Helene Inderbitzin

Helene Inderbitzin

Amethyst und Achat Minen in der Nähe von Artigas

Amethyst und Achat Minen in der Nähe von Artigas
Artigas, Uruguay
Artigas, Uruguay Wir starten unsere gebuchte Tour zu den Minen, in welchen hier rund um Artigas Achate und Amethysten abgebaut werden. Ein Minibus vom Hotel ist bis auf den letzten Platz ausgebucht und ich sitze eingequetscht in der Mitte der zweiten Reihe. Alle sprechen Spanisch, natürlich, unser Führer fragt die Gruppe ob wir einverstanden seien wenn wir zuerst zur Verarbeitung in einer kleinen Fabrik fahren, bevor wir die Mine besichtigen. Er spricht so schnell dass ich das nur der Spur nach verstehe, also sage ich einfach „no comprendo“, als man uns fragt ob wir auch einverstanden seien. Die Route 30, welche wir morgen fahren wollen, ist schrecklich, voller Schlaglöcher, wir können uns bereits freuen. Der Minibus fährt zur Verarbeitung der Halbedelsteine. Lärm einer grossen Poliermaschine erwartet uns. Riesige Gebilde sind im Gelände und in den Hallen aufgestellt. Ein junger Arbeiter, der in Amerika Englisch gelernt hat, übersetzt uns jetzt einiges. Es ist schon erstaunlich was die Natur alles hervorbringt. Peter erklärt mir den genauen Vorgang, wie es zu solchen „Einschlüssen“ im Gestein kommen konnte und wie das Wasser über die Jahrmillionen die Kristalle gebildet hat. Die Farbei der Steine ist sehr unterschiedlich, das Violett der Amethyste überwiegt, in verschiedenen Schattierungen. Aber eine andere Geode (das halbrunde Steingehäuse in welchem die Amethysten drin gewachsen sind) sticht mir ins Auge. Alle Steine sind von weiss über beige, gelb bis hin zu dunkelbraun, aber nicht nur eine Lage, sondern der weisse Einschluss liegt quer in der Geode und die anderen bilden fast eine Landschaft. Peter möchte mir ein kleines Andenken kaufen, aber wie immer, ich schaue mir die Dinge gerne an, bin teilweise sogar begeistert, aber selber haben muss ich es nicht (ich müsste es nur abstauben!). Zum Glück, wie sich später herausstellt. Weiter geht die ca. 1-stündige Fahrt zur Mine. Zunächst erhalten wir Helme mit Stirnlampen und eine Sicherheitsweste, wie sie beim Autofahren, vielmehr bei einer Panne, benutzt wird. Auf einer „Abfallhalde“ dürfen wir nun mit dem uns abgegebenen Hammer selber Steine klopfen. Es ist spannend was dabei herauskommt. Kleinere Stücke Amethysten, Achate und sogar glasklare Kristalle finden wir. Die Tasche meiner Regenjacke ist schon ganz schwer. Irgendwie ist es schwer zu entscheiden welche Steine wir nun mitnehmen wollen, welche nicht. Nun sind wir „steinreich“ und haben sie erst noch selber gefunden. Ausser den einen grossen, den bringt mir der eine Führer, vermutlich als Entschädigung dass wir von seinen Erklärungen immer nur etwa die Hälfte mitbekommen (er weiss ja nicht dass Peter alles selber erklären kann). Nun geht es rein in die Mine, es ist ganz dunkel, nun sind wir froh um unsere Stirnlampen, auch hier sehen wir riesige Einschlüsse welche nur so glitzern. Ein wenig Höhlenforschungs-Gefühle kommen auf als wir uns durch einen relativ engen Ausgang bücken müssen. Die Fahrt zurück zum Hotel dauert wieder etwas über eine Stunde, danach gehe ich ein wenig durch den Ort, einerseits um ein Restaurant für den Abend zu suchen, andererseits um noch ein wenig zu gehen. Peter seinerseits sucht ein Restaurant im Computer, mit nicht viel grösserem Erfolg als ich. Dieser Ort Artigas schein wirklich vom „Restaurant-Sterben“ betroffen zu sein. Alle im Reiseführer erwähnten, und fast alle im Internet aufgeführten Restaurants gibt es nicht mehr. Wir treffen es dann zwar doch noch sehr gut und günstig, mit einem netten Besitzer, der Peter darauf anspricht, dass man zum Wein kein Bier trinken sollte…
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Fahrt durchs Nirgendwo nach Artigas

Fahrt durchs Nirgendwo nach Artigas
Artigas, Uruguay
Artigas, Uruguay Das Frühstück heute lässt wieder nichts zu wünschen übrig, bald sind unsere Koffer gepackt und alles ist im Auto verstaut. Jetzt fahrend wir weiter Richtung Norden, an die Grenze zu Brasilien. Die Strassen sind immerhin geteert, Schlaglöcher aber überall, Peter muss sehr aufpassen wohin er fährt. Zum Glück, denn dabei übersieht er nicht einmal die Schildkröte welche sich direkt auf unserer Fahrseite befindet. Er will sie retten, kehrt um und trägt die Schildkröte, welche sich natürlich in ihren Panzer zurückzieht auf die andere Strassenseite. Gerettet! Die Fahrt geht weiter durchs Niemandsland, so kommt es einem wenigstens vor. Kilometerlang keine Häuser, nur Wiesen, abwechselnd mit kleinen Waldstücken, auf den Weiden Kühe, Schafe, Pferde und sogar Emus. Immer wieder können wir fremde Vögel beobachten. Die einen stehen fast still in der Luft und sehen nicht ganz aus wie Adler, aber es scheint doch ein Raubvogel zu sein. Andere sind ganz grün schillernd und fliegen rasch davon wenn wir uns nähern. Es ist schade dass wir diese Vögel nicht kennen und sie nicht zuordnen können. Es wäre spannend die verschiedenen Vogelarten zu kennen. Ein einziges Dorf durchqueren wir auf unserer ca. 200 km langen Fahrt durch die Natur. Es hat sogar ein „Autobahnrestaurant“ in welchem Peter ein Bier bekommt. Es handelt sich dabei mehr um eine Baracke mit einer Theke und einer primitiven Küche an der Seite. Die Besitzerin bringt uns das Cola und das Bier und stellt uns einen Platintisch und zwei Stühle in den Eingang. Zweimal unterwegs begegnen wir liegen gebliebenen Autos und Peter als „fast“ Automechaniker will jedes Mal helfen. Das erste Mal ist die Batterie leer und weder wir noch der andere Fahrer haben ein Überbrückungskabel oder ein Abschleppseil, aber ein Helfer wird erwartet, also fahren wir weiter. Beim zweiten Auto handelt es sich auch um ein Mietauto mit einem Fahrer der Englisch spricht. Sein hinterer Pneu ist ganz und gar platt, aufgrund der vielen Schlaglöcher. auch dieser Fahrer hat schon Hilfe bei der Mietwagenfirma in Artigas angefordert, also weiter. Nach etwa