Helene Inderbitzin

Helene Inderbitzin

Vallé Eden

Vallé Eden
Valle Edén, Uruguay
Valle Edén, Uruguay Die erste Fahrt geht heute zum Tourist Office beim Busbahnhof, da Peter einen Stadtplan haben möchte. Leider ist das Office geschlossen, obwohl gemäss Anschlag an der Türe es bis 12 Uhr auch am Sonntag geöffnet sein soll. Macht nichts, eigentlich wissen wir ja welche zwei Museen wir heute Tacuarembò besichtigen wollen. Das erste ist das Museo del Indio y del Gaucho, es hat gemäss Reiseführer nur am Montag geschlossen. Ich finde es spannend etwas mehr über die Ureinwohner Uruguays und über die Kultur der Gauchos zu erfahren, leider vergebens, wie ein Zettel an der Türe des Museums anzeigt hat es neuerdings Sonntag und Montag geschlossen. Das zweite Museum, ist das geowissenschaftliche, leider auch geschlossen, dabei sind wir extra für heute schon nach Tacuarembò gekommen, da normalerweise die Museen am Montag geschlossen sind. Nun es gibt noch ein weiteres Museum, etwa 25 km entfernt, im Valle Eden, das Carlos Gardel Museum, welches mich auch brennend interessiert. Also fahren wir weiter die Route 26 bis zum Kilometer 208, wie es beschrieben ist, dort befindet sich die Abzweigung zur Posada und zum Museum im Valle Eden. Auf der Hauptstrasse, kurz vor der Abzweigung sehen wir den „Friedhofberg“ welcher Gräber der Ureinwohner beherbergt. Also doch noch ein wenig Vergangenheit, auch wenn durch die Portugiesen sämtliche Ureinwohner ausgerottet wurden. Der Weg führt durch den Fluss, daneben steht für die Fussgänger eine Hängebrücke aus Holz aus dem Jahr1929. Heute Sonntag ist hier auch Ausflugstag für die Familien. Viele verbringen hier auf dem Campingplatz den Tag, spielen und machen Pick-Nick. Einige Kilometer nach dem Fluss kommen wir zur Posada und gleich daneben das Museum. Es zeigt vor allem Zeitungsausschnitte und Filmplakate der Karriere von Carlos Gardel. Das Wichtigste scheint es zu sein zu beweisen, dass der frühere Star aus Uruguay, und zwar Tacuarembò stammt. Das Museum selber ist nicht sehr ergiebig und der Film der gezeigt wird zeigt Gespräche mit sehr alten Einheimischen, welche beweisen wollen, dass Gardel in der Estancia Santa Blanca geboren wurde. Wir machen eine Fahrt durch das ganze Tal, über Flüsse, kleine Hügel und wiederum durch einsames Land. Dadurch haben wir einen grossen Bogen gefahren und kommen auf der Rückfahrt nach Tacuarembò wieder bei der Abzweigung zum Valle Eden vorbei. Durst ist nun unser Wegweiser, wir fahren die paar Kilometer nochmals ins Valle zum Campingplatz, wo ich einen kleinen Ausschank gesehen habe. Bier und eine Empanada, die typische Zwischenmahlzeit in Uruguay. Die Pause im Hotel nutzen wir um die weitere Reise zu planen. Eigentlich hatten wir vor weiter ins Landesinnere zu dem riesigen Stausee nach San Gregorio de Polanco zu fahren. Nur zeigt sich bei genauerem Hinschauen, dass wir dahin nur auf Naturstrassen kommen könnten, da sind auch 110 km sehr lang, da man meist nur mit 30 – 40 km/h fahren kann. Wir planen nun anders herum, suchen eine Estancia oder ein Hotel, da Peter dies auf mehreren Webseiten alles erfahren will dauert das seine Zeit. Fürs Abendessen fahren wir heute in die Stadt und versuchen nochmals eines der übrig gebliebenen Restaurants zu finden.
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Nationalpark Lunarejo und Weiterfahrt

