon gefahren sind, wie viele Kinder sie haben, etc., etc. Es ist schön dieses Miteinander, ein wenig davon würde ich gerne mit nach Hause nehmen.

Zum späten Mittagessen sind wir wieder mit Nancy verabredet. Sie zieht es jedoch vor ohne Essen gleich weiter zu gehen. Zunächst wollen wir mal unser Mietauto beim Flughafen abgeben, was relativ schnell geht. Dann haben wir die Absicht die Koffer schon heute aufzugeben, damit der Morgen des Abreisetags nicht ganz so hektisch wird. Nur leider gibt man uns die Auskunft, dass diese Vortages-Check-In gar nicht mehr existieren, obwohl im Internet so veröffentlicht. Also die Koffer doch wieder ins Auto gepackt und nun geht es noch schnell in ein Einkaufszentrum, damit Peter seine Hemden und Schuhe kaufen kann. Ich treffe auf eine schöne Lederhandtasche und leiste mir dieses Andenken an meine Reise in die USA.

Das Abendessen wünscht Nancy mit uns in einem „Biergarten“ einzunehmen, mit vielen verschiedenen Würsten zur Auswahl und noch mehr Sorten Bier. Sie möchte Näheres erfahren über die Bierherstellung, was für Peter natürlich ein „Leckerbissen“ ist. Ich selber bleibe bei einem Glas Rotwein und die guten Gespräche sind mir eine grosse Wohltat. Es ist schön wenn man neue Freunde trifft, mit welchen man sich sofort versteht und gleich ein Vertrauensverhältnis da ist, als ob man sich schon lange kennen würde.

Nun heisst es Abschied nehmen von Nancy, das Motel wurde bereits vorgebucht, und so verbringen wir die letzte Nacht in der Nähe des Flughafens, damit der Morgen nicht ganz so früh beginnen muss.


Santa Barbara – Santa Monica

Santa Barbara – Santa Monica
Santa Monica, USA

Santa Monica, USA


Gestern wollten wir eigentlich ein Dorf weiter bis Solvang fahren als uns ein Motel „über den Weg lief“. Leider, wie wir heute sehen, der Ort Solvang ist wie ein kleines Dänemark mit hübschen Häusern, kleinen Shops, sogar eine Windmühle steht da. Ein paar Minuten haben uns von diesem hübschen Ort getrennt, wie gern wäre ich hier ein wenig durch die Straßen geschlendert, hätte ein wenig in die kleinen Geschäfte geschaut und einfach nur dieses hübsche Straßenbild genossen. Nun denn, die Durchfahrt heute muss für dieses Mal genügen. Über die Berge fahren wir bis Santa Barbara, wo wir die Mission und das zugehörige Museum besuchen. Eine große Anlage mit einem schönen Garten. Auch hier gibt es Geschichten zu lesen über diese Missionstätigkeit und die Indianer, wie sie im 18. Jahrhundert angetroffen wurden. Ein Bild geht direkt zu meiner Freundin Barbara, das muss sein. Weiter geht die Fahrt über die Berge, Orangenplantagen, Weingüter und ein üppiger Wald säumen die Straße. Ojai mit den typischen mexikanischen Häusern und hübschen kleinen Shops ist unser nächstes Ziel bevor wir weiter nach Santa Monica fahren, wo wir bei Nancy, der Tochter von Sylvia eingeladen sind. Sie besitzt ein hübsches Apartment direkt an der Ocean Avenue, mit Rezeption und Anmeldung beim Portier wie sich das für Amerika gehört, die Aussicht aus dem Apartment ist great und der Drink auf der Terrasse bei vielen Erzählungen gibt mir das Gefühl von Ferien, welche leider fast zu Ende sind. Diesen Abend verbringen wir mit Nancy bei einem guten Abendessen in einem Restaurant, anschließend dürfen wir in ihrem Apartment übernachten.