einer Viertelstunde begegnet uns ein Abschleppfahrzeug, Hilfe für den Liegengebliebenen kommt also. In Artigas ist es ganz einfach das Hotel zu finden, liegt es doch an der Hauptstrasse. Wir wollen noch einen Ausflug in die Halbedelsteinminen in der Umgebung buchen, im Hotel will man uns Bescheid geben. Mit dem Stadtplan ausgestattet machen wir uns auf den Weg zur Tourist Information, um uns dort nach einem Ausflug zu erkundigen, denn durch den vielen Regen in den letzten Tagen seien die Strassen nur mit einem 4×4 Fahrzeug zu befahren, und das haben wir ja nicht. Peter macht Pause in einer Cafeteria und ich marschiere zur Brücke, welche Uruguay mit Brasilien verbindet, dort ist das Informationszentrum. Die Dame spricht auch nur Spanisch, aber ich kann mich soweit durchschlage als ich erfahre, dass das Hotel für uns die Tour telefonisch buchen muss, dann werden wir morgen um 10.00 Uhr abgeholt. Mit farbigen Prospekten aller Art ausgestattet verlasse ich wieder das Touristoffice und treffe Peter in der Cafeteria. Ein kleiner Spaziergang zurück zum Hotel, Peter will ja noch ein schönes Restaurant im Internet für heute Abend ausfindig machen.
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Salto

Salto
Salto, Uruguay
Salto, Uruguay Früh wache ich heute auf, wasche meine Haare, nehme eine ausgiebige Dusche, was für eine Wohltat, und nun sitze ich im schönen Wohnzimmer am sensationellen Frühstückstisch, d.h. daneben, trinke meinen Tee und warte bis Peter aufsteht. Ich sitze hier, schaue in den schönen Garten und geniesse das Ambiente dieses Hauses. Grosse Räume, viele Fenster, ein Atrium, es ist einfach einmalig schön. Im Gespräch mit unserer netten Gastgeberin erfahre ich, dass man hier in Uruguay gratis studieren kann, auch die Schule kostet nichts, alles bezahlt der Staat. Ich bewundere die schönen Antiquitäten, das Geschirr, die Silberbestecke und die vielen liebevoll dekorierten Dinge im Hotel. Patricia erklärt mir, dass es hier in Salto leider fast nichts mehr zu finden gibt, da die grossen Haziendeiros im Rio Grande del Sul (Brasilien) vieles aufgekauft haben um es in ihren Herrenhäusern aufzustellen. Die meisten Dinge hier im Haus wurde in Montevideo gesucht und gefunden. Das Haus selber ist etwa 100 Jahre alt, als Hotel wurde es vor einem Jahr von zwei Deutschen aufgemacht. Überhaupt gibt es viele Europäer welche hier in Uruguay leben, jüngere aber vor allem auch Pensionierte, da es in Europa so „gefährlich“ und „unsicher“ sei. Eine Tragik welche mir hier so richtig bewusst wird. Werden wir jetzt sogar in Südamerika als „unsichere politische Situation“ gehandelt? Das Frühstück selber hat noch selten so gut geschmeckt, und jetzt wollen wir zu den Thermen, welche es hier in der Nähe zahlreich gibt. Wir lassen uns eine genau erklären und fahren Richtung Grenze zu Argentinien. Leider ist das Wetter hier ungewöhnlich kalt. 14 Grad hat es nur und ab und zu regnet es ein wenig, eigentlich ideal zum im warmen Wasser baden. Nur sehen wir jetzt, dass diese Badeanlagen alle outdoor sind, und um von einem Becken zum nächsten zu gehen (ohne Bademantel) ist es uns dann doch zu kalt. Wir suchen noch ein wenig im Ort Termas del Dayman ob wir ein Hotel mit Thermalbad finden, leider vergeblich. Zurück in Salto fahren wir noch zum verbleibenden Platz, welchen wir gestern noch nicht gesehen haben, versuchen nochmals im bekanntesten Restaurant der Stadt, im Lamas, einen Tisch zu reservieren für am Abend, leider vergebens, denn dieses Restaurant scheint im Moment geschlossen zu sein, nicht nur am Montag. Überhaupt muss man wissen, dass hier in Uruguay die Leute sehr spät essen (gehen). Wenn man um 20.30 Uhr in ein Restaurant ist man sehr früh, da machen die meisten Restaurants zwar auf, aber man ist definitiv bis ca. 22.00 Uhr alleine in der Gaststube. Wie Peter richtig erkannt hat macht das nichts, dann sind wir halt die ersten und die letzten Gäste. Der Nachmittag im Atrium unseres schönen Hotels wäre sehr hübsch, nur ist es mir einfach etwas zu kühl, ich verziehe mich unter die Decke in mein Bett um zu lesen. Schliesslich müssen wir noch die Weiterreise besprechen, im Reiseführer und im Internet nachsehen, wohin denn unsere nächste Etappe gehen soll, auch das braucht Zeit. Das Buchen dss Hotels überlasse ich diesmal Peter. Was wir noch nicht erfahren können ist, ob es in der kleinen Posada im Nationalpark, welchen wir in einer weiteren Etappe besuchen möchten noch Zimmer frei hat und ob und wie wir dorthin kommen können. Im Reiseführer steht, dass man irgendwo das Auto stehen lassen muss um zu Fuss dorthin zu gelangen. Peter will sogar mitmachen, wenn der Weg zu Fuss nicht länger als einen Kilometer beträgt. Meine Idee ist, dass morgen unsere nette Gastgeberin für uns dort anrufen soll um das alles ausfindig zu machen. Mal sehen…. Auch so vergeht die Zeit wie im Flug und wir machen uns auf zu dem Cavern, einem Restaurant welches wir ausfindig gemacht haben. Aus dem Lautsprecher ertönt Musik von den Beatles, Simon & Garfunkel, etc., also fast schon Oldies welche heute ganz angenehm tönen. Ich frage mich, wie man diese Musik damals als „verrückt“ abtun konnte, es ist doch immer wieder erstaunlich wie sich die Geschmäcker ändern. Das Essen ist hervorragend, wie inzwischen unsere Taktik bestellt Peter ein Fleisch mit Pommes und ich einen Salat und dann bekomme ich die Hälfte des Fleisches ab. So haben wir nicht zu viel, andernfalls müssen wir immer die Hälfte zurückgeben, was ja schade ist. Heute reicht es sogar für ein „Postre“ (Nachtisch), ich bestelle einen Panqueque con Dulce de Lecche (eine Apfelomelette im karamellisierten Zucker). Ein Café darf auch nicht fehlen, was hier in Uruguay ein Espresso ist, der meistens ausgezeichnet schmeckt. Was das Wetter betrifft so erfahren wir, dass es aussergewöhnlich kalt ist für Oktober (14°), da die Temperatur üblicherweise in dieser Jahreszeit etwa 40 – 42° beträgt. Auch hier spielt das Wetter verrückt. Nun es werden wieder andere Tage kommen.