Nationalpark Lunarejo und Weiterfahrt
Tacuarembó, Uruguay
Tacuarembó, Uruguay Morgens um 8 Uhr kommt Flavio um uns zu informieren welche Aktivitäten er mit uns im Park machen könnte. Auch er spricht (fast) nur Spanisch, aber inzwischen sind wir ganz gut im Verstehen. Es stehen zur Auswahl: Wandern, Reiten oder 4×4 Fahrt im Nationalpark. Ihr dürft dreimal raten welche Bewegungsart Peter wählt. Er überlegt zwar kurz ob er es mit einem Pferd wagen will, aber da erhebe ich Einspruch. Wir können beide nicht reiten, obwohl ich es sehr liebe, und vom Pferd fallen ist an und für sich schonkeine tolle Sache, aber wenn schon ziehe ich einen Reitunfall in der Schweiz vor. Hier gäbe es Kilometerweit keine Ärzte und Spitäler. Vielleicht etwas zu vorsichtig, ich habe es ja auch schon einfach gewagt, aber irgendwie sagt mir mein Bauchgefühl NEIN. Und inzwischen habe ich gelernt auf mein Bauchgefühl zu hören. Also holt Flavio noch einen Chauffeur für den 4×4, wie wir jetzt sehen ein riesiges Vehikel mit sehr hohem Radstand, damit man auch durch die Flüsse fahren kann. Zunächst geht die Fahrt über die gleichen Strasse, welche wir gestern gefahren sind, aber dann durchqueren wir den Rio Lunarejo, den Hauptfluss, der dem Tal den Namen gegeben hat. Erinnerungen an unsere Fahrten in Costa Rica und Vergleiche damit kommen ganz von alleine. Hier müssen wir nur staunen und herausschauen. Natürlich werden wir etwas sehr durchgerüttelt, denn jetzt hat es nur noch ab und zu Strassen. Wir fahren auch mitten durch die riesigen Weiden. Es ist einfach hübsch zu sehen wie hier die Muttertiere mit ihren Jungen auf der Weide sind. Egal of Pferd, Schaf, Kuh oder Schwein, alle jungen Tiere sind so süss und es ist ein Wunder zu sehen wie sie ihrer Mutter nachhoppeln oder nachrennen sobald sie unser Riesenungetüm von Fahrzeug sehen. Die Fahrt endet vor einer Schlucht, welche wir nun zu Fuss erkunden. Über Stock und Stein geht der Weg bis zu einem Wasserfall, der sich in einen kleinen See ergiesst. Die „Badi“ im Sommer, jetzt ist es leider etwas zu kalt zum Schwimmen. Ich gehe noch ein Stück den Fluss hinauf, wie ich solche Wege liebe. Von einem Stein zum andern hüpfen, über kleine Rinnsale springen und den günstigsten Weg durch das Gewirr suchen. Am liebsten würde ich hier noch lange wandern und den Tag geniessen, nur müsste ich das allein tun, und das geht definitiv nicht, wir sind 30 km von der Posada entfernt und wir wollen heute ja noch weiter. Zurück bei der Pomade gibt es Mittagessen, wir bedienen uns von einem Kartoffelauflauf, der wirklich gut schmeckt, ich nehme natürlich noch vom Salat, der auf dem Buffet steht. Jetzt geht die Fahrt über eine schon bald sehr schöne Strasse bis Tacuarembò. Hier soll der Tango „geboren“ sein. Bei der Planung habe ich ein schönes Hotel, mit dem Namen des berühmten Tangosängers Carlos Gardel gefunden, und eigentlich hatte ich mir schon vorgestellt wie ich heute Abend, endlich mal wieder in einem schönen Kleid, im eleganten Hotel zu Abend esse und wir dann auch noch einen Tangokurs besuchen könnten, nur das Navi führt uns mal wieder ganz woanders hin, wir landen im FordtCity Hotel, eher ein Motel neben einem Museum für Oldtimer (wohin schlägt es uns bloss immer wieder). Aber wie wir bald herausfinden, müssen wir froh sein überhaupt noch ein Zimmer bekommen zu haben, andere müssen später wieder weiter, da alles voll besetzt ist. Auf der Fahrt durch die Stadt suchen wir Restaurants. Das tönt sicherlich etwas doof, aber es ist hier in den Städten echt schwierig ein Restaurant zu finden, es gibt nicht viele, diejenigen, welche im Führer aufgeführt sind gibt es teilweise nicht mehr, oder wenigstens nicht an dem Platz wie beschrieben. Im Museum, welches wir natürlich zuerst besucht hatten (Oldtimer) gibt es auch ein Restaurant, hier können wir um 21.00 Uhr essen. Endlich entdeckt Peter auch Gemüse auf der Speisekarte – wo ? – bei den Salaten ist es aufgeführt als „heisser Salat“. Ich wäre nie auf die Idee gekommen Gemüse bei den Salaten zu suchen, aber jetzt weiss ich es. Ich wusste schon bald nicht mehr was bestellen, da immer nur Fleisch ist auf die Dauer schon auch etwas eintönig, obwohl das Fleisch hier gut schmeckt.
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Nationalpark Valle del Lunarejo

Nationalpark Valle del Lunarejo
Área Natural Protegida Valle del Lunarejo, Uruguay
Área Natural Protegida Valle del Lunarejo, Uruguay Die Route 30 erweist sich zu Beginn der Fahrt, wie gestern, als schwierig, die Schlaglöcher sind nicht we***** geworden. Aber schon bald wird die Strasse oft besser und es ist ein Genuss durch diese unberührte Landschaft zu fahren. Wir sehen wieder viele Tiere, vor allem Vögel. Ein Adler zieht majestätisch seine Kreise, so nah habe ich noch nie einen dreilebenden Adler gesehen. Vor zwei Tagen, das habe ich glaube ich noch gar nicht erwähnt, haben wir auch ein Gürteltier entdeckt. Die scheinen mir kleiner zu sein als ich es mir gedacht hatte, oder es war ein Jungtier, wer weiss. Heute frühe haben wir nur die nötigsten Dinge in meine kleine Reisetasche gepackt, damit wir, falls nötig, auch einen Teil zur Posada zu Fuss gehen könnten, wie im Reiseführer beschrieben. Aber das erweist sich als völlig unnötig, ist doch die Posada Lunarejo im gleichnamigen Nationalpark direkt an der Strasse und wir finden sie problemlos. Eine nette Wirtin begrüsst uns und zeigt uns das hübsche Zimmer. Ja hier wollen wir gerne bleiben, erst einmal für eine Nacht (mit allen Mahlzeiten inbegriffen), dann schauen wir weiter. Das Mittagessen ist schon bald bereit und wir können uns am Buffet bedienen. Ausser uns sind nur noch 4 Einheimische hier zum Mittagessen. Es gibt Lammeintopf mit Kartoffeln, Pouletschenkel in einer Chamignonrahmsauce, Nudeln, vier verschiedene Salate und einige „Postres“ (Desserts). Das Lamm schmeckt ausgezeichnet und die Salate umso mehr, habe ich doch in den letzten Tagen zu wenig Gemüse und/oder Salat erhalten. Zum Nachtisch probiere ich eine halbe Orange, welche in einer Caramelsauce gekocht wurde. Ich bin echt überrascht, erweist sich doch die vermeintliche Schale als Teig, der vermutlich um die geschälte Orange gelegt wurde und dann gekocht, eingekocht, keine Ahnung, aber es schmeckt ausgezeichnet, wenn auch sehr süss. Überhaupt gibt es in Uruguay schon zum Frühstück Süssigkeiten, Kuchen, Biskuits etc., also wieder mal nichts zum Abnehmen…. Nun erkunden wir einen kleinen Teil des riesigen Nationalparks. Hier übernehme ich den Text aus dem Reiseführer, da ich es nicht besser beschreiben könnte: „Der Nationalpark Valle del Lunarejo ist einer der abwechslungsreichsten Nationalparks in Uruguay muht mit seinen Bergen, Wäldern, Schluchten und Strömen einerseits sowie seinen mehr als 160 verschiedenen Tierarten andererseits eine spannende Ergänzung zu den andern Regionen des Landes. Un er ist auch als Konzept sehr spannend, denn dieses Naturschutzgebiet von mehr als 25’000 ha Grösse ist in den Händen von rund 100 Privatpersonen, die sich zu seiner Erhaltung verpflichtet haben…. Das Naturschutzgebiet übertrifft jede Postkartenidylle.“ Unterwegs steigen wir aus um Fröschen und Zikaden zuzuhören, um Fotos zu machen, und ich wandere ein Stück zurück, während Peter in aller Ruhe einen Zigarillo raucht und mich später, weiter unten, wieder „aufliest“, nachdem ich „Autostopp“ gemacht habe. Wir treffen auf Gauchos, welche ihre Kuhherden mit kleinen Kälbern vor sich her treiben, wir beobachten für uns fremde Vögel, staunen über die Herden von Kühen, Ziegen, Schafen und Pferden und auf dem ganzen Weg begegnet uns nur ein Auto. Es wird ein unvergessliches Erlebnis bleiben. Zurück in der Posada ist für uns schon ein Zvieri gedeckt, es gibt Tee oder Kaffee und Biskuits mit Butter und Marmelade. Auch bekommen wir frisch zubereitete Mandelstangen. Gemütlich sitzen wir jetzt in unserer Posada im Vorraum, zwischen uns ein Tisch mit schönen Schachfiguren, und um ca. 21.00 Uhr werden wir dann unser Abendessen serviert bekommen. So lässt es sich aushalten!