Bakersfield – San Luis Obispo – Buellmo

Bakersfield – San Luis Obispo – Buellmo
Buellton, USA

Buellton, USA


Heute geht die Fahrt erneut über die Berge Richtung Küste, etwas oberhalb von Santa Barbara liegt die Missionsstation San Luis Obispo, eine der vielen Städte hier an der Küste welche aufgrund von Missionsstationen entstanden ist. Ein kleines Museum zeigt wie die Indianer hier früher (1772) gelebt haben und einige Augenzeugenberichte sind ausgestellt aus dieser Zeit. Der Garten der Station ist schön angelegt und der kleine Aufenthalt tut mir gut. Ein wenig die Beine vertreten zwischen den langen Stunden im Auto. Auf der alten Straße Number one fahren wir danach gemütlich Richtung Süden und finden im Städtchen Buellmo eine Übernachtungsmöglichkeit. Die Route heute führte uns durch Weinberge, Ölfelder und Mandelplantagen. Ein Sodasee war unterwegs im California Valley von riesigen Ausmaßen und die Plantagen und Ranches die hier „auf dem Weg liegen“ sind riesig, manchmal fahren wir mehrere Meilen bis wir das Ende erreichen. Die Dürre in Kalifornien ist deutlich zu sehen. Obwohl jetzt im Frühling alles grün und voll Blumen sein sollte, ist alles gelb-braun, außer die bewässerten Felder. Gemäß unsren Informationen hat es seit vier Jahren nicht mehr geregnet und die Stauseen, welche wir immer wieder gesehen haben sind teilweise fast leer, die Staumauer mehrere hundert Meter vom See entfernt.


Zurück Richtung Küste

Zurück Richtung Küste
Bakersfield, USA

Bakersfield, USA


Der Morgen im gemütlichen Lone Pine beginnt mit packen, da wir im Grill von gestern Abend ein richtiges amerikanisches Frühstück genießen wollen. Ich gebe den Schlüssel im Motel ab und rufe „ich gehe zu Fuß“, Peter findet das sei viel zu weit (ca. 500 Meter!!). Hinter dem Motel begrüßen mich der blaue Himmel und die Schneeberge der Sierra Nevada. Ein so schöner Morgen, so richtig um sich wohl zu fühlen. Nach einigen hundert Metern holt mich Peter mit dem Auto ein, ich schaue ihm nach, und schon liege ich mit voller Wucht am Boden. Ich hatte einen Absatz auf dem Gehsteig übersehen und bin wieder einmal auf allen Vieren gelandet. Mein rechtes Knie ist erheblich aufgeschürft und die rechte Hand schmerzt immer mehr. Aber ich lasse mir das Frühstück in „unserem“ Grill nicht vermasseln, mein Toast mit geräuchertem Lachs, Spiegelei und Sauce Holondaise, samt Bratkartoffeln schmecken ausgezeichnet, Etwas außerhalb von Lone Pine befindet sich das Visitor Center und wir wollen nachfragen ob die von uns vorgesehene Route überhaupt im Winter zu befahren ist. Der Yosemite Nationalpark weiter im Norden lockt sehr, aber wir sind auf der falschen Seite, und rundherum fahren reicht die Zeit einfach nicht mehr. Der berühmte Nationalpark muss also definitiv warten. Auch die Straße durch den Sequoia Nationalpark geht wohl nicht, da ein Vierradantrieb nötig ist, also fahren wir nochmals zurück nach Lone Pine um die Alabama Hills zu besuchen, hier wurden viele Wildwestfilme gedreht, und wirklich, ich komme mir vor wie in einem Film. Immer neue Felsen, immer andere Schluchten und Steppen. Ich mache eine kleine Wanderung am Ende der Movie Road und „rette“ einen kleinen Jungen der weinend auf dem Weg steht und seine Mutter, welche etwas weiter vorne wartet vermisst, ich nehme ihn an der Hand und wir marschieren gemeinsam zu seiner Mutter, Ein Bogen mitten im Felsen ist hier zu sehen, wunderbare Wege und immer neue Aussichten. Was liegt da wohl auf dem Weg weiter vorne? Hat ein Kind wohl seine pinkfarbene Mütze verloren? Nein, als ich näher komme sehe ich das Wunder, ein blühender Kaktus, mitten in dieser Landschaft aus Fels, Stein und Sand, es ist unglaublich. Weiter geht die Fahrt zu den Fossil Falls, einer Gegend, welche früher durch Lavaströme eine natürliche Barriere im Tal bildete und so ein großer See entstanden ist. Ein Wasserfall hat diesen Basalt so ausgewaschen und einen Canyon gebildet, der heute noch zu sehen ist, obwohl der See nahezu ausgetrocknet List. Die kleine Wanderung durch die Wüstenlandschaft ist ein besonderes Erlebnis, ein Leguan legt sich uns mitten in den Weg. Noch ein weiteres Ziel auf unsere Weg hat uns der nette Ranger im Visitor Center angegeben. Der Red Rock Canyon zeigt bizarre Türme mit roten Dächern und im Hagen Canyon gibt es ganz andere Kakteen. Nun wollen wir aber weiter zum Lake Isabella. Der sieht so verlockend kühl aus auf unserer Karte und irgendwie erwarten wir einen Touristenort mit Booten, Ferienhäusern etc. Leider entpuppt sich der Ort selber als Enttäuschung, es gibt zwar einen Mac Donald aber nur ein heruntergekommenes Motel und irgendwie ist alles sehr lieblos und weit verstreut. Wir sind jetzt nach dem hübschen Ort Lone Pine natürlich auch etwas verwöhnt, also geht die Fahrt nun doch noch heute weiter bis Bakersfield, wo wir ein hübsches Motel finden und in einem baskischen Restaurant den Abend ausklingen lassen.