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Lange Fahrt nach Salto

Lange Fahrt nach Salto
Salto, Uruguay
Salto, Uruguay Heute will ich bei der Plaza eine SIM Karte für meinen I-Pad kaufen, damit ich im Internet nachsehen kann wenn wir ein bestimmtes Hotel suchen müssen. Im Movistar Shop an der Ecke bekomme ich auch eine Karte, sie haben nur keine Büroklammer oder sonst etwas, womit ich die SIM-Karte öffnen und auswechseln kann. Ich hole also meine Reiseapotheke aus dem Auto worin sich eine Nadel befindet, damit geht es nun. Leider sind inzwischen andere Leute im Geschäft, so dass ich warten muss. Der Herr bedient mich nun, die SIM Karte kostet etwa CHF 2, also keine grosse Ausgabe, und nun beginnt der „Fachmann“ diese Connection herzustellen. Offensichtlich hatte er noch kaum einmal ein I-Pad in der Hand, er fragt mich, wie man denn damit telefonieren könne? Ich zeige ihm wo er die Sprache auf Spanisch ändern kann, damit er vielleicht etwas weiter kommt. Mit viel Geduld und meinem dauernden Eingreifen stellt er schliesslich eine Verbindung her. Inzwischen bin ich schon über eine Stunde im „Fachgeschäft“ und nun höre ich, dass ich mit der Telefonnummer, welche zur SIM-Karte gehört auch noch in ein anderes Geschäft gehen müsse, damit man aufladen könne. Das kann man hier nicht machen. Ich bin nun schon etwas genervt, habe ich doch für 30 Tage Internet bestellt, und jetzt habe ich nur eine SIM-Karte? Schliesslich, auf erneutes Nachfragen gibt mir der Herr Auskunft, dass ich zum Cambio gehen müsse, nicht um Geld zu wechseln, sondern um Geld auf meine Karte zu laden. Zum Glück gibt es auf der anderen Seite der Plaza so einen Cambio, und das dauert nun nicht mehr ganz so lang. Endlich sind wir unterwegs. Wobei ich natürlich wieder einmal zu weit rechts, zu weit links, mit schleifender Kupplung usw. fahre, heute kann ich machen was ich will, es passt Peter nicht. Nun aus Erfahrung weiss ich, dass es morgen (hoffentlich) wieder anders ist, soll er doch selber fahren… Aber dann könnte er ja nicht schlafen und in seinem Handy „döggeln“. In Mercedes machen wir Halt. Auch hier hat es einen Platz mit einer Statue in der Mitte und eine Kirche daneben, welche jedoch geschlossen ist. Am Rio Negro sitzen wir in einem kleinen Restaurant am Fluss und machen eine kleine Pause. Nun bin ich fast bei der Mündung des Rio Negro in den Rio de la Platta, das letzte Mal in Brasilien war ich am Rio Negro fast bei der Quelle im Regenwald. Was für ein Unterschied! Flüsse sind für mich so etwas Beruhigendes, einerseits sind sie immer im „Fluss“, wie das Leben selber, die Ufer verändern sich, die Grösse verändert sich, und doch ist es immer noch der gleiche Fluss das da zur Mündung fliesst. Weiter geht die Fahrt durch fast unberührte Natur, nur Kühe, Schafe und Pferde „bevölkern“ dieses Land. In Paysandù wollen wir den berühmten Friedhof besichtigen, der heute Montag jedoch geschlossen ist. Paysandù erweist sich als Grossstadt, im Vergleich zu den anderen kleinen Orten, welchen wir bisher begegnet sind. Zum Glück haben wir einen Plan in meinem Reiseführer, so dass wir die Blocks zählen können bis zur Abweichung. Inzwischen wissen wir auch, wie wir die entsprechende Einbahnstrasse in der richtigen Richtung nehmen können ohne allzu viele Umwege zu fahren. Peter sitzt wieder im Restaurant mit seiner Flasche Wein und seinem Handy…. Ich gehe ein wenig in der Strasse flanieren, auf der Suche nach einer Bank welche unsere Kreditkarte annimmt. Heute scheint so ein Tag zu sein an dem irgendwie keine gute Stimmung aufkommen will. Die Fahrt nach Salto dauert noch ewig, die Strassen jetzt, wo Peter fährt, sind zwar gut, aber das Navi zeigt uns natürlich wieder eine ganz falsche Adresse an, wir landen in der Pampa und nicht in der Stadt. Jetzt habe ich zum Glück meine Karte auf dem I-Pad und natürlich finden wir das schöne Art Hotel Deco, fast mitten im Zentrum. Wir werden nett empfangen, es hat sogar eine Garage fürs Auto und das Haus und der Garten sind einmalig schön. Ich bin froh dass ich genau dieses Hotel gebucht habe, obwohl Peter ein anderes in der Nähe der Thermalbäder ausgesucht hatte. Ein Spaziergang zu Fluss am Abend zeigt, dass das von uns gewünschte Restaurant auch heute Montag geschlossen ist, also wieder zurück. Zum Glück gibt es eine „laute“ Pizzeria an der Ecke, so dass ich wenigstens etwas essen kann, auch wenn es nicht wirklich ein Genuss ist. Nun, das passt zum heutigen Tag…
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Soziales Leben an der Rambla

Soziales Leben an der Rambla
Dolores, Uruguay