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Amethyst und Achat Minen in der Nähe von Artigas

Amethyst und Achat Minen in der Nähe von Artigas
Artigas, Uruguay
Artigas, Uruguay Wir starten unsere gebuchte Tour zu den Minen, in welchen hier rund um Artigas Achate und Amethysten abgebaut werden. Ein Minibus vom Hotel ist bis auf den letzten Platz ausgebucht und ich sitze eingequetscht in der Mitte der zweiten Reihe. Alle sprechen Spanisch, natürlich, unser Führer fragt die Gruppe ob wir einverstanden seien wenn wir zuerst zur Verarbeitung in einer kleinen Fabrik fahren, bevor wir die Mine besichtigen. Er spricht so schnell dass ich das nur der Spur nach verstehe, also sage ich einfach „no comprendo“, als man uns fragt ob wir auch einverstanden seien. Die Route 30, welche wir morgen fahren wollen, ist schrecklich, voller Schlaglöcher, wir können uns bereits freuen. Der Minibus fährt zur Verarbeitung der Halbedelsteine. Lärm einer grossen Poliermaschine erwartet uns. Riesige Gebilde sind im Gelände und in den Hallen aufgestellt. Ein junger Arbeiter, der in Amerika Englisch gelernt hat, übersetzt uns jetzt einiges. Es ist schon erstaunlich was die Natur alles hervorbringt. Peter erklärt mir den genauen Vorgang, wie es zu solchen „Einschlüssen“ im Gestein kommen konnte und wie das Wasser über die Jahrmillionen die Kristalle gebildet hat. Die Farbei der Steine ist sehr unterschiedlich, das Violett der Amethyste überwiegt, in verschiedenen Schattierungen. Aber eine andere Geode (das halbrunde Steingehäuse in welchem die Amethysten drin gewachsen sind) sticht mir ins Auge. Alle Steine sind von weiss über beige, gelb bis hin zu dunkelbraun, aber nicht nur eine Lage, sondern der weisse Einschluss liegt quer in der Geode und die anderen bilden fast eine Landschaft. Peter möchte mir ein kleines Andenken kaufen, aber wie immer, ich schaue mir die Dinge gerne an, bin teilweise sogar begeistert, aber selber haben muss ich es nicht (ich müsste es nur abstauben!). Zum Glück, wie sich später herausstellt. Weiter geht die ca. 1-stündige Fahrt zur Mine. Zunächst erhalten wir Helme mit Stirnlampen und eine Sicherheitsweste, wie sie beim Autofahren, vielmehr bei einer Panne, benutzt wird. Auf einer „Abfallhalde“ dürfen wir nun mit dem uns abgegebenen Hammer selber Steine klopfen. Es ist spannend was dabei herauskommt. Kleinere Stücke Amethysten, Achate und sogar glasklare Kristalle finden wir. Die Tasche meiner Regenjacke ist schon ganz schwer. Irgendwie ist es schwer zu entscheiden welche Steine wir nun mitnehmen wollen, welche nicht. Nun sind wir „steinreich“ und haben sie erst noch selber gefunden. Ausser den einen grossen, den bringt mir der eine Führer, vermutlich als Entschädigung dass wir von seinen Erklärungen immer nur etwa die Hälfte mitbekommen (er weiss ja nicht dass Peter alles selber erklären kann). Nun geht es rein in die Mine, es ist ganz dunkel, nun sind wir froh um unsere Stirnlampen, auch hier sehen wir riesige Einschlüsse welche nur so glitzern. Ein wenig Höhlenforschungs-Gefühle kommen auf als wir uns durch einen relativ engen Ausgang bücken müssen. Die Fahrt zurück zum Hotel dauert wieder etwas über eine Stunde, danach gehe ich ein wenig durch den Ort, einerseits um ein Restaurant für den Abend zu suchen, andererseits um noch ein wenig zu gehen. Peter seinerseits sucht ein Restaurant im Computer, mit nicht viel grösserem Erfolg als ich. Dieser Ort Artigas schein wirklich vom „Restaurant-Sterben“ betroffen zu sein. Alle im Reiseführer erwähnten, und fast alle im Internet aufgeführten Restaurants gibt es nicht mehr. Wir treffen es dann zwar doch noch sehr gut und günstig, mit einem netten Besitzer, der Peter darauf anspricht, dass man zum Wein kein Bier trinken sollte…
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Fahrt durchs Nirgendwo nach Artigas