Fahrt durch das Death Valley nach Lone Pine

Fahrt durch das Death Valley nach Lone Pine
Lone Pine, USA

Lone Pine, USA


Im Hotel in Las Vegas heißt es zunächst wider zusammenpacken, die Kühlbox mit den Lebensmitteln füllen, alles irgendwie zum Ausgang zu verfrachten, damit das Auto beladen werden kann, inzwischen hat so jedes Ding seinen Platz. Die Fahrt durch die Wüste geht zunächst auf dem Highway Richtung Death Valley. Wir wählen nicht die übliche Route einfach quer durch, sondern kommen von Süden in das Valley, vorbei am „Golfplatz des Teufels“ und vielen anderen interessanten Punkten. Es ist heiß hier unter dem Meeresspiegel, 42 Grad zeigt das Thermometer des Autos an. Beim aussteigen ziehe sogar ich meinen Sonnenhut an und welche Wohltat ist es anschließend wieder im klimatisierten Auto zu sitzen. Unglaublich erscheint uns die Vorstellung, dass es hier am heißesten Tag sogar 57 Grad werden kann und wie sich wohl die ersten Arbeiter, welche hier Borax und Silber abgebaut hatten, in dieser Hitze und diesen Entfernungen zurecht gefunden hatten. Wie konnten die hier überhaupt überleben? Aber das Visitor Center zeigt wie die Menschen sich entsprechende Hütten und Wagen gebaut hatten und sich in den einzelnen Oasen eigentliche Paradiese erarbeitet haben. Was wir in einigen Stunden mit dem klimatisierten Fahrzeug durchfahren und hinter uns lassen muss mit den Pferdekarren Tage, ja Wochen gedauert haben…. Erst spät erreichen wir heute das kleine Städtchen Lone Pine. Sofort müssen wir ein Restaurant suchen, da es nur bis ca. acht Uhr etwas zu essen gibt. Ein hübscher Grill fällt uns auf und das Paar welches gerade zur Tür herauskommt sagt uns „we had an excellent dinner“. Noch eine Bestätigung, und tatsächlich, das Abendessen Ist ausgezeichnet, wohl das beste welches ich bisher in Amerika hatte. Der Besitzer des Grill kommt zu einem Gespräch an unseren Tisch, ein eingewanderter Belgier, der ausgezeichnet kocht, wie wir bereits testen konnten, Wie ich das liebe, die amerikanische Art mit jedem und bei jeder Gelegenheit zu sprechen und zu erzählen. Es macht so fröhlich wenn die Bedienung im Restaurant oder am Parkeingang mir überschwänglich einen tollen Tag wünscht, mich fragt wie es mir geht… etc. Auch wenn man den Amerikanerin nachsagt, dass dies ein oberflächliches Geplänkel sei, so finde ich doch wir könnten uns eine Scheibe davon abschneiden, es kostet ja nichts. Im hübschen Städtchen gibt es einen echten „Wildwest“ Saloon, den will ich unbedingt auch sehen, also geht es nach dem Essen noch zu einem Budweiser in den Saloon, leider sind wir trotz Wochenende fast die einzigen Gäste. Und so geht auch dieser Tag in die Nacht über und nach diesem langen Tag, dem Abendessen und dem Saloon Besuch schlafe ich wohl schon bevor mein Kopf auf dem Kissen liegt.