Dolores, Uruguay Klopf, Klopf, an unsere Fensterscheibe klopft ein Specht, mehrmals und immer wieder, bis wir aufstehen und nachsehen. Vermutlich hat er von früheren Bewohnern etwas zu Essen bekommen. Ein frühes Frühstück ist heute angesagt, wir wollen bis um 10.00 Uhr beim Parque Anchorena sein um die Führung durch das riesige Naturreservat und zum Sommersitz des Regierungspräsidenten von Uruguay mitzumachen. Die Fahrt führt uns durch Felder und Wiesen, riesige Landgüter, einige davon sind zu verkaufen, was uns sofort auffällt. Je weiter wir von dem besiedelten Süden wegfahren umso einsamer werden die Landstriche. Es leben 75% der 3.3 Mio Menschen Uruguays in Montevideo und dem Süden. Jetzt fahren wir langsam Richtung Norden. Überhaupt wird hier nicht gerast, die Höchstgeschwindigkeit in 90 km/h, oft aber nur 45 oder 30 km/h. Die Route 21 ist recht gut ausgebaut und führt uns bis zum Kilometer 198, wo die Abzweigung zum Parque ist. Eine ungefestigte Strasse mit vielen Löchern führt nun über etwa 8 km bis zum Eingang des Parques. Viele fremdartige Vögel sehen wir, einige ganz schillernd in allen möglichen Farben, andere recht unscheinbar, dafür mit schöner Melodie beim Trällern. Das alte Gebäude ist mit Blumen bestückt und der Eingang sieht einladend aus. Wir sind die einzigen Touristen und freuen uns schon auf eine sehr persönliche Führung. Das Naturschutzgebiet soll über 200 verschiedene Baumarten beherbergen. Die beiden Damen an der Kasse geben uns zu verstehen, dass heute nur um 14.00 Uhr eine Führung sei und dass wir ohne Führer nicht in den Park dürfen. Sie stellt uns aber den spanischen Beitrag über das Naturschutzgebiet als DVD im Vortragssaal zur Verfügung und wir können einen kleinen Einblick in die Vielfalt dieser Landschaft und des Gebäudes erhalten. Bis 14.00 Uhr wollen wir jedoch nicht warten, also wieder zurück über die Löcher-Strasse zur Route 21 um weiter bis Carmelo zu fahren. Carmelo ist in unserem Reiseführer als besonders sehenswert eingetragen. Die Dreh-Brücke über den Fluss und die Altstadt werden besonders hervorgehoben. Die Drehbrücke finden wir auch auf Anhieb, es gibt ja einen Plan in meinem Buch, auch den Plaza Independencia können wir weiter die Strasse runter nicht verfehlen. Wie üblich eine Statue inmitten des Platzes. An einer Ecke entdecken wir ein kleines Restaurant wo wir Tortilla und Omelette bekommen. Da Peter wieder mit seinem „Spielzeug“ Handy beschäftigt ist, hier hat es Internet, gehe ich ein wenig die Altstadt suchen. Nun es hat einige Häuser mit Säulen und Balustraden, aber diese hier sind nicht so gepflegt und unterhalten wie wir das bis hierher gesehen haben. Nach der hübschen Altstadt von Colonia del Salvador ist es sowieso schwierig mitzuhalten. Die eher kleinen bescheidenen Orte haben wirklich nicht sehr viel zu bieten. Einige Strassen, oft auch unbefestigt, meistens in Rechtecken angelegt und dazwischen Wohnhäuser oder kleine Geschäfte wo man das Nötigste kaufen kann. Natürlich nicht heute, denn heute ist Sonntag. Nach dieser längeren Mittagspause geht die Fahrt weiter bis Dolores, wo ich im Internet ein Hotel gebucht habe. Die Strasse ist wieder nicht im Navi vorhanden, also fahre ich einfach zum Fluss Rio Salvador und entlang der Rambla, hier muss es sein, das hübsche Hotel in rosa Stein. Peter findet zwar ich solle sicherheitshalber noch weiterfahren, aber natürlich ist es das Haus, welches ich auf den Fotos von booking.com gesehen habe. Es scheint mir das schönste Haus am Ort und ich freue mich auf das schöne Zimmer, den Garten und die Lage ist einmalig. Direkt an der Rambla, welche hier nicht ganz so bevölkert ist wie in Montevideo, unweit einer kleinen Halbinsel welche in den Fluss reicht. Hier setzen wir uns an einen der Steintische, wie die Einheimischen und geniessen den Sonntagnachmittag Ich gehe einmal rund um die kleine Insel, damit ich noch etwas Bewegung habe nach der langen Autofahrt. Das Leben hier ist tatsächlich gemächlicher. Auf den Überland-Strassen begegnet man nur ab und zu mal einem Auto, an der Rambla fahren alle mit höchstens 30 km/h und wenn wir um uns herumschauen sehen wir viele Paare, welche am Strassenrand neben ihren Autos die Campingstühle aufgestellt haben um am Leben an der Rambla teilzunehmen. Familien sitzen bei den Grill- und Spielplätzen, Männer fischen und etwas neidisch schaue ich auf die Kanufahrer welche an uns vorbei rudern. Auch Dolores ist eines dieser kleinen Orte mit einem Platz in der Mitte (mit Statue natürlich) und Strassen in rechtwinkliger Anordnung. Der Fluss macht aber alles gut, diese Natur hier ist wunderschön und wir finden noch ein gemütliches Restaurant für ein Abendessen.