Fahrt durchs Nirgendwo nach Artigas
Artigas, Uruguay
Artigas, Uruguay Das Frühstück heute lässt wieder nichts zu wünschen übrig, bald sind unsere Koffer gepackt und alles ist im Auto verstaut. Jetzt fahrend wir weiter Richtung Norden, an die Grenze zu Brasilien. Die Strassen sind immerhin geteert, Schlaglöcher aber überall, Peter muss sehr aufpassen wohin er fährt. Zum Glück, denn dabei übersieht er nicht einmal die Schildkröte welche sich direkt auf unserer Fahrseite befindet. Er will sie retten, kehrt um und trägt die Schildkröte, welche sich natürlich in ihren Panzer zurückzieht auf die andere Strassenseite. Gerettet! Die Fahrt geht weiter durchs Niemandsland, so kommt es einem wenigstens vor. Kilometerlang keine Häuser, nur Wiesen, abwechselnd mit kleinen Waldstücken, auf den Weiden Kühe, Schafe, Pferde und sogar Emus. Immer wieder können wir fremde Vögel beobachten. Die einen stehen fast still in der Luft und sehen nicht ganz aus wie Adler, aber es scheint doch ein Raubvogel zu sein. Andere sind ganz grün schillernd und fliegen rasch davon wenn wir uns nähern. Es ist schade dass wir diese Vögel nicht kennen und sie nicht zuordnen können. Es wäre spannend die verschiedenen Vogelarten zu kennen. Ein einziges Dorf durchqueren wir auf unserer ca. 200 km langen Fahrt durch die Natur. Es hat sogar ein „Autobahnrestaurant“ in welchem Peter ein Bier bekommt. Es handelt sich dabei mehr um eine Baracke mit einer Theke und einer primitiven Küche an der Seite. Die Besitzerin bringt uns das Cola und das Bier und stellt uns einen Platintisch und zwei Stühle in den Eingang. Zweimal unterwegs begegnen wir liegen gebliebenen Autos und Peter als „fast“ Automechaniker will jedes Mal helfen. Das erste Mal ist die Batterie leer und weder wir noch der andere Fahrer haben ein Überbrückungskabel oder ein Abschleppseil, aber ein Helfer wird erwartet, also fahren wir weiter. Beim zweiten Auto handelt es sich auch um ein Mietauto mit einem Fahrer der Englisch spricht. Sein hinterer Pneu ist ganz und gar platt, aufgrund der vielen Schlaglöcher. auch dieser Fahrer hat schon Hilfe bei der Mietwagenfirma in Artigas angefordert, also weiter. Nach etwa einer Viertelstunde begegnet uns ein Abschleppfahrzeug, Hilfe für den Liegengebliebenen kommt also. In Artigas ist es ganz einfach das Hotel zu finden, liegt es doch an der Hauptstrasse. Wir wollen noch einen Ausflug in die Halbedelsteinminen in der Umgebung buchen, im Hotel will man uns Bescheid geben. Mit dem Stadtplan ausgestattet machen wir uns auf den Weg zur Tourist Information, um uns dort nach einem Ausflug zu erkundigen, denn durch den vielen Regen in den letzten Tagen seien die Strassen nur mit einem 4×4 Fahrzeug zu befahren, und das haben wir ja nicht. Peter macht Pause in einer Cafeteria und ich marschiere zur Brücke, welche Uruguay mit Brasilien verbindet, dort ist das Informationszentrum. Die Dame spricht auch nur Spanisch, aber ich kann mich soweit durchschlage als ich erfahre, dass das Hotel für uns die Tour telefonisch buchen muss, dann werden wir morgen um 10.00 Uhr abgeholt. Mit farbigen Prospekten aller Art ausgestattet verlasse ich wieder das Touristoffice und treffe Peter in der Cafeteria. Ein kleiner Spaziergang zurück zum Hotel, Peter will ja noch ein schönes Restaurant im Internet für heute Abend ausfindig machen.
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Salto