Zion Nationalpark – Valley of Fire – Las Vegas

Zion Nationalpark – Valley of Fire – Las Vegas
Las Vegas, USA

Las Vegas, USA


Das Frühstück in dem gemütlichen Guesthouse findet am großen Esstisch im Diningroom statt. Frische Waffeln, Früchte und Tee und viele Diskussionen mit den Eigentümern und den anderen Gästen machen gute Laune. Einige Tipps wo man noch überall hingehen könnte….. Nur die Ferien sind viel zu kurz. Die relativ kurze Fahrt zum Zion Nationalpark führt durch das schöne Tal mit einigen Bauernhöfen und Tierweiden. Im Nationalpark müssen wir heute Samstag, wie an jedem Wochenende keinen Eintritt bezahlen, was ich ganz toll finde, vor allem für die vielen Familien, welche heute mit ihren Wohnmobilen für ein Wochenende in den Park kommen. Es gibt auch hier einige Campgrounds und die sind, wie die Parkplätze, bereits voll belegt. Wir erwischen nach langem Suchen noch den letzten Parkplatz am Rand der Einzäunung. Mit dem Shuttlebus fahren wir bis ganz hinten ins Tal um von dort aus dem Fluss entlang zu gehen. In diesem Nationalpark gibt es viele verschiedene Trails, am liebsten würde ich hier noch ein wenig bleiben. Mit einem Camper wäre ganz toll, da man dann überall halten könnte, das ganze Gepäck bereits verstaut wäre und die eingekauften Lebensmittel müssten nicht aufwändig immer wieder von der Kühlbox in den Kühlschrank geräumt werden. Amerikas Nationalparks und die Straßen eignen sich besonders gut für diese Reiseform. Also das nächste Mal….. Die Fahrt geht weiter durch das Valley of Fire mit den ganz besonderen Felsformationen. Das Wasser und das Eis haben hier Löcher in die Felsen gewaschen, und je nachdem scheint das Licht der Sonne genau durch diese Löcher. Es ist ein Umweg auf der Strecke nach Las Vegas der sich bestimmt lohnt. In las Vegas angekommen finden wir dank meinem I-Phone das gebuchte Hotel. Auch hier hat es viele Leute, da diese Stadt auch ein Wochenendausflug für Amerikaner ist. Das Hotel selber entpuppt sich als eigentliche Stadt in der Stadt, mit Innenhof zwischen den Flügeln, großen Spielhallen, Restaurants und noch vielem mehr, was wir gar nicht erkunden, denn wir suchen immer noch die Rezeption. Endlich erhalten wir den Zimmerschlüssel und nach einer Dusche und kurzem umziehen fahren wir an den Strip (den Las Vegas Drive) zum MGM um möglichst noch ein Ticket für die Show von David Copperfield zu ergattern. Der Verkehrsstau gibt mir wenigstens die Möglichkeit ein wenig die „Märchenschlösser“, sprich Hotels und Vergnügungspläste, mit den vielen Lichtern zu bestaunen. Auch hier ist alles voller Menschen. Im MGM erhalten wir gerade noch die letzten zwei Tickets für die Show und es reicht sogar für einen kleinen Snack vor der Show. Diesen berühmten Zauberer live zu erleben und die unglaublichen Dinge zu sehen, welche er darbietet, ein besonderes Erlebnis. Ein Oldtimer schwebt in der Luft, willkürlich ausgewählte Zuschauer geben ihre Geburtstage an, und zusammengesetzt ergeben diese Zahlen die Autonummer des Fahrzeugs. Einmal steht David auf der Bühne und in der nächsten Sekunde mitten in den Zuschauern auf einem Stuhl. Zum Schluss kommt noch ein fauchender Dinosaurier aus einer Kiste, die eigentlich viel zu klein ist für dieses Riesending. Obwohl man weiß dass alles nur Täuschung ist, man kommt aus dem Staunen nicht heraus. Las Vegas – ein einziges „Theater“, aber inzwischen ist es sehr spät geworden und die Spielautomaten überlassen wir getrost den Anderen. Ich bemerke einige, vor allem ältere Damen, welche hier ganz allein an einem solchen Apparat sitzen und eigentlich ein trauriges Schauspiel abgeben. Nun ja, wie immer, man sieht nur das was zu sehen ist, was für Schicksale sich dahinter verbergen kann man nur erahnen. Diese eine Nacht in las Vegas gibt einen kleinen Einblick und es macht neugierig. Wie wäre es wohl in diesen Straßen zu flanieren und die vielen Shopping Center zu besuchen?