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Nueva Helvetica und Colonia del Sacramento

Nueva Helvetica und Colonia del Sacramento
Colonia del Sacramento, Uruguay
Colonia del Sacramento, Uruguay Nach einem abgekürzten Frühstück starten wir in den neuen Tag. Wir haben uns entschieden bereits heute weiter zu fahren, auch wenn wir eigentlich bis Sonntag bei Soledad gebucht haben. Jetzt heisst es Abschied nehmen von unserer netten Gastgeberin. Die Fahrt durch die Stadt Montevideo kommt uns schon fast bekannt vor. Aber danach fahren wir auf der Route 1 Richtung Colonia del Sacramento. Unterwegs will Peter immer mit dem Navi etwas zum Besichtigen finden, aber alles was uns das Gerät, welches uns heute noch beschäftigen wird, zeigt, sind Museen und das Fortalezza in Montevideo. Natürlich fahren wir nicht nochmals zurück, sondern zum ersten Halt unserer Fahrt heute in Nuova Helvetica. Ich bin sehr gespannt wie dieser Ort aussieht. Die ersten Siedler hier waren sechs Belgier, aber danach kamen vor allem Schweizer, die „Wirtschaftsflüchtlinge“ der damaligen Zeit. Die Schweizer Traditionen sollen hier noch sehr gepflegt werden, aber natürlich sieht man das dem Strassenbild nicht an. Wir brauchen einige Zeit bis wir den kleinen Stadtkern gefunden haben, denn das Navi schickt uns immer raus auf die Pampa. Es gibt riesige Felder mit Kühen oder Getreide, teilweise sieht man nicht bis zum anderen Ende des Feldes. Die Schweizer damals haben vor allem Agrarwissenschaften und das Wissen um die Käsezubereitung nach Uruguay mitgebracht. Überall kann man Käse kaufen. Das kleine verträumte Städtchen zeigt sich im strömenden Regen. Hier in Uruguay regnet es das ganze Jahr über im Schnitt alle drei Tage. Es hat hier keine Regen- und Trockenzeit, wie wir sie aus anderen südamerikanischen Ländern kennen. In der Mitte des Ortes gibt es den Plaza del Fundatores (Platz der Gründer) mit einer Statue. Und am Rand des Platzes sehe ich sogar eine Schweizer Fahne. Alles in allem nichts Weltbewegendes, einfach ein beschauliches Städtchen mitten im Grünen. Vermutlich muss man hier am 1. August vorbei kommen und natürlich bei schönem Wetter. Weiter geht die Fahrt Richtung Colonia del Sacramento. Das ist die erste besiedelte Stadt in Uruguay, hier sind die ersten Siedler gelandet. Die gebuchte Posada haben wir mit den Koordinaten ins Navi eingegeben, aber auch hier landen wir irgendwo auf der Pampa. Also zurück Richtung Stadt, jetzt findet das Navi unter Hotels die Posada del Bosque. Erleichtert fahren wir gemäss Angaben der unpersönlichen Stimme aus dem Navi. Aber wir landen immer wieder an einem abgeschlossenen Fabrikgelände, obwohl wir versuchen dieses zu umfahren. Es ist schade dass wir so viel Zeit brauchen, denn inzwischen ist blauer Himmer und die Temperatur sehr angenehm. Ich freue mich schon auf die Altstadt. Nachdem Peter noch eine Weile mit seinem Navi „herumgespielt“ hat nehme ich mein I-Pad, in welchem ich die Hotel-Reservation gespeichert habe, zeige Peter eine Strasse in der Nähe des Hotels, und endlich fahren wir in die richtige Richtung und kommen ohne Probleme bei der Posada del Bosque an. Ein schönes Haus mit netten Zimmern und sowieso freundlichem Personal. Es ist immer wieder eine Überraschung auf was man trifft, wenn man einfach loszieht. Sogleich nach dem Koffer abstellen machen wir uns auf zur Altstadt. Parkieren ist auch hier kein Problem und die hübschen Häuser aus längst vergangener Zeit lassen uns staunen. Ein Stadttor steht noch, daneben eine Stadtmauer. Der Plaza Mejor (Hauptplatz) ist wunderschön mit Bäumen bepflanzt und es gibt viele Strassencafés. Wir schlendern durch die Altstadt, bestaunen die Häuser, Blumen und Gärten und sitzen gemütlich im Sonnenschein in einem Strassencafé. Da wir in Nuevo Helvetia richtig Mittag gegessen haben beschliessen wir, uns auf dem Rückweg zum Hotel ein paar Kleinigkeiten zu kaufen, damit wir im Hotel essen können. Wir entdecken zwar noch ein sehr schönes Restaurant auf dem Weg zurück zum Auto, aber wir werden bestimmt noch viele antreffen auf unserer Reise, und einmal etwas we***** essen ist ja auch ganz OK. Wein, Crackers und seine Butter hat Peter noch von seinem früheren Einkauf. Der Käse, den wir eingekauft haben schmeckt uns wirklich und jetzt bleibt Zeit zum lesen, schreiben, was immer das Herz begeht. Leider gibt es bis zu unserem Zimmer keinen Internet-Empfang, aber ich schreibe einfach schon mal alles auf eine Word-Datei und kann morgen früh dann alles einfach ins Internet kopieren, sollte es unten beim Empfang besseren Empfang geben.