Salto
Salto, Uruguay
Salto, Uruguay Früh wache ich heute auf, wasche meine Haare, nehme eine ausgiebige Dusche, was für eine Wohltat, und nun sitze ich im schönen Wohnzimmer am sensationellen Frühstückstisch, d.h. daneben, trinke meinen Tee und warte bis Peter aufsteht. Ich sitze hier, schaue in den schönen Garten und geniesse das Ambiente dieses Hauses. Grosse Räume, viele Fenster, ein Atrium, es ist einfach einmalig schön. Im Gespräch mit unserer netten Gastgeberin erfahre ich, dass man hier in Uruguay gratis studieren kann, auch die Schule kostet nichts, alles bezahlt der Staat. Ich bewundere die schönen Antiquitäten, das Geschirr, die Silberbestecke und die vielen liebevoll dekorierten Dinge im Hotel. Patricia erklärt mir, dass es hier in Salto leider fast nichts mehr zu finden gibt, da die grossen Haziendeiros im Rio Grande del Sul (Brasilien) vieles aufgekauft haben um es in ihren Herrenhäusern aufzustellen. Die meisten Dinge hier im Haus wurde in Montevideo gesucht und gefunden. Das Haus selber ist etwa 100 Jahre alt, als Hotel wurde es vor einem Jahr von zwei Deutschen aufgemacht. Überhaupt gibt es viele Europäer welche hier in Uruguay leben, jüngere aber vor allem auch Pensionierte, da es in Europa so „gefährlich“ und „unsicher“ sei. Eine Tragik welche mir hier so richtig bewusst wird. Werden wir jetzt sogar in Südamerika als „unsichere politische Situation“ gehandelt? Das Frühstück selber hat noch selten so gut geschmeckt, und jetzt wollen wir zu den Thermen, welche es hier in der Nähe zahlreich gibt. Wir lassen uns eine genau erklären und fahren Richtung Grenze zu Argentinien. Leider ist das Wetter hier ungewöhnlich kalt. 14 Grad hat es nur und ab und zu regnet es ein wenig, eigentlich ideal zum im warmen Wasser baden. Nur sehen wir jetzt, dass diese Badeanlagen alle outdoor sind, und um von einem Becken zum nächsten zu gehen (ohne Bademantel) ist es uns dann doch zu kalt. Wir suchen noch ein wenig im Ort Termas del Dayman ob wir ein Hotel mit Thermalbad finden, leider vergeblich. Zurück in Salto fahren wir noch zum verbleibenden Platz, welchen wir gestern noch nicht gesehen haben, versuchen nochmals im bekanntesten Restaurant der Stadt, im Lamas, einen Tisch zu reservieren für am Abend, leider vergebens, denn dieses Restaurant scheint im Moment geschlossen zu sein, nicht nur am Montag. Überhaupt muss man wissen, dass hier in Uruguay die Leute sehr spät essen (gehen). Wenn man um 20.30 Uhr in ein Restaurant ist man sehr früh, da machen die meisten Restaurants zwar auf, aber man ist definitiv bis ca. 22.00 Uhr alleine in der Gaststube. Wie Peter richtig erkannt hat macht das nichts, dann sind wir halt die ersten und die letzten Gäste. Der Nachmittag im Atrium unseres schönen Hotels wäre sehr hübsch, nur ist es mir einfach etwas zu kühl, ich verziehe mich unter die Decke in mein Bett um zu lesen. Schliesslich müssen wir noch die Weiterreise besprechen, im Reiseführer und im Internet nachsehen, wohin denn unsere nächste Etappe gehen soll, auch das braucht Zeit. Das Buchen dss Hotels überlasse ich diesmal Peter. Was wir noch nicht erfahren können ist, ob es in der kleinen Posada im Nationalpark, welchen wir in einer weiteren Etappe besuchen möchten noch Zimmer frei hat und ob und wie wir dorthin kommen können. Im Reiseführer steht, dass man irgendwo das Auto stehen lassen muss um zu Fuss dorthin zu gelangen. Peter will sogar mitmachen, wenn der Weg zu Fuss nicht länger als einen Kilometer beträgt. Meine Idee ist, dass morgen unsere nette Gastgeberin für uns dort anrufen soll um das alles ausfindig zu machen. Mal sehen…. Auch so vergeht die Zeit wie im Flug und wir machen uns auf zu dem Cavern, einem Restaurant welches wir ausfindig gemacht haben. Aus dem Lautsprecher ertönt Musik von den Beatles, Simon & Garfunkel, etc., also fast schon Oldies welche heute ganz angenehm tönen. Ich frage mich, wie man diese Musik damals als „verrückt“ abtun konnte, es ist doch immer wieder erstaunlich wie sich die Geschmäcker ändern. Das Essen ist hervorragend, wie inzwischen unsere Taktik bestellt Peter ein Fleisch mit Pommes und ich einen Salat und dann bekomme ich die Hälfte des Fleisches ab. So haben wir nicht zu viel, andernfalls müssen wir immer die Hälfte zurückgeben, was ja schade ist. Heute reicht es sogar für ein „Postre“ (Nachtisch), ich bestelle einen Panqueque con Dulce de Lecche (eine Apfelomelette im karamellisierten Zucker). Ein Café darf auch nicht fehlen, was hier in Uruguay ein Espresso ist, der meistens ausgezeichnet schmeckt. Was das Wetter betrifft so erfahren wir, dass es aussergewöhnlich kalt ist für Oktober (14°), da die Temperatur üblicherweise in dieser Jahreszeit etwa 40 – 42° beträgt. Auch hier spielt das Wetter verrückt. Nun es werden wieder andere Tage kommen.