Bryce Canyon und altes Hotel in Glendale

Bryce Canyon und altes Hotel in Glendale
Kanab, USA

Kanab, USA


Von Page aus sind wir heute Morgen um 10.00 Uhr gestartet und Richtung Big Water und Kenab auf der Route 89 gefahren. Der kürzeste Weg zum Bryce Canyon führt kurz nach Big Water über eine unbefestigte Straße das Cottonwood Valley hinauf. Wir wollen es wagen und starten auf der Sandstrasse, obwohl unser kleiner Chevrolet keinen Vierradantrieb hat. Bei der Abzweigung heißt es, dass die Straße bei nasser Fahrbahn und Regen unpassierbar wird. Unserer Meinung nach hat es nicht geregnet, obwohl seit gestern der Himmel bewölkt ist, nach einigen hundert Metern kommt uns ein Camper entgegen, der uns ganz eindeutig Zeichen macht, dass wir diese Straße nicht nehmen sollen. Also kehren wir um, obwohl uns das Abenteuer Sandstrasse durch diese wilde Gegend gereizt hätte. Die Vernunft siegt, und so nehmen wir die lange Strecke über Kanab und Mount Carmel in Kauf. Weiter vorne bei einer Abzweigung zu einem alten Siedlerhaus sehen wir dann Pfützen und ein Fahrer eines Pickups bestätigt uns, dass die unbefestigten Straßen heute nicht zu befahren sind.

Kurz vor Mount Carmel verlockt uns der Wegweiser nach „Coral Pink Sand Dunes State Park“ zu einem Abstecher. Es ist erstaunlich, inmitten dieser wilden Berglandschaft erstrecken sich rote Sanddünen über mehrere Kilometer mit einer außergewöhnlichen Fauna und Flora. Auch hier wird mit den entsprechenden Schautafeln vieles erklärt und wir erkunden kurz einen Weg durch die Sanddünen.

Nach einem kurzen Mittagessen im Auto (draußen weht der kalte Wind) geht die Fahrt weiter bis zum Bryce Canyon. Die Landschaft wechselt, besonders gefällt mir das Tal bevor wir zum Bryce Canyon abzweigen. Ein kleiner Fluss schlängelt sich durch das Hochtal, immer wieder hat es hübsche Häuser und gepflegte eingezäunte Weiden für Rinder, Hirsche und Pferde. Alles scheint friedlich und wunderhübsch.

Dann der Bryce Canyon, eine Wucht, es hat immer noch Schnee an einzelnen Stellen und die Aussicht auf diese Türme von Felsen einmalig. Dieses Canyon ist anders, fast genauso breit wie der Grand Canyon, aber ganz andere Felsformationen. Ich möchte nicht entscheiden welches der Canyon das schönere ist, damit bin ich überfordert, ich genieße einfach die grandiose Aussicht von immer neuen Aussichtsplattformen. Der Film im Visitor Center zeigt wieder die Entstehungszeit all der Millionen Jahre und die immer wechselnde Sicht auf die recht weichen Felsen. Eis und Wasser verändern laufend diesen Canyon und es gibt einen Kreislauf wie sonst im Leben, von Sterben und neuem Leben. Total spannend.