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Canelones und das Landleben

Canelones und das Landleben
Canelones, Uruguay
Canelones, Uruguay Heute wollen wir etwas raus aufs Land, in der Stadt gäbe es zwar noch einige Theater und Paläste zu besichtigen, aber irgendwie brauchen wir etwas GRÜN. Die Fahrt geht zunächst einmal quer durch Montevideo, danach über Felder, grosse Weingüter, alle in der Ebene, und kleine Dörfer. Hier ist Frühling und das Grün ist üppig und durchzogen vom Gelb und Blau der blühenden Blumen und Sträucher. Es tut gut das Auge ein wenig schweifen zu lassen. Die Fahrt ins ländliche Städtchen Canelones dauert etwas 1 1/2 Stunden und bringt uns zu einem Ort, der ganz anders ist als Montevideo. Kleiner auf jeden Fall, aber auch oft mit Strassen ohne Asphalt, Kreuzungen ohne Namen und nur einer Hauptstrasse mit dem Platz 18. Juli, der hier das Zentrum bildet. Eigentlich suchen wir das Museu archäologico, welches sich am Südende des Parks rund um den Zoo befinden soll (gemäss unserem Reiseführer). Leider können wir dieses Museum einfach nicht finden, auch wenn wir fragen erhalten wir nur vage Auskünfte „aqua“ (hier) und man weist mit der Hand in eine Richtung, oder man erzählt uns wir müssten im Park links fahren. Nun, nachdem wir alle Häuser im und um den Park begutachtet haben geben wir auf. Der Zoo, der sich dort befindet ist klein, ziemlich heruntergekommen, so scheint es wenigstens von aussen, und wir haben keine Lust diesen zu besuchen. Also machen wir uns auf ins Zentrum, wo ein historisches Museum über einen General Auskunft geben soll. Wir finden dieses Museum auf Anhieb und ein netter Verwalter zeigt uns die zwei Räume. Leider ist alles auf Spanisch angeschrieben, aber so der Spur nach verstehen wir dass hier bei einer Schlacht dieser General eine Hauptrolle hatte. Der nette Verwalter bringt uns ein Buch über die Geschichte der Stadt, welche neben Montevideo die grösste Bevölkerungsdichte Uruguays hat, und fragt uns, ob wir hier in Nueva Helvetica Familie haben, weil wir eine Rundreise machen. Nein, Familie haben wir nicht. Er gibt uns noch Tipps was wir auf dem Hauptplatz noch finden können. Eine Kirche befindet sich dort, eher einfach, aber mit einzelnen sehr farbigen Kapellen drin. Hier gegen das Landesinnere hin ist die Temperatur deutlich höher und ich habe fast etwas warm, auch ohne Jacke, welche man in Montevideo fast immer braucht, da vom Wasser her immer ein leichter Wind geht. Wir suchen etwas um unseren Durst zu stillen. Nach langem Suchen finden wir eine Bar, in welcher Einheimische vor allem Whisky trinken, wie wir feststellen. Aber Empanadas de Pollo gibt es hier und ein Bier löscht den Durst. Es ist lustig mit den Gästen hier zu radebrechen. Ein Gast erzählt, frei übersetzt, dass er anstatt Muttermilch Bier erhalten hätte. Na ja, er sah auch so aus. Vom netten Inhaber machen wir ein Bild, damit wir ein Andenken an diese nette Begegnung haben. Die Missverständnisse aufgrund unserer mangelnden Spanischkenntnisse sind lustig und wir werden nicht einmal übers Ohr gehauen, als wir den Preis falsch verstehen. Wieder sind wir nur netten und hilfsbereiten Menschen begegnet, eine Wohltat. Wir machen uns nun allmählich auf den Rückweg über eine andere Strasse, damit wir möglichst vor dem Feier-abendverkehr wieder in Montevideo sind. Gestern waren wir noch lange auf, ein gemütlicher Abend wie beschrieben, wurde es dann doch nicht. Ich sass am Computer und habe die nächsten Tage geplant. Jedes Mal wenn ich ein schönes Hotel in der nächsten Stadt ausfindig gemacht hatte, hatte Peter noch andere (die 16 CHF günstiger waren) und ich musste diese dann auch noch ansehen. Meist waren es dann Ferienwohnungen für 4 Personen oder das letzte Zimmer war bereits vergeben. Aber endlich habe ich es geschafft, ich habe für die nächsten drei Tage eine Unterkunft gebucht, jetzt müssen wir uns morgen früh nur noch auf die Socken machen, vielmehr auf die Räder unseres Mietautos.
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Winery, alte Autos und schöne Häuser in Montevideo

Winery, alte Autos und schöne Häuser in Montevideo
Montevideo, Uruguay
Montevideo, Uruguay Nach dem Frühstück fahren wir, dank Naiv hoffentlich auf direkter Route, zur Bodega Bouza, einer grossen Weinplantage, welche gemäss Webseite Führungen durch das Weingut, Wein Degustationen und Lunch im Restaurant anbietet. Die Führung durch das Weingut wird von vornherein ausgeschlossen. Peter will heute nicht so weit wandern…. Die Fahrt quer durch die Stadt dauert länger als angenommen, da der Verkehr doch recht dicht ist. Also erreichen wir die Bodega erst nach 11 Uhr und die aktuelle Führung hat bereits begonnen. Macht nichts sagen wir uns, wir können gerne erst einmal das Museum mit den Oldtimern ansehen, danach im Restaurant etwas essen und um 13.30 Uhr bei der nächsten Wein Degustation und Führung durch die Weinkeller mitmachen. Weit gefehlt! Man muss sich im Internet anmelden, heute hat es erst wieder um 16.00 Uhr Platz für die ganze Tour. Das dauert uns nun doch viel zu lange. Wir können nicht einmal eine Flasche Wein kaufen um sie hier zu trinken, wir müssen sie mitnehmen. Diese besondere Flasche von hier „Monte vid eu“ kostet auch für Schweizer Verhältnisse sehr viel und wir beschliessen diese eine Flasche mit nach Hause mit zu nehmen um sie bei einer besonderen Gelegenheit zu trinken. Wir können uns der aktuellen Gruppe anschliessen um das Oldtimer-Museum anzusehen. Etwas enttäuscht sind wir schon, haben wir doch schon viel schönere und besser unterhaltene Oldtimer gesehen. Insbesondere scheint der Sammler eine Vorliebe für Ford zu haben, es sind nur wenige andere Automarken vertreten. Wir beschliessen zu der bevorzugten Wohngegend der Reichen, der Barra de Carrasco zu fahren um die schönen Villen und Paläste in den grossen Gärten zu bestaunen. Auf dem Weg dorthin entdecken wir schon von weitem das Fortaleza del Cerro de Montevideo, das Fort, welches auf dem einzigen Hügel die alte Stadt bewachte, einen heute noch tätigen Leuchtturm hat und das Militärmuseum beherbergt. Wir entschliessen uns diesen Abstecher zu unternehmen, die Sicht auf Montevideo ist wirklich schön. Das Militärmuseum zeigt viele Waffen, Kanonen und Bilder von Generälen, welche für das Land gekämpft haben. Was mir hier zum ersten Mal bewusst wird ist, dass nachdem ein Erfinder die erste automatische Pistole erfunden hatte, ein Jahr darauf ein Mr. Colt eine bestimmte Pistole entwarf (diese Namen will ich mir eigentlich gar nicht merken). Und heute spricht man immer noch von einem Colt, wenn man von einer Pistole spricht, auch wenn ich dies vielleicht aus den Western noch kenne. Weiter geht unsere Fahrt zur Rambla Republica de Mexico, wo wir ein hübsches kleines Restaurant direkt am Strand entdecken. Die kleine Insel davor, bedeckt zum Teil mit Palmen, machen alles noch viel romantischer. Und vor allem hat es einen Parkplatz direkt vor dem Eingang für Peter! Wir geniessen die ausgezeichnete Gastfreundschaft, das schöne Ambiente und einen kleinen Imbiss. Danach fahren wir nun endgültigen in den Stadtteil Carrasco um die schönen Häuser zu sehen. Viele Botschaften sind hier angesiedelt. Auf dem Rückweg, welchen wir heute eigentlich zeitig antreten, entdeckt Peter ein Einkaufszentrum. Natürlich kann er nicht widerstehen, er muss sich einige Lebensmittel und Getränke kaufen. Zurück in unserem Häuschen ist heute Waschtag angesagt, diesmal in der Maschine auf der Dachterrasse, und zu Essen gibt es heute Abend nur Kleinigkeiten, wir haben beide das Gefühl dass wir nicht noch mehr essen wollen. Ein gemütlicher Abend schliesst diesen ereignisreichen Tag.