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Lange Fahrt nach Salto

Lange Fahrt nach Salto
Salto, Uruguay
Salto, Uruguay Heute will ich bei der Plaza eine SIM Karte für meinen I-Pad kaufen, damit ich im Internet nachsehen kann wenn wir ein bestimmtes Hotel suchen müssen. Im Movistar Shop an der Ecke bekomme ich auch eine Karte, sie haben nur keine Büroklammer oder sonst etwas, womit ich die SIM-Karte öffnen und auswechseln kann. Ich hole also meine Reiseapotheke aus dem Auto worin sich eine Nadel befindet, damit geht es nun. Leider sind inzwischen andere Leute im Geschäft, so dass ich warten muss. Der Herr bedient mich nun, die SIM Karte kostet etwa CHF 2, also keine grosse Ausgabe, und nun beginnt der „Fachmann“ diese Connection herzustellen. Offensichtlich hatte er noch kaum einmal ein I-Pad in der Hand, er fragt mich, wie man denn damit telefonieren könne? Ich zeige ihm wo er die Sprache auf Spanisch ändern kann, damit er vielleicht etwas weiter kommt. Mit viel Geduld und meinem dauernden Eingreifen stellt er schliesslich eine Verbindung her. Inzwischen bin ich schon über eine Stunde im „Fachgeschäft“ und nun höre ich, dass ich mit der Telefonnummer, welche zur SIM-Karte gehört auch noch in ein anderes Geschäft gehen müsse, damit man aufladen könne. Das kann man hier nicht machen. Ich bin nun schon etwas genervt, habe ich doch für 30 Tage Internet bestellt, und jetzt habe ich nur eine SIM-Karte? Schliesslich, auf erneutes Nachfragen gibt mir der Herr Auskunft, dass ich zum Cambio gehen müsse, nicht um Geld zu wechseln, sondern um Geld auf meine Karte zu laden. Zum Glück gibt es auf der anderen Seite der Plaza so einen Cambio, und das dauert nun nicht mehr ganz so lang. Endlich sind wir unterwegs. Wobei ich natürlich wieder einmal zu weit rechts, zu weit links, mit schleifender Kupplung usw. fahre, heute kann ich machen was ich will, es passt Peter nicht. Nun aus Erfahrung weiss ich, dass es morgen (hoffentlich) wieder anders ist, soll er doch selber fahren… Aber dann könnte er ja nicht schlafen und in seinem Handy „döggeln“. In Mercedes machen wir Halt. Auch hier hat es einen Platz mit einer Statue in der Mitte und eine Kirche daneben, welche jedoch geschlossen ist. Am Rio Negro sitzen wir in einem kleinen Restaurant am Fluss und machen eine kleine Pause. Nun bin ich fast bei der Mündung des Rio Negro in den Rio de la Platta, das letzte Mal in Brasilien war ich am Rio Negro fast bei der Quelle im Regenwald. Was für ein Unterschied! Flüsse sind für mich so etwas Beruhigendes, einerseits sind sie immer im „Fluss“, wie das Leben selber, die Ufer verändern sich, die Grösse verändert sich, und doch ist es immer noch der gleiche Fluss das da zur Mündung fliesst. Weiter geht die Fahrt durch fast unberührte Natur, nur Kühe, Schafe und Pferde „bevölkern“ dieses Land. In Paysandù wollen wir den berühmten Friedhof besichtigen, der heute Montag jedoch geschlossen ist. Paysandù erweist sich als Grossstadt, im Vergleich zu den anderen kleinen Orten, welchen wir bisher begegnet sind. Zum Glück haben wir einen Plan in meinem Reiseführer, so dass wir die Blocks zählen können bis zur Abweichung. Inzwischen wissen wir auch, wie wir die entsprechende Einbahnstrasse in der richtigen Richtung nehmen können ohne allzu viele Umwege zu fahren. Peter sitzt wieder im Restaurant mit seiner Flasche Wein und seinem Handy…. Ich gehe ein wenig in der Strasse flanieren, auf der Suche nach einer Bank welche unsere Kreditkarte annimmt. Heute scheint so ein Tag zu sein an dem irgendwie keine gute Stimmung aufkommen will. Die Fahrt nach Salto dauert noch ewig, die Strassen jetzt, wo Peter fährt, sind zwar gut, aber das Navi zeigt uns natürlich wieder eine ganz falsche Adresse an, wir landen in der Pampa und nicht in der Stadt. Jetzt habe ich zum Glück meine Karte auf dem I-Pad und natürlich finden wir das schöne Art Hotel Deco, fast mitten im Zentrum. Wir werden nett empfangen, es hat sogar eine Garage fürs Auto und das Haus und der Garten sind einmalig schön. Ich bin froh dass ich genau dieses Hotel gebucht habe, obwohl Peter ein anderes in der Nähe der Thermalbäder ausgesucht hatte. Ein Spaziergang zu Fluss am Abend zeigt, dass das von uns gewünschte Restaurant auch heute Montag geschlossen ist, also wieder zurück. Zum Glück gibt es eine „laute“ Pizzeria an der Ecke, so dass ich wenigstens etwas essen kann, auch wenn es nicht wirklich ein Genuss ist. Nun, das passt zum heutigen Tag…
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Soziales Leben an der Rambla

Soziales Leben an der Rambla
Dolores, Uruguay
Dolores, Uruguay Klopf, Klopf, an unsere Fensterscheibe klopft ein Specht, mehrmals und immer wieder, bis wir aufstehen und nachsehen. Vermutlich hat er von früheren Bewohnern etwas zu Essen bekommen. Ein frühes Frühstück ist heute angesagt, wir wollen bis um 10.00 Uhr beim Parque Anchorena sein um die Führung durch das riesige Naturreservat und zum Sommersitz des Regierungspräsidenten von Uruguay mitzumachen. Die Fahrt führt uns durch Felder und Wiesen, riesige Landgüter, einige davon sind zu verkaufen, was uns sofort auffällt. Je weiter wir von dem besiedelten Süden wegfahren umso einsamer werden die Landstriche. Es leben 75% der 3.3 Mio Menschen Uruguays in Montevideo und dem Süden. Jetzt fahren wir langsam Richtung Norden. Überhaupt wird hier nicht gerast, die Höchstgeschwindigkeit in 90 km/h, oft aber nur 45 oder 30 km/h. Die Route 21 ist recht gut ausgebaut und führt uns bis zum Kilometer 198, wo die Abzweigung zum Parque ist. Eine ungefestigte Strasse mit vielen Löchern führt nun über etwa 8 km bis zum Eingang des Parques. Viele fremdartige Vögel sehen wir, einige ganz schillernd in allen möglichen Farben, andere recht unscheinbar, dafür mit schöner Melodie beim Trällern. Das alte Gebäude ist mit Blumen bestückt und der Eingang sieht einladend aus. Wir sind die einzigen Touristen und freuen uns schon auf eine sehr persönliche Führung. Das Naturschutzgebiet soll über 200 verschiedene Baumarten beherbergen. Die beiden Damen an der Kasse geben uns zu verstehen, dass heute nur um 14.00 Uhr eine Führung sei und dass wir ohne Führer nicht in den Park dürfen. Sie stellt uns aber den spanischen Beitrag über das Naturschutzgebiet als DVD im Vortragssaal zur Verfügung und wir können einen kleinen Einblick in die Vielfalt dieser Landschaft und des Gebäudes erhalten. Bis 14.00 Uhr wollen wir jedoch nicht warten, also wieder zurück über die Löcher-Strasse zur Route 21 um weiter bis Carmelo zu fahren. Carmelo ist in unserem Reiseführer als besonders sehenswert eingetragen. Die Dreh-Brücke über den Fluss und die Altstadt werden besonders hervorgehoben. Die Drehbrücke finden wir auch auf Anhieb, es gibt ja einen Plan in meinem Buch, auch den Plaza Independencia können wir weiter die Strasse runter nicht verfehlen. Wie üblich eine Statue inmitten des Platzes. An einer Ecke entdecken wir ein kleines Restaurant wo wir Tortilla und Omelette bekommen. Da Peter wieder mit seinem „Spielzeug“ Handy beschäftigt ist, hier hat es Internet, gehe ich ein wenig die Altstadt suchen. Nun es hat einige Häuser mit Säulen und Balustraden, aber diese hier sind nicht so gepflegt und unterhalten wie wir das bis hierher gesehen haben. Nach der hübschen Altstadt von Colonia del Salvador ist es sowieso schwierig mitzuhalten. Die eher kleinen bescheidenen Orte haben wirklich nicht sehr viel zu bieten. Einige Strassen, oft auch unbefestigt, meistens in Rechtecken angelegt und dazwischen Wohnhäuser oder kleine Geschäfte wo man das Nötigste kaufen kann. Natürlich nicht heute, denn heute ist Sonntag. Nach dieser längeren Mittagspause geht die Fahrt weiter bis Dolores, wo ich im Internet ein Hotel gebucht habe. Die Strasse ist wieder nicht im Navi vorhanden, also fahre ich einfach zum Fluss Rio Salvador und entlang der Rambla, hier muss es sein, das hübsche Hotel in rosa Stein. Peter findet zwar ich solle sicherheitshalber noch weiterfahren, aber natürlich ist es das Haus, welches ich auf den Fotos von booking.com gesehen habe. Es scheint mir das schönste Haus am Ort und ich freue mich auf das schöne Zimmer, den Garten und die Lage ist einmalig. Direkt an der Rambla, welche hier nicht ganz so bevölkert ist wie in Montevideo, unweit einer kleinen Halbinsel welche in den Fluss reicht. Hier setzen wir uns an einen der Steintische, wie die Einheimischen und geniessen den Sonntagnachmittag Ich gehe einmal rund um die kleine Insel, damit ich noch etwas Bewegung habe nach der langen Autofahrt. Das Leben hier ist tatsächlich gemächlicher. Auf den Überland-Strassen begegnet man nur ab und zu mal einem Auto, an der Rambla fahren alle mit höchstens 30 km/h und wenn wir um uns herumschauen sehen wir viele Paare, welche am Strassenrand neben ihren Autos die Campingstühle aufgestellt haben um am Leben an der Rambla teilzunehmen. Familien sitzen bei den Grill- und Spielplätzen, Männer fischen und etwas neidisch schaue ich auf die Kanufahrer welche an uns vorbei rudern. Auch Dolores ist eines dieser kleinen Orte mit einem Platz in der Mitte (mit Statue natürlich) und Strassen in rechtwinkliger Anordnung. Der Fluss macht aber alles gut, diese Natur hier ist wunderschön und wir finden noch ein gemütliches Restaurant für ein Abendessen.
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Nueva Helvetica und Colonia del Sacramento