Die Fahrt zurück sollte noch so weit wie möglich sein, da wir morgen in den Zion Nationalpark gehen wollen. In Glendale entdecken wir ein einziges kleines Hotel mit Bed und Breakfast in einem alten Siedlerhaus, mit Holzfeuerung und schön eingerichteten Zimmern. Der Preis ist zwar ansehnlich, aber auf der eingeglasten Veranda gibt es eine gemütliche Eckbank mit Tisch, samt Mikrowelle und Kühlschrank, so dass wir unsere Spareribbs von gestern wärmen können und mit den Gemüsedipp einen wunderbaren Dinner (mit Wein) herrichten können.

Die Relativitätstheorie von Einstein wird mir erklärt, und ich glaube ich habe die sogar verstanden. Die Diskussionen gehen rund, da tut es ganz gut dass jedes von uns sein IT Produkt mit hat um ein wenig abzuschalten, für mich ganz klar das Schreiben. Ich hoffe nur, dass ich heute meine Berichte hochladen kann, immer wieder ist entweder mein I-Pad zu langsam oder eben das wifi. Aber schlussendlich schaffe ich es immer irgendwie.


Wonderfull Grand Canyon

Wonderfull Grand Canyon
Tusayan, AZ

Tusayan, AZ


In Flagstaff besuchen wir heute Morgen das Pionier Museum, welches in einem alten Krankenhaus aus dieser Zeit eingerichtet ist. Verschiedene Einrichtungsgegenstände und Utensilien von Siedlern sind ausgestellt, auch aus dem Jahr 1960 sind in einem kleinen Zimmer verschiedene Gegenstände, u,a, eine IBM Schreibmaschine, ausgestellt. Alle diese Dinge kommen mir sehr bekannt vor, also bin ich auch schon ein Museumsstück? Im Garten sehen wir einen Planwagen von anno dazumal, ein eingerichtetes Blockhaus und eine Lokomotive der berühmten Eisenbahn.. Das kann

In etwa eineinhalb Stunden Fahrt erreichen wir ihn, den Grand Canyon, DAS Wunder Amerikas. Es ist grandios, unglaublich und jetzt erst kann ich mir ein wirkliches Bild von diesem Naturschauspiel machen. Ich hatte schon so viele Bilder, Dokumentationen und Filme gesehen, aber wenn man selber hier steht kommt man sich vor wie in einem Traum. Es ist WIRKLICH, ich stehe selber hier und darf das alles sehen….

Leider ist heute zum ersten Mal der Himmel nicht blau und es ist bitter kalt. Das hält uns jedoch nicht davon ab immer wieder neue Punkte zu besuchen um die wechselnde Sicht auf den grandiosen Canyon zu sehen. Dazwischen gib es sogar richtiges Schneegestöber. Das Visitor Center bietet dann ein wenig Wärme und der Film im Imax ist auch sehr sehenswert. In der Ausstellung sind Dokumentationen von den ersten Colorado Durchfahrten mit Holzbooten zu sehen. Ein alter Film zeigt den Wagemut der Pioniere, wie sie durch die Stromschnellen fuhren oder ihre Boote an Seilen vom Rand aus durch die hohen Schwellen gleiten ließen. Eine Fahrt im Shuttlebus bringt uns noch zu weiteren Aussichtsplattformen.

Nun heißt es Adieu zu sagen, denn eine weite Fahrt liegt vor uns, Schneegestöber begleitet uns auf den ersten Meilen, inzwischen suche ich auf der gewählten Route Richtung Utah nach einem Motel mit dem AAA Reiseführer, nur gibt es erst nach ca. sechs Stunden Fahrt eine erste Möglichkeit, auch ob es dazwischen Tankstellen hat ist ungewiss. So entscheiden wir uns die Schnellstraße nach Page am Powell See zu nehmen, denn hier muss man so ca, um fünf Uhr nach einem Motel suchen, sonst ist man zu spät.

In Page angekommen gibt es verschiedene Motels zur Auswahl und ein texanisches Barbecue Restaurant bringt noch zusätzliches Amerika Feeling in diesen Tag.