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Blauer Himmel und hübsche Altstadt

Blauer Himmel und hübsche Altstadt
Montevideo, Uruguay
Montevideo, Uruguay Auch hier in Montevideo beginnt der Morgen für mich früh, aber immerhin habe ich bis 7.00 Uhr geschlafen, was doch ein riesiger Fortschritt ist. Das Bett hat sich trotz seiner mangelnden Breite als sehr bequem herausgestellt. Das Frühstück hat uns Soledad schon bereit gestellt, ich muss nur noch heisses Wasser für den Tee machen und alles zum kleinen Tisch in der Küche tragen. Die Frage heute ist, ob wir mit dem Auto zum Zentrum oder zur Altstadt fahren. Wir haben (noch) kein Kleingeld und können somit keinen Parkplatz bezahlen, aber etwas ausserhalb des Zentrums kosten die Parkplätze nichts, man muss nur Glück haben um einen zu ergattern. Etwas sehr ausserhalb finden wir dann einen Gratis-Parkplatz. Peter will seinen Garmin mitnehmen und den Standort des Autos zuerst speichern. Ich sehe mich schon noch mehr mit mir herumtragen, dabei habe ich am liebsten die Hände frei, also mache ich es wie „früher“. Ich schreibe mir die Namen der verschiedenen Strassen an der Kreuzung auf, merke mir die Abzweigung und schon geht es zu Fuss los Richtung Zentrum. Dank unserem Plan können wir die verschiedenen Gebäude, welchen wir auf unserem Weg begegnen, genau zuordnen. Es gibt wirklich wunderschöne Häuser, fast Paläste, mit Balustraden, Erkern und Säulen, alles mitten in der Hauptstrasse. Die Strasse 18. Julio mündet direkt in die Fussgängerzone der Altstadt, mit dem schönen alten Tor davor, welches noch von der früheren Stadtmauer stehen geblieben ist. Davor müssen wir aber eine Pause in einem Café/Cervezeria machen. Zum Glück gibt es hier beiden, Bier und Kaffee, eine Kombination welche man sonst auf der Welt selten antrifft. Die kleine Pause hat sich Peter verdient, hat er doch wacker die ganze Strecke bisher zu Fuss zurück gelegt. Die schönen Schuhgeschäfte fallen auf, vor allem der günstige Preis. Ab ca. CHF 30 – 90 bekommt man hier schöne Lederschuhe. Wir haben vor uns vor unserer Abreise noch einzudecken. Aber Peter gibt zu bedenken, dass er lieber in einer kleineren Ortschaft Schuhe kaufen möchte wo es einen Parkplatz vor der Türe hat. Nochmals hierher kommen, na ja…. In der Altstadt entdecken wir wieder viele schöne Gebäude, vor allem Art Deco Stil war im Zentrum, jetzt gibt es vor allem Klassizismus und Expressionismus die vorherrschen. In der Fussgängerzone gibt es viele Händler mit handgefertigten Dingen und dem üblichen Touristenkram, Sonnenhüte, Brillen, Schmuck. Wir suchen uns einen Weg durch die Gassen bis zum Hafen, wo ein Markt und einige Restaurants sind. Wir geniessen ein ausgezeichnetes Essen, einen guten Wein und mein Espresso darf nicht fehlen, leider nimmt der Kellner (oder wenn wir ihm glauben) die Maschine unsere VISA Karte nicht an, zum Glück konnten wir auf dem Weg hierher nach einigen Mühen Geld aus einem ATM hervorzaubern. Die grossen Schiffe und Fähren sieht man nur von Ferne, da die Einfahrten eingezäunt sind und der Zugang zum Hafen nur für die Passagiere und Autos oder LKW’s gestattet ist. Trotzdem machen wir eine Runde runter zum Hafen soweit es geht. Zurück geht es nun auch wieder zu Fuss. Wenigstens bis zum Platz der Republik, denn jetzt, nach einem Tag Gehen (zu FUSS) möchte Peter den Rest bis zu unsrem parkierten Auto mit dem Taxi erledigen. Uber erweist sich wieder als ausserordentlich praktisch. Vor allem der nette Fahrer gibt uns weitere Tipps wo wir noch hingehen könnten, was unbedingt anzusehen sich lohnt, etc. Da er einen kleinen Umweg macht, löscht er uns aus seinem Handy, er will nicht mal Trinkgeld entgegennehmen. Bisher wirklich nur gute Erfahrungen und nette Begegnungen. Auf dem Rückweg fahren wir ein wenig kreuz und quer durch die Strassen, da Peter ein Lebensmittelgeschäft sucht um noch Wein einzukaufen. Endlich sehen wir ein Geschäft auf der gegenüberliegenden Seite, aber es ist gar nicht so einfach wieder dorthin zurück zu kommen, die meisten Strassen sind Einbahnstrassen, und das muss man erst erkennen. Aber schliesslich erreichen wir die Strassenecke mit dem kleinen Geschäft. Gleich gegenüber gibt es eine kleine Taverne und ich schlage vor, dass wir doch zuerst dort etwas trinken bevor wir einkaufen. Es ist hübsch hier, und da wir so viel am Mittag gegessen haben wollen wir hier nur eine Kleinigkeit essen, vor allem möchte ich nicht so spät zu einem weiteren üppigen Essen gehen. Gesagt getan, heute gibt es etwas früher Feierabend. Das heisst, wir müssen natürlich noch die weiteren Tage, zumindest den nächsten Tag planen. Im gemütlichen Wohnzimmer von Soledad sitzen wir zusammen, bewaffnet mit Karten, Reisebüchern und PC und machen Pläne.