Nueva Helvetica und Colonia del Sacramento
Colonia del Sacramento, Uruguay
Colonia del Sacramento, Uruguay Nach einem abgekürzten Frühstück starten wir in den neuen Tag. Wir haben uns entschieden bereits heute weiter zu fahren, auch wenn wir eigentlich bis Sonntag bei Soledad gebucht haben. Jetzt heisst es Abschied nehmen von unserer netten Gastgeberin. Die Fahrt durch die Stadt Montevideo kommt uns schon fast bekannt vor. Aber danach fahren wir auf der Route 1 Richtung Colonia del Sacramento. Unterwegs will Peter immer mit dem Navi etwas zum Besichtigen finden, aber alles was uns das Gerät, welches uns heute noch beschäftigen wird, zeigt, sind Museen und das Fortalezza in Montevideo. Natürlich fahren wir nicht nochmals zurück, sondern zum ersten Halt unserer Fahrt heute in Nuova Helvetica. Ich bin sehr gespannt wie dieser Ort aussieht. Die ersten Siedler hier waren sechs Belgier, aber danach kamen vor allem Schweizer, die „Wirtschaftsflüchtlinge“ der damaligen Zeit. Die Schweizer Traditionen sollen hier noch sehr gepflegt werden, aber natürlich sieht man das dem Strassenbild nicht an. Wir brauchen einige Zeit bis wir den kleinen Stadtkern gefunden haben, denn das Navi schickt uns immer raus auf die Pampa. Es gibt riesige Felder mit Kühen oder Getreide, teilweise sieht man nicht bis zum anderen Ende des Feldes. Die Schweizer damals haben vor allem Agrarwissenschaften und das Wissen um die Käsezubereitung nach Uruguay mitgebracht. Überall kann man Käse kaufen. Das kleine verträumte Städtchen zeigt sich im strömenden Regen. Hier in Uruguay regnet es das ganze Jahr über im Schnitt alle drei Tage. Es hat hier keine Regen- und Trockenzeit, wie wir sie aus anderen südamerikanischen Ländern kennen. In der Mitte des Ortes gibt es den Plaza del Fundatores (Platz der Gründer) mit einer Statue. Und am Rand des Platzes sehe ich sogar eine Schweizer Fahne. Alles in allem nichts Weltbewegendes, einfach ein beschauliches Städtchen mitten im Grünen. Vermutlich muss man hier am 1. August vorbei kommen und natürlich bei schönem Wetter. Weiter geht die Fahrt Richtung Colonia del Sacramento. Das ist die erste besiedelte Stadt in Uruguay, hier sind die ersten Siedler gelandet. Die gebuchte Posada haben wir mit den Koordinaten ins Navi eingegeben, aber auch hier landen wir irgendwo auf der Pampa. Also zurück Richtung Stadt, jetzt findet das Navi unter Hotels die Posada del Bosque. Erleichtert fahren wir gemäss Angaben der unpersönlichen Stimme aus dem Navi. Aber wir landen immer wieder an einem abgeschlossenen Fabrikgelände, obwohl wir versuchen dieses zu umfahren. Es ist schade dass wir so viel Zeit brauchen, denn inzwischen ist blauer Himmer und die Temperatur sehr angenehm. Ich freue mich schon auf die Altstadt. Nachdem Peter noch eine Weile mit seinem Navi „herumgespielt“ hat nehme ich mein I-Pad, in welchem ich die Hotel-Reservation gespeichert habe, zeige Peter eine Strasse in der Nähe des Hotels, und endlich fahren wir in die richtige Richtung und kommen ohne Probleme bei der Posada del Bosque an. Ein schönes Haus mit netten Zimmern und sowieso freundlichem Personal. Es ist immer wieder eine Überraschung auf was man trifft, wenn man einfach loszieht. Sogleich nach dem Koffer abstellen machen wir uns auf zur Altstadt. Parkieren ist auch hier kein Problem und die hübschen Häuser aus längst vergangener Zeit lassen uns staunen. Ein Stadttor steht noch, daneben eine Stadtmauer. Der Plaza Mejor (Hauptplatz) ist wunderschön mit Bäumen bepflanzt und es gibt viele Strassencafés. Wir schlendern durch die Altstadt, bestaunen die Häuser, Blumen und Gärten und sitzen gemütlich im Sonnenschein in einem Strassencafé. Da wir in Nuevo Helvetia richtig Mittag gegessen haben beschliessen wir, uns auf dem Rückweg zum Hotel ein paar Kleinigkeiten zu kaufen, damit wir im Hotel essen können. Wir entdecken zwar noch ein sehr schönes Restaurant auf dem Weg zurück zum Auto, aber wir werden bestimmt noch viele antreffen auf unserer Reise, und einmal etwas we***** essen ist ja auch ganz OK. Wein, Crackers und seine Butter hat Peter noch von seinem früheren Einkauf. Der Käse, den wir eingekauft haben schmeckt uns wirklich und jetzt bleibt Zeit zum lesen, schreiben, was immer das Herz begeht. Leider gibt es bis zu unserem Zimmer keinen Internet-Empfang, aber ich schreibe einfach schon mal alles auf eine Word-Datei und kann morgen früh dann alles einfach ins Internet kopieren, sollte es unten beim Empfang besseren Empfang geben.

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Canelones und das Landleben

Canelones und das Landleben
Canelones, Uruguay
Canelones, Uruguay Heute wollen wir etwas raus aufs Land, in der Stadt gäbe es zwar noch einige Theater und Paläste zu besichtigen, aber irgendwie brauchen wir etwas GRÜN. Die Fahrt geht zunächst einmal quer durch Montevideo, danach über Felder, grosse Weingüter, alle in der Ebene, und kleine Dörfer. Hier ist Frühling und das Grün ist üppig und durchzogen vom Gelb und Blau der blühenden Blumen und Sträucher. Es tut gut das Auge ein wenig schweifen zu lassen. Die Fahrt ins ländliche Städtchen Canelones dauert etwas 1 1/2 Stunden und bringt uns zu einem Ort, der ganz anders ist als Montevideo. Kleiner auf jeden Fall, aber auch oft mit Strassen ohne Asphalt, Kreuzungen ohne Namen und nur einer Hauptstrasse mit dem Platz 18. Juli, der hier das Zentrum bildet. Eigentlich suchen wir das Museu archäologico, welches sich am Südende des Parks rund um den Zoo befinden soll (gemäss unserem Reiseführer). Leider können wir dieses Museum einfach nicht finden, auch wenn wir fragen erhalten wir nur vage Auskünfte „aqua“ (hier) und man weist mit der Hand in eine Richtung, oder man erzählt uns wir müssten im Park links fahren. Nun, nachdem wir alle Häuser im und um den Park begutachtet haben geben wir auf. Der Zoo, der sich dort befindet ist klein, ziemlich heruntergekommen, so scheint es wenigstens von aussen, und wir haben keine Lust diesen zu besuchen. Also machen wir uns auf ins Zentrum, wo ein historisches Museum über einen General Auskunft geben soll. Wir finden dieses Museum auf Anhieb und ein netter Verwalter zeigt uns die zwei Räume. Leider ist alles auf Spanisch angeschrieben, aber so der Spur nach verstehen wir dass hier bei einer Schlacht dieser General eine Hauptrolle hatte. Der nette Verwalter bringt uns ein Buch über die Geschichte der Stadt, welche neben Montevideo die grösste Bevölkerungsdichte Uruguays hat, und fragt uns, ob wir hier in Nueva Helvetica Familie haben, weil wir eine Rundreise machen. Nein, Familie haben wir nicht. Er gibt uns noch Tipps was wir auf dem Hauptplatz noch finden können. Eine Kirche befindet sich dort, eher einfach, aber mit einzelnen sehr farbigen Kapellen drin. Hier gegen das Landesinnere hin ist die Temperatur deutlich höher und ich habe fast etwas warm, auch ohne Jacke, welche man in Montevideo fast immer braucht, da vom Wasser her immer ein leichter Wind geht. Wir suchen etwas um unseren Durst zu stillen. Nach langem Suchen finden wir eine Bar, in welcher Einheimische vor allem Whisky trinken, wie wir feststellen. Aber Empanadas de Pollo gibt es hier und ein Bier löscht den Durst. Es ist lustig mit den Gästen hier zu radebrechen. Ein Gast erzählt, frei übersetzt, dass er anstatt Muttermilch Bier erhalten hätte. Na ja, er sah auch so aus. Vom netten Inhaber machen wir ein Bild, damit wir ein Andenken an diese nette Begegnung haben. Die Missverständnisse aufgrund unserer mangelnden Spanischkenntnisse sind lustig und wir werden nicht einmal übers Ohr gehauen, als wir den Preis falsch verstehen. Wieder sind wir nur netten und hilfsbereiten Menschen begegnet, eine Wohltat. Wir machen uns nun allmählich auf den Rückweg über eine andere Strasse, damit wir möglichst vor dem Feier-abendverkehr wieder in Montevideo sind. Gestern waren wir noch lange auf, ein gemütlicher Abend wie beschrieben, wurde es dann doch nicht. Ich sass am Computer und habe die nächsten Tage geplant. Jedes Mal wenn ich ein schönes Hotel in der nächsten Stadt ausfindig gemacht hatte, hatte Peter noch andere (die 16 CHF günstiger waren) und ich musste diese dann auch noch ansehen. Meist waren es dann Ferienwohnungen für 4 Personen oder das letzte Zimmer war bereits vergeben. Aber endlich habe ich es geschafft, ich habe für die nächsten drei Tage eine Unterkunft gebucht, jetzt müssen wir uns morgen früh nur noch auf die Socken machen, vielmehr auf die Räder unseres Mietautos.
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