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Ein halber Tag in Rio und Flug nach Montevideo

Ein halber Tag in Rio und Flug nach Montevideo
Rio de Janeiro, Brazil
Rio de Janeiro, Brazil Der Jetlag verursacht dass ich schon um 3.00 Uhr wachliege und mich irgendwie mit Büchern und Spielen beschäftige bis ich endlich aufstehen kann. Ich weiss es wird jeden Tag besser, aber meine innere Uhr lässt sich nicht so einfach umstellen wie die Armbanduhr. Peter dagegen scheint überhaupt keinen Jetlag zu kennen, er schläft immer und überall, egal wie viel Zeitverschiebung gerade hinter uns liegt. Das Frühstück im Garten des Castelinhos ist wie immer gemütlich und man fühlt sich irgendwo auf dem Land und glaubt kaum dass ein paar hundert Meter weiter unten das pulsierende Zentrum von Rio liegt. Unsere Koffer sind gepackt und wir fragen den netten Hotelier, ob wir wohl die Koffer im historischen Nationalmuseum, während unseres Besuches, deponieren können. Er fragt telefonisch nach, das sollte kein Problem sein. Somit sparen wir einen weiteren Weg zurück zum Hotel um unser Gepäck zu holen. Ich gehe schon mal zahlen, während Peter mit seinem „Uber“ ein Taxi bestellt. Leider verstehe ich, ich solle auch gleich an der Rezeption ein Taxi bestellen, was ich natürlich umgehend mache. Nun haben wir zwei Taxis, und ich gehe nochmals hoch um „mein“ Taxi abzubestellen. Erst einmal heisst es Abschied nehmen vom Hotel Caselinho, und unser Fahrer erweist sich als sehr nett, vor allem spricht er recht gut Englisch, was hier nicht unbedingt erwartet werden kann, also buchen wir ihn gleich für den ganzen Tag, d.h. bis zum Flughafen wo wir um ca. 13.30 Uhr sein sollten. Das historische Museum zeigt die Geschichte der Portugiesen als Eroberer, aber auch die Geschichte der Urvölker, welche erst im 20. Jahrhundert als schätzenswert eingestuft wurde. Vorher wurden diese Völker verfolgt, christianisiert und man nahm ihnen viel Land weg. Kaffeplantagen, welche nach dem 1. Weltkrieg erst aufkamen werden auch dokumentiert und ich denke wieder an Grossi, hat sie doch auf einer solchen Plantage gearbeitet. Kaffeebohnen „schlitzen“ wie man mir als Kind erzählte, und hatte doch tatsächlich angenommen, dass sie die vielen „Schlitze“ in die Kaffeebohnen mit einem kleinen Messer selber machte. Die Vergangenheit scheint einerseits so lange her, andererseits ist es spannend die Geschichte eines Landes anhand von Beschreibungen und Gegenständen etwas zu verfolgen. Auffallend sind vor allem die wunderschön geschnitzten Möbel und Truhen, welche aus dem Tropenholz geschnitzt sind, welches nie verrottet. Unsere Fahrt im Taxi mit „Jamaica“ geht nun zu den Stränden Leme, Copacabana, Ipanema und Leblon. Ein Halt für eine Coco am Strand muss natürlich sein. Es ist erstaunlich für mich zu erkennen, dass mir meine erste Reise nach Brasilien immer wieder in den Sinn kommt, die langen Spaziergänge am Strand, vom Zuckerhut bis ins Zentrum, sind mir so deutlich in Erinnerung als wären wir gerade erst zurückgekehrt. Auch damals haben wir Kokosnussmilch am Strand getrunken. Jamaica führt uns auch noch zum Aussichtspunkt bei den „2 Brüdern“, Berge, welche fast genau die gleiche Form haben und direkt nebeneinander stehen. Das ist Rio, die Aussicht auf all diese Buchten, Strände und Berge, alles umgeben vom Meer, einmalig. Auch wenn das Wetter heute etwas besser ist als gestern, so blau wie beim ersten Mal zeigt sich Rio nicht. Aber die Chance besteht, am Schluss unserer Reise werden wir nochmals hierher kommen. Nun geht die Fahrt zum internationalen Flughafen. Es ist erstaunlich wie sehr dieser auf „modern“ umgebaut wurde. Die Olympiade hat hier einiges verändert, nicht nur die Preise. Nach dem Einchecken gehen wir zum Schalter der LATAM um zu sehen was wir mit unserem Rückflug von Montevideo machen können. Am 9. November gibt es tatsächlich keinen Direktflug Montevideo-Rio de Janeiro, also entscheiden wir uns zwei Tage früher nach Rio zu fliegen. Die Umsteigezeit in Sao Paulo und die weiten Wege durch den Flughafen dort haben wir bereits bei unserer Ankunft erlebt. Schliesslich werden wir dann noch lang genug im Flieger sitzen auf unserem Heimflug. Nun ist auch das geregelt, ich muss nur noch das Zimmer im Castelinho für die zusätzlichen Tage buchen. Der Flug scheint lang, aber eigentlich sind es nur 3 Stunden. Der hübsche Flughafen, in überschaubarer Grösse, empfängt uns in Uruguay. Zum Mietauto müssen wir mit einem Shuttle fahren, welcher aber fast sofort kommt und der nette Fahrer bringt uns etwas ausserhalb. Die Formalitäten sind bald erledigt und wir fahren mit unserem roten Fiat Richtung Zentrum. Die Stadt ist sehr sauber, wir fahren dem Rio de la Plata entlang. Es scheint zwar als ob wir dem Meer entlang fahren, man sieht kein Ufer auf der anderen Seite, aber eben die Dimensionen auf dieser Seite der Weltkugel sind schon etwas anders als bei uns in der kleinen Schweiz. Die Gassen zu unserem AirBnB Zuhause hier in Montevideo sind verwinkelt, und alle Richtungen, welche uns das mitgebrachte Navi zeigt, sind Einbahnstrassen, aber schliesslich finden wir Soledad und das hübsche alte Haus. Die Wohnung ist dreistöckig, liebevoll renoviert und hübsch eingerichtet. Das Bett in unserem Zimmer scheint etwas sehr schmal, ca. 120 cm breit, aber mal sehen. Nach der kurzen Einführung ins Haus fahren wir zum angegebenen Restaurant ein paar Blocks weiter und sind um 20.00 Uhr die ersten Gäste, erst als wir schon gehen wollen kommen weitere Gäste. Schon die erste Erkenntnis, wir sind viel zu früh dran, aber ich bin inzwischen so müde, dass ich einfach nur ins Bett sinke und schlafe, ob viel Platz oder nicht, einfach nur schlafen.